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Wunderflats
Bewertung

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Tolles Team, starkes Office... Führung und Kommunikation mit Luft nach oben

2,6
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Wunderflats in Berlin gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Es gab eine lange Phase, in der ich mich hundert Prozent mit der Firma identifiziert habe. Ich bin morgens gern ins Büro gegangen, weil sich die Arbeit sinnvoll angefühlt hat und ich echten Einfluss auf Ergebnisse gesehen habe. Viele erlebten einen starken Flow, man schaute kaum auf die Uhr und war trotzdem motiviert und konzentriert. Der Teamspirit war außergewöhnlich, man unterstützte sich selbstverständlich und zog gemeinsam an einem Strang. Diese Mischung aus Purpose, Ownership und kollegialem Rückhalt habe ich so nur sehr selten erlebt. Schade ist, dass diese Energie in den letzten zwei Jahren spürbar nachgelassen hat, trotzdem bleibt diese Zeit für mich ein echtes Highlight.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Hauptproblem ist ein Machtvakuum an der Spitze mit wenig klarer Führung. Strategie wird selten transparent nach unten kaskadiert. Auf Teamebene fühlt sich das wie ein Zickzackkurs an. Kritische Nachfragen laufen oft ins Leere und sind erkennbar nicht erwünscht. Dadurch hat sich Silo Denke verfestigt, besonders nach Abgängen. Verbleibende Bereiche sichern Territorien und grenzen sich ab. Die Gründer und CEOs wirken weit weg vom Alltag, fast wie in einer Executive Bubble, was für eine Firma dieser Größe irritierend ist. Die Mischung ist schief: unten Startup Energie, oben Konzernrituale, am Ende entscheidet eher der Rang als die Sache. Das kostet Vertrauen, Tempo und gemeinsame Ownership.

Verbesserungsvorschläge

Aus meiner Sicht wäre der wichtigste Schritt schon vor Jahren gewesen, eine externe Person als CEO zu holen. Jemand mit Erfahrung, der das Ruder übernimmt, die Führungsebene bündelt und nicht leicht beeinflussbar ist. Ob das heute noch realistisch ist, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht hilft eine externe Beratung, sofern sie bei den Gründern Gehör findet. Fakt ist, es haben sich viele kleine Königreiche gebildet, die sich abschotten und Nachfolge eher verhindern. Dadurch wird Veränderung schwer. Gleichzeitig sind die Gründer auf die verbliebenen Führungskräfte angewiesen, um den Betrieb und die Profitabilität nicht zu gefährden. Kurz gesagt, ohne unabhängigen Kopf an der Spitze und echte Offenheit für externe Perspektiven sehe ich nur begrenzte Verbesserungen.

Arbeitsatmosphäre

Drei von fünf Sternen, weil die Stimmung stark davon abhängt, auf welcher Ebene man unterwegs ist. In den Teams ist die Atmosphäre gut: man hilft sich, spricht offen über Erfolge und Probleme und zieht spürbar gemeinsam in Richtung Ergebnis. Auf Management-Level kippt das Bild. Viele Direktoren arbeiten sehr „Management by Numbers“ und zeigen wenig Interesse an Hintergründen oder Deep Dives. Das ist zwar im positiven Sinne zielstrebig, schafft aber wenig gemeinsames Wir-Gefühl und begrenzt die Psychological Safety nach oben. Entscheidungen wirken teils wie Seagull Management, es wird kurz hineingeflogen, Zahlen abgefragt und wieder weitergezogen. Je nach Gesprächspartner kann die Stimmung schnell umschlagen, was immer wieder zu Frust geführt hat. Unterm Strich: starker Teamspirit unten, eher kühle, distanzierte Atmosphäre oben.

Kommunikation

Es gibt monatliche Townhalls mit Q&A, in die viel Arbeit fließt. Das ist positiv, fühlt sich nach einigen Terminen aber mehr wie eine KPI Zusammenfassung an. Was oft fehlt, ist das Warum hinter den Zahlen, die Übersetzung in nächste Schritte und wer Entscheidungen trifft. Eine echte Strategy Cascade bleibt aus, viele verstehen die strategische Ausrichtung und die Prioritäten einzelner Projekte daher nur begrenzt. Regeltermine mit Vorgesetzten finden statt, aber ohne einheitliche Standards. Die Qualität variiert stark und manche Führungskräfte nutzen diese Freiheit aus. Entsprechend ungleich ist die Informationslage zwischen Abteilungen. Wer oft im Büro ist, profitiert vom Flurfunk, während überwiegend remote arbeitende Teams schnell im Dunkeln stehen. Teilweise kennt man Kolleginnen und Kollegen nur von der Weihnachtsfeier oder wenn Beförderungen und Austritte verkündet werden. Formate sind also vorhanden, Transparenz und Anschlussfähigkeit über Bereiche hinweg sind es weniger.

