Es war einmal…
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die ursprüngliche Idee und das Produkt
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Inzwischen: alles (s. Oben). Bin noch nie auf beruflicher und menschlicher Ebene so enttäuscht worden
Verbesserungsvorschläge
Hört auf eure Mitarbeiter:innen und ihre Expertise in den unterschiedlichen Bereichen. Ihr hattet die wirklich coole Idee und ein gutes Projekt und eine Vision - aber bei der Umsetzung braucht ihr Hilfe, und das ist doch völlig normal. Deshalb habt ihr gute Leute (gehabt) in den Bereichen SEO, Social Media, Influencer Marketing, Grafik Design etc., Aber ihr seid so oft gegen die Empfehlungen dieser Expert:innen gegangen.
Ich verstehe, wenn es einem Unternehmen so schlecht geht, dass Massenentlassungen nötig sind irgendwann. Aber die Art und Weise, die stille Vorbereitung über Monate, die seelenlose Kündigung, das Heucheln in den letzten Wochen - das ist menschlich einfach allerunterste Schublade. Und unprofessionell- falls sich Wildling wieder berappeln sollte (was ich hoffe, wirklich), werdet ihr es schwer haben, Vertrauen in potenziellen neuen Mitarbeiter:innen zu wecken.
Arbeitsatmosphäre
Seit der ersten großen Entlassungswelle vor zwei Jahren herrschte vor allem Angst. Es hat kaum jemand getraut, ihre/seine Meinung zu sagen
Image
War mal gut, ändert sich nun - vermutlich.
Work-Life-Balance
Bin nach wie vor ein Fan von Home Office, aber dadurch wird eben auch oft erwartet, Freitag Abend oder am Wochenende noch mal schnell etwas zu bearbeiten - ein Danke oder gar Wochendzuschlag gibt es dafür aber nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mehr Schein als sein
Karriere/Weiterbildung
Aufstiegschancen nicht vorhanden, zusätzliche Übernahme von Aufgaben wird nicht im Gehalt widergespiegelt
Kollegenzusammenhalt
Sehr gut, zumindest in meinem Team. - leider nicht auf Leads-Ebene
Vorgesetztenverhalten
Ich möchte gerne null Punkte vergeben. Sie vertrauen nicht auf die Expertise ihrer Mitarbeiter:innen, weshalb viele gute Leute kündigen. Sie ändern alle 6-9 Monate die komplette Strategie und Ausrichtung. Sie entscheiden sprunghaft und beratungsresistent. Aus Angst vor Kündigung traut man sich nicht mal zu sagen, wenn sie durch eine spontane Entscheidung die Arbeit von drei Monaten kaputt machen und Externe verprellen.
Nun die zweite Entlassungswelle. Über 55% der Belegschaft wurde (für uns aus dem Nichts heraus) gekündigt. Ohne Dank, ohne Erklärung. Externe Partner:innen wussten Wochen im Voraus Bescheid. Es wurde über Monate vorbereitet, Projekte zum Abschluss gedrängt, letzte Ideen noch herausgepresst, mit einer baldigen Änderung des Gehaltskonzepts geworben.
Ich bin einfach wahnsinnig enttäuscht. Ich war so begeistert von dem Unternehmen. Das Verhalten ist aber schlimmer als bei großen gesichtslosen Konzernen
Arbeitsbedingungen
Homeoffice. Arbeitsgeräte werden gestellt, alles andere inklusive Internetgebühren übernimmt jede:r selbst.
Kommunikation
Natürlich ist innerbetriebliche Kommunikation im remote Kontext herausfordernd. Aber eigentlich möglich. Es geht einfach nicht, dass wichtige Informationen erst in letzter Sekunde bei den sie betreffenden Mitarbeiterinnen landen, und manchmal sogar nach externen Partner:innen.
Gehalt/Benefits
Eher unter dem Durchschnitt, wird aber hoffentlich für die wenigen verbleibenden Mitarbeiter:innen besser
Gleichberechtigung
War mal gut, 75% Frauen, aber gefeuert worden sind eben auch vor allem Frauen, auch alleinerziehend, krebskrank oder blind.
