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Willi 
Krohn 
Handelsgesellschaft 
mbH
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Mindestlöhne, unbezahlte Überstunden, Drohung mit Anwalt nach Kündigung

2,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Vertrieb / Verkauf in Breitenburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

- Urlaub kann flexibel und teilweise auch kurzfristig genommen werden
- Kein direkter persönlicher Umsatzdruck durch Vorgesetzte
- Relativ moderne Arbeitsumgebung
- Teilweise gute Stimmung und Spaß unter Kollegen

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- Mindestlöhne für ausgebildetes Fachpersonal (Kaufmann Groß- und Außenhandel)
- Faire Gehaltserhöhung erst bei Kündigung
- Unklare und fehlende Karriere- und Entwicklungsperspektiven
- Unbezahlte Überstunden
- Kommunikation insgesamt sehr intransparent, viele Entscheidungen werden im kleinen Kreis getroffen
- Wichtige Informationen werden häufig sehr kurzfristig weitergegeben
- Kritik und Verbesserungsvorschläge werden kaum berücksichtigt
- Fokus stark auf Profit und Wachstum, Mitarbeitende stehen aus meiner Sicht nicht im Mittelpunkt
- Kaum flexible Arbeitsmodelle (Home-Office und flexible Arbeitszeit erst nach Kündigung möglich)
- Schlechte Arbeitsbedingungen im Sommer (hohe Temperaturen im Büro)
- Teilweise unangemessenes Verhalten der Geschäftsführung in sensiblen Situationen
- Führungskräfte / Prokuristen setzen sich aus meiner Sicht zu wenig für Mitarbeiter ein
- Geringe Transparenz bei internen Entscheidungen und Prozessen

Verbesserungsvorschläge

Die Verbesserungsvorschläge kann sich der Arbeitgeber aus den genannten Punkten selbst ableiten, vorausgesetzt, diese Kritik wird ernst genommen.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt als durchwachsen wahrgenommen. Es gab sowohl gute als auch weniger gute Phasen.

Positiv ist, dass von Seiten der Vorgesetzten kein direkter Umsatzdruck auf die Mitarbeiter ausgeübt wird, auch wenn die wirtschaftliche Lage schlechter war.

Gleichzeitig wurde die Atmosphäre teilweise durch das Verhalten der Geschäftsführung beeinflusst. Da das Büro direkt an das Großraumbüro angrenzt, bekommt man vieles ungefiltert mit. Zudem wurde sich teilweise in Themen eingemischt, ohne die Hintergründe vollständig zu kennen, was nicht immer förderlich für die Situation war. Dies war besonders am frühen Morgen häufig ein Problem.

Unter den Kollegen selbst habe ich die Stimmung hingegen überwiegend als gut empfunden, mit denen man auch gut Spaß haben konnte.

Image

Nach außen präsentiert sich das Unternehmen gegenüber Kunden modern und erfolgreich und genießt einen guten Ruf. Intern hat sich in den letzten Jahren jedoch einiges zum schlechteren verändert.

Seit der Übernahme der Firma durch eine Investmentgesellschaft hat sich die Mitarbeiterzufriedenheit aus meiner Sicht spürbar verschlechtert. Der Fokus liegt seitdem nahezu ausschließlich auf Wachstum und Profit.

So hat in den letzten Jahren der Geschäftsführer mehrere Unternehmen übernommen (Stender/APS/SHNG), während bei Willi Krohn, besonders an den Mitarbeitern, gespart wird. Dass die Mitarbeiter im Vertriebsbüro im Sommer seit Jahren bei extremer Hitze (bis 28 Grad Raumtemperatur) sitzen, weil kein Geld für eine Klimaanlage locker gemacht wird, ist ein Beispiel von vielen. Für größere Investitionen scheint Budget in Millionenhöhe problem vorhanden zu sein, während im gleichen Atemzug die "Süßigkeiten-Schublade" für nicht mal 100€ im Monat, die allen Mitarbeitern zugutekommen, gestrichen wird. Das passt für mich nicht zusammen. Auch die starke Fluktuation an Mitarbeitern im Vertrieb scheint hier nichts zu ändern. Wertschätzung geht definitiv anders!

Work-Life-Balance

Überstunden werden weder ausbezahlt noch durch Freizeit ausgeglichen. Stattdessen werden sie über eine freiwillige Erfolgsprämie im Folgejahr abgegolten, deren Höhe stark variiert (ca. 250 € bis 1.000 € brutto).

Damit geht man mit allen geleisteten Überstunden in Vorleistung, ohne zu wissen, ob und in welcher Höhe überhaupt eine Kompensation erfolgt.