Kollegenzusammenhalt

Im Alltag eine klare Stärke, lange getragen von HR und Office Management mit regelmäßigen Formaten für Community Building. Wer häufig im Büro ist, spürt echtes Wir Gefühl. Das hochwertige Büro lädt zum Austausch ein, man vernetzt sich bereichsübergreifend, versteht Abhängigkeiten und unterstützt sich spontan. Abzüge gebe ich, weil das nicht überall ankommt. Einige Teams arbeiten fast komplett remote und wirken wie eigenständige Einheiten. Sie sind nur selten vor Ort, Beziehungen entstehen dann fast nur in Meetings und viele kennen sich außerhalb der direkten Zusammenarbeit kaum. Diese Remote Silos sind teils historisch durch die Pandemie entstanden, der Weg zurück zu mehr Präsenz und verbindenden Ritualen wurde danach nicht konsequent gestaltet. Insgesamt überwiegt für mich das Positive, der Kollegenzusammenhalt ist spürbar, aber ungleich verteilt.

Work-Life-Balance

Insgesamt wenig Anlass zur Kritik. Nach der Pandemie wurden wieder Präsenztage eingeführt, was nicht alle begeistert hat, zumal einige Kolleginnen und Kollegen mit Remote Vertrag ausgenommen waren. Aus meiner Sicht wurde eine faire Balance gefunden, denn die Teams konnten ihre Bürotage selbst wählen und in den meisten Bereichen ihre Arbeit frei einteilen. Homeoffice wird unterstützt, Urlaubstage sind marktüblich und die Firma bemüht sich spürbar um ein gutes Gefühl nach Feierabend im Büro. Familienfreundlichkeit ist vorhanden, etwa durch einen Raum mit Spielecke für Kinder, und Ausfälle wegen kranker Kinder wurden großzügig gehandhabt. Unterm Strich viel Flexibilität mit kleinen Reibungen bei der Rückkehr ins Büro.

Vorgesetztenverhalten

Die Rolle der Gründer als CEOs hat zu wenig klarer Führungslinie geführt und Raum für Opportunismus geöffnet. Viele Führungskräfte wirken nach dem eigenen Abbild ausgewählt, Präsenz und echtes Coaching fehlen oft. Entscheidungen entstehen teils aus politischen Spielen statt aus dem Blick aufs Ganze, Silos wurden dadurch verstärkt. Strategische Richtungswechsel werden selten sauber nach unten erklärt, Townhalls klingen nach Mantra und fühlen sich inszeniert an. In Regelterminen mit Vorgesetzten dominieren KPIs, für Hintergründe oder Lernkurven bleibt wenig Raum. Bei Konflikten entscheidet häufig der Rang, nicht die Sache. Mitarbeitende werden dann schnell als störend abgestempelt, was die Psychological Safety spürbar senkt. Insgesamt ein Muster, das sich über die Jahre eher verschlechtert hat.

Umgang mit älteren Kollegen

Im Alltag habe ich keine Altersdiskriminierung erlebt. Teams sind altersgemischt, man isst gemeinsam zu Mittag und nimmt zusammen an Events teil. Kritisch sehe ich den Umgang mit langjähriger Betriebszugehörigkeit. Kolleginnen und Kollegen, die das Unternehmen über viele Jahre getragen haben, auch durch Kurzarbeit und Pandemie, bekamen aus meiner Sicht zu wenig Gehör und Vertrauen. Der direkte Austausch mit der Geschäftsführung war selten, Entscheidungen wirkten oft kühl und karrierepolitisch. Seniorität und wertvolles Erfahrungswissen fanden zu wenig Eingang in Richtungsentscheidungen. Wer auf Anerkennung für Loyalität hofft, könnte enttäuscht werden. Darum trotz grundsätzlich positiver Zusammenarbeit im Alltag nur zwei Sterne.

Arbeitsbedingungen

Die Lage ist top, mit öffentlichem Verkehr gut erreichbar und mit Mitarbeiterparkplätzen. Das Büro selbst ist hell, sauber, weitgehend klimatisiert und hochwertig eingerichtet, man hält sich dort wirklich gern auf. Die Ausstattung ist auf aktuellem Niveau mit MacBooks und guten externen Monitoren, Monitore für das Homeoffice können mitgenommen werden. Es gibt Obst, Kaffee, Wasser und immer wieder kleine Extras wie Kuchen und manchmal auch Bier im Kühlschrank. Neben ruhigen Zonen laden eine gemütliche Townhall und ein Spielebereich mit Kicker und Brettspielen zum Austausch ein. Dank freier Platzwahl funktioniert Activity Based Working im Alltag sehr gut. Highlight ist die schöne Dachterrasse, die auch nach Feierabend genutzt wird. Unterm Strich die besten Arbeitsbedingungen, die ich in meiner Laufbahn erlebt habe.

Image

Zu Beginn war das Image intern wie extern sehr positiv, getragen von der Idee, Menschen flexible Wohnlösungen zu ermöglichen. In den letzten Jahren ist jedoch eine deutliche Schere zwischen Anspruch und gelebter Praxis entstanden. Intern wirkt Führung oft kühl und stark ergebnisorientiert, was die soziale Erzählung fragil erscheinen lässt. Viele nehmen heute eher eine Exit Logik wahr als einen höheren Zweck. Mit personellen Einschnitten, kritischen Medienberichten und politischen Debatten hat das Vertrauen weiter gelitten. Für mich fühlt sich das wie Mission Drift an, phasenweise auch wie Purpose Washing. Einige identifizieren sich noch mit dem ursprünglichen Gedanken, viele bleiben aus pragmatischen Gründen wie Gehalt und Stabilität.


Interessante Aufgaben

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Gehalt/Benefits

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.