Einst hui, dann ging’s bergab
Verbesserungsvorschläge
Nicht jeder arbeitet im Office produktiver.
Die Motivation ist über Monate nach der Rückkehr deutlich gesunken - Departmentübergreifend
Dickes neues Office mit einer Kaffeemaschine, für deren Preis manche 3 Wochen in den Urlaub fahren - aber kein Coronabonus? Dass das nicht unbedingt auf Verständnis stößt, muss klar sein.
Habt ein Auge auf die psychische Gesundheit eurer Mitarbeiter.
Sortiert unfähige Manager sofort aus - nicht erst, wenn die Mitarbeiter in Scharen weg rennen.
Setzt nicht auf Callcenter in Bosnien, um deutsche Mietverträge zu erklären. Wer nicht im Markt lebt, ist diesem auch nicht so verbunden.
Arbeitsatmosphäre
Zu Beginn war ich hier wahnsinnig glücklich. Mit dem Umzug ins neue Office, neu eingestellten maximal inkompetenten Vorgesetzten und dem Zwang, wieder an (vorgeschriebenen) Tagen im Office zu erscheinen, habe ich mich überfahren und bevormundet gefühlt.
Im Call Salon war es teilweise so voll, dass wir uns Tische teilen mussten und extrem laut.
Image
Zeitlich begrenztes möbliertes Wohnen kommt eher unterdurchschnittlich an bei Menschen, die jahrelang keine neue Wohnung in Berlin finden.
Vermieter werden nicht ausreichend aufgeklärt über die rechtlichen Hintergründe. Zertrümmert ein Mieter die Einrichtung oder zahlt die Miete nicht, stehen sie im Regen. Wenn sie Glück haben, dann versucht der Account Manager zu vermitteln, machen kann man aber nichts. Viele Vermieter wissen das erst, wenn sie in die Situation kommen.
In meinen Augen müssten die Vermieter besser aufgeklärt werden, bevor sie sich auf möbliertes Wohnen einlassen.
Ja, wir bieten keine Rechtsberatung an - aber wer einmal mit einem verzweifelten Vermieter gesprochen hat, dessen Altersvorsorge in Trümmern liegt..
Work-Life-Balance
Eltern-Kind-Raum sehr gut, feste Officetage allerdings gerade für Eltern eine zusätzliche Belastung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Einsatz für ukrainische Geflüchtete, der meine Einarbeitung begleitete - da hab ich mich ins Unternehmen verliebt.
Zeitlich begrenztes möbliertes Wohnen ist ein Motor der Gentrifizierung und macht die Stadt kaputt, in der wir leben.
Zum Teil nötig - aber jeder Account Manager wendete andere Standards beim Überprüfen des Aufentshaltsgrundes an. Der ein oder andere ließ auch mal eigentlich unzulässige Gründe zu, um sein Ziel zu erreichen
Kollegenzusammenhalt
In meinem Team (Account Management) waren wir sehr familiär.
Leider gab es auch sehr unkollegiales Verhalten - Potentiale wurden sich um 4 Uhr morgens und am Wochenende gesichert. Vertragsabschlüsse wurden trotz klarer Aufgabenverteilung vor der Nase weggeschnappt. Entsprechende Person wurde bestärkt, statt Chancengleichheit zu schaffen.
Servicedienstleistungen nach Bosnien in ein Callcenter abzugeben, stärkt nicht wirklich den Zusammenhalt.
Gleichbleibend hochwertigen Service zum Dumpingpreis kann es nicht geben - der Kunde bleibt hier auf der Strecke.
Verkauft lieber eine wirklich hochwertige Dienstleistung mit gut bezahlten Arbeitskräften im Home Office (aus Berlin, für Berlin) als für die Treffen der CDU und die protzige Außenwirkung ein teures Office zu unterhalten.