Zwar steht im Vertrag eine Klausel zum Freizeitausgleich, die Praxis sieht aber anders aus. Zu Beginn im Unternehmen habe ich einen Überstundenausgleich beantragt, man hat mich dann aber auf die Prämie verwiesen. Selbstverständlich habe ich danach keine einzige Überstunde mehr gemacht.

Zusätzlich entsteht für mich der Eindruck, dass die eigentlich als Anerkennung für ein erfolgreiches Geschäftsjahr gedachte Erfolgsprämie zweckentfremdet wird, um geleistete Überstunden abzugelten.

Meiner Meinung nach eine ziemlich fragwürdige und dubiose Regelung, besonders wenn man ohnehin schon auf Mindestlohnniveau arbeitet.

Und dann regt sich die gesamte Geschäftsführung über faules Personal und Fachkräftemangel auf. Dabei ist die Geschäftsführung selbst für diese Umstände verantwortlich.

Karriere/Weiterbildung

Als jemand, der nach der Ausbildung mit knapp über Mindestlohn übernommen wurde, hat man nicht das Gefühl, dass die eigenen Azubis im Unternehmen wirklich gefördert werden oder echte Aufstiegschancen haben.

In Gesprächen mit dem Geschäftsführer wurde man immer mit Aussagen wie "man ist noch Jungkaufmann und hat viele Jahre Zeit sich hochzuarbeiten" hingehalten. Konkrete Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten werden nicht aufgezeigt. Dass man dann noch von Mindestlohn zu Mindestlohn geschoben wird bestätigt dies meiner Meinung nach.

Zwar gab es im Laufe der Zeit einige Verkaufstrainings, diese haben das Gefühl aber nicht verbessert.

Es entsteht der Eindruck, dass Auszubildende nach ihrer Übernahme eher als günstige Arbeitskraft benutzt werden sollen, und es in Kauf genommen wird, wenn diese nach der Ausbildung den Betrieb verlassen. Wertschätzung geht definitiv anders!

Gehalt/Benefits

Nach abgeschlossener Ausbildung zum Kaufmann für Groß- und Außenhandel wurde mir ein Übernahmegehalt von 1.740€ brutto angeboten, zu diesem Zeitpunkt ganz knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn. Dabei wurde ich vor die Wahl gestellt, dieses Gehalt zu akzeptieren oder das Unternehmen zu verlassen.

Aufgrund der damaligen Corona-Situation (Lockdown) war ich gezwungen das Angebot anzunehmen. Besonders traurig ist hierbei, dass die Firma zu dieser Zeit wirtschaftlich sehr erfolgreich war und die höchsten Gewinne der Firmengeschichte erzielt hat.

Einige Monate später erfolgte eine Gehaltserhöhung auf 2.088€ brutto - kurz bevor der gesetzliche Mindestlohn auf exakt diesen Betrag angehoben wurde. Zwar gab es im weiteren Verlauf einige Zuschüsse (Fahrtkosten) und kleine Gehaltsanpassungen, insgesamt blieb es jedoch unterdurchschnittlich.

Erst nach Einreichung meiner Kündigung und Vorlage eines Jobangebots des Wettbewerbers war plötzlich eine angemessene, überfällige Gehaltsanpassung möglich.

Zusätzlich berichteten mir diverse Ex-Kollegen von ähnlichen Erfahrungen bzgl. Gehaltshöhe auf Mindestlohnniveau. Dies scheint kein Einzelfall zu sein. Wertschätzung geht definitiv anders!

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Beim Umweltbewusstein ist das Unternehmen gut aufgestellt (z.B. große Photovoltaik-Anlage auf der Produktionshalle).

Beim Sozialbewusstein ergibt sich für mich ein anderes Bild. Themen wie faire Bezahlung, echte Wertschätzung, offene und transparente Kommunikation kommen deutlich zu kurz. Hier stehen die wirtschaftlichen Interessen ganz klar im Vordergrund.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter den Kollegen war insgesamt gemischt. Mit einigen hat man sich sehr gut verstanden und sich im Arbeitsalltag gegenseitig unterstützt. Gegenteiliges gab es natürlich auch, aber das hat man überall.

