Mal ehrlich
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dann folgen Zielvorgaben, die in keinerlei Verhältnis zur Realität stehen. Unrealistisch, fernab vom Markt, fernab vom Möglichen. Man wird an Zahlen gemessen, die eher einem Wunschkonzert entspringen als einer fundierten Planung. Und das alles gepaart mit einem Tonfall, der jede Form von Wertschätzung vermissen lässt. Rüpelhaft ist da noch höflich formuliert.
Empathie? Null. Verständnis? Fehlanzeige. Man fühlt sich nicht wie ein Kollege oder Mensch, sondern wie eine austauschbare Ressource, die nur noch liefern soll. Und wehe, man fragt kritisch nach – dann wird’s schnell unangenehm.
Für mich ist an diesem Punkt klar: So geht man nicht mit Menschen um. Einige Kolleginnen und Kollegen haben bereits ihre Konsequenzen gezogen – und ich bin mir sicher, es werden weitere folgen.
Verbesserungsvorschläge
Ich kann mich vielen Vorrednern nur anschließen – aber aus meiner Perspektive im Vertrieb muss ich ganz klar sagen: So etwas habe ich noch nie erlebt. Der Umgangston ist rau, rücksichtslos und in keiner Weise professionell. Man bekommt das Gefühl, hier geht es nur noch darum, Druck aufzubauen und Mitarbeitende auf Linie zu zwingen – koste es, was es wolle.
Arbeitsatmosphäre
Hier liegt für mich das größte Problem: Die gesetzten Ziele sind im aktuellen Marktumfeld, insbesondere im Microsoft-Bereich, vollkommen unrealistisch. Es wird erwartet, dass man Deals in einer Größenordnung und Geschwindigkeit abschließt, die kaum einer realistisch erreichen kann – vor allem nicht in einem stark umkämpften und übersättigten Markt. Anstatt gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie wir dahin kommen könnten, wird einfach der Druck erhöht. Ehrlich gesagt herrscht mittlerweile bei vielen Kolleginnen und Kollegen blanke Verunsicherung, Angst und Panik. Man spürt die Anspannung im ganzen Team. Keiner weiß mehr, wie wir diese Ziele erreichen sollen – und das belastet massiv.
Vorgesetztenverhalten
Die oberste Heeresleitung verhält sich in vielen Situationen wenig empathisch und leider oft sehr distanziert. Es fehlt an ehrlichem Interesse für die Sorgen und Herausforderungen der Kollegen. Entscheidungen werden in einem kleinen Kreis getroffen und dann als fertige Vorgabe nach unten durchgereicht – ohne Raum für Rückfragen oder Beteiligung. Wenn man Kritik äußert oder auf Schwierigkeiten hinweist, stößt man nicht selten auf eine gewisse Kälte oder wird einfach abgebügelt. Das hat mit moderner Führung wenig zu tun. Es ist kein destruktiver Umgang, aber definitiv einer, der demotivierend wirkt.
Kommunikation
Auch die Kommunikation lässt zu wünschen übrig. Es fehlt oft an Klarheit, Struktur und vor allem Transparenz. Themen wie das neue Vergütungsmodell wurden in einer Weise präsentiert, dass viele einfach nur noch verwirrt waren. Rückfragen liefen ins Leere oder wurden nur oberflächlich beantwortet. Erst nach und nach kam ans Licht, wie das Modell wirklich aussieht – was bei vielen zu großem Frust geführt hat. Es ist weniger der Ton als vielmehr das Wie, das hier enttäuscht: Man fühlt sich nicht mitgenommen, sondern eher überrumpelt.