Umgang mit älteren Kollegen
Gibt es nicht
Vorgesetztenverhalten
Neuen Vorgesetzten bekommen - den Spaß am Job verloren. Eine klare Kommunikation war weder auf deutsch noch englisch problemlos möglich. Ich habe selten jemanden erlebt, der mit so vielen Worten so wenig aussagt.
Mehrfach in Meetings beleidigend geworden, ohne dass Teamleads Partei ergriffen haben. Ich habe in einem Meeting mit dem gesamten Team geweint, weil die Person so auf mich eingeredet hat. Resultat waren Panikattacken und ein diagnostizierter Burnout.
Leider hatte die Person kein Interesse, sich zunächst die Prozesse anzusehen und vielleicht selbst mal zu testen, bevor die überstürzten und nicht sinnvollen „Verbesserungen“ kamen.
Keine Anerkennung trotz top Leistungen.
Mein Verbesserungsvorschlag eine Qualitätssicherung zu implementieren wurde aufgenommen und nach einiger Zeit dann als eigene Idee vom Vorgesetzten präsentiert. Entwicklung in diesem Bereich versprochen, da bereits einschlägige Berufserfahrung - neue Aufgaben in Aussicht gestellt und dann ohne mich abzuholen an eine andere Kollegin gegeben.
Arbeitsbedingungen
Wie gesagt - call salon auf maximaler Lautstärke und zum damaligen Zeitpunkt vollkommen überfüllt an den Pflichttagen.
Technische Geräte Branchenstandard, nichts besonderes.
Mein erstes Jahr war top. Daher gibts einen Bonusstern für die guten Erinnerungen.
Kommunikation
Wichtige Entscheidungen, wie die Rückkehr aus dem Home Office, wurden nicht klar kommuniziert und waren bei der Einstellung 2022 noch kein Thema. Nie war die Rede davon, dass wir die Kollaboration im Office wieder suchen (müssen), wenn sich die Lage beruhigt.
Das neue Office ist riesig und vermutlich wahnsinnig teuer - musste dann eben auch genutzt werden, obwohl keiner danach gefragt hat.
Gehalt/Benefits
Kein Coronabonus, kein Inflationsausgleich - auch mit stetigem überperformen verdient man das gleiche wie derjenige, der nur knapp ans Ziel kommt.
Keine monetäre Wertschätzung für die Übernahme von Sonderaufgaben wie Einarbeitung neuer Mitarbeiter.
Gehalt liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt, vor allem dazu noch bei gedeckelter Provision.
Wer in so ein schickes neues Office zieht, aber bei den Mitarbeitern spart, zeigt deutlich wo der eigene Fokus liegt.
Monatelang Unsicherheit in der Provisionierung - man wollte einen Monat etwas Neues ausprobieren und hat dann über ein halbes Jahr temporäre Vereinbarungen unterschrieben und alle möglichen Modelle am lebenden Objekt getestet. Die Gehaltsabrechnung eurer Mitarbeiter darf nicht zur Testumgebung werden. Hier wurde von Anfang an unklar kommuniziert und immer wieder neu rum geschraubt.
Gleichberechtigung
Es herrscht keine diskriminierende Atmosphäre, es wird allerdings auch auf alle gleich wenig Rücksicht genommen.
Das volle Büro mit der enormen Lautstärke war als Person mit Autismus und eine Qual und resultierte in burnout, Depression und der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Ich hatte jeden Tag schon auf dem Weg Panikattacken und war auch noch einige Zeit nach Vertragsende nicht arbeitsfähig.
Interessante Aufgaben
Ich fand die Tätigkeit an sich wirklich erfüllend, auch wenn es nicht Account Management ist.
Kontakt zu Mieter und Vermieter per Telefon und Mail
Vielfältige Fragen beantworten
Vertragserstellung
Hilfestellung bei Problemen
Die Tätigkeit war mir auf den Leib geschneidert, ich war durchweg überdurchschnittlich erfolgreich.