Kritischer sehe ich die Rolle der Prokuristen. Hier hätte ich mir deutlich mehr Einsatz für die Interessen der "normalen Mitarbeiter" gewünscht, gerade da sie als direkte Schnittstelle zur Geschäftsführung fungieren. Viele der bestehenden Probleme und Missstände waren bekannt (Mindestlöhne für ausgebildetes Fachpersonal, unbezahlte Überstunden, Hitze im Büro, etc.), es wurde jedoch kein Einsatz gezeigt um diese Dinge zu verbessern. Ganz im Gegenteil, so ist die Prokuristin (Personalleitung) in den Übernahmegesprächen mit anwesend und trägt wissentlich mit zur Entscheidung bei, die eigenen Azubis nach der Ausbildung mit einigen Cents über dem Mindestlohn abzuspeisen.

Stattdessen entstand für mich häufig der Eindruck, dass Entscheidungen der Geschäftsführung einfach hingenommen anstatt kritisch hinterfragt wurden. Eine klare Interessenvertretung der Mitarbeiter habe ich in diesem Zusammenhang nicht wahrgenommen.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren Kollegen ist aus meiner Sicht insgesamt respektvoll. Die vorhandenen älteren Mitarbeitenden sind gut ins Team integriert und werden normal behandelt.

Vorgesetztenverhalten

Nachdem ich mich entschieden hatte, das Unternehmen zu verlassen, und meine Kündigung persönlich beim Geschäftsführer eingereicht habe, kam es zu einem sehr unangenehmen Gespräch.

Im Rahmen dieses Gesprächs wurde mir gegenüber vom Geschäftsführer geäußert, dass rechtliche Schritte gegen mich eingeleitet würden, sollte ich im Anschluss zur Konkurrenz wechseln. Dieses Verhalten habe ich als sehr respektlos und unprofessionell empfunden.

Auch eine nachträgliche Entschuldigung, welche vermutlich nur auf Anraten der Prokuristen stattgefunden hat, konnte diesen Eindruck für mich nicht mehr korrigieren.

Im Gegenteil hat mich dieses Gespräch zusätzlich darin bestärkt, dass meine Entscheidung, das Unternehmen zu verlassen, die richtige war.

Arbeitsbedingungen

Der Standort wurde vor einigen Jahren neu gebaut und wirkt auf den ersten Blick modern und gut ausgestattet.

Im Arbeitsalltag zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Gerade in den Sommermonaten herrschen im Büro regelmäßig extreme Temperaturen. Im Großraumbüro (ca. 10 Personen) steigt die Raumtemperatur nahezu täglich auf bis zu 28 Grad, wodurch konzentriertes Arbeiten teilweise kaum noch möglich ist.

Besonders kritisch ist, dass dieses Problem seit Jahren bekannt ist. Trotz wiederholter Hinweise der Mitarbeitenden wurde bis heute keine nachhaltige Lösung umgesetzt. Der Einbau einer Klimaanlage wird von der Geschäftsführung konsequent abgelehnt.

Stattdessen wird man mit einfachen Hinweisen wie „morgens lüften“ oder „Jalousien runterlassen“ abgespeist. Maßnahmen, die die Situation nicht verbessern. Für mich wirkt das so, als würde ein offensichtliches Problem bewusst in Kauf genommen um Kosten zu sparen, anstatt es ernsthaft zu lösen.

Kommunikation

Die Kommunikation im Unternehmen habe ich insgesamt als sehr schlecht und intransparent wahrgenommen. Ein guter Informationsfluss gibt es nur bei Themen, die den Vertrieb direkt betreffen, z.B. bei Markt- und Preisveränderungen. Interne und persönliche Sachen werden sehr intransparent kommuniziert.

Kritik und Verbesserungsvorschläge von den jungen Mitarbeitern werden sehr selten ernst genommen. Stattdessen wird an alten Strukturen festgehalten.

Zudem finden alle zwei Wochen längere Gesprächsrunden zwischen Geschäftsführung und Prokuristen statt, deren Inhalt jedoch nicht an die Mitarbeiter transparent weitergegeben wird.

Dass die gesamte Geschäftsführungsebene eine vertragliche Absprache ohne meine Einbindung ändern bzw. streichen wollte und dies innerhalb von zwei Tagen umgesetzt werden sollte, hat mich letztlich zur Kündigung bewogen.

Gleichberechtigung

Es sind sowohl Männer als auch Frauen beschäftigt, und ich habe im Arbeitsalltag keine klaren Unterschiede in der Behandlung wahrgenommen.

Interessante Aufgaben

Es gibt keine große Vielfalt an unterschiedlichen Aufgaben, jedoch betreut man verschiedene Projekte bzw. Baustellen in unterschiedlichen Größen, wodurch zumindest etwas Abwechslung entsteht.

Ob einem die Aufgaben Spaß machen, ist natürlich subjetik. Mir persönlich hat die Arbeit ganz gut gefallen, auch wenn die Vielfalt überschaubar war.

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