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X1F 
GmbH
Bewertung

Eigentümerstruktur (PE) und Ziel/Zweck des Unternehmens verstehen

1,7
Nicht empfohlen
Ex-FührungskraftHat bis 2026 im Bereich Finanzen / Controlling bei x1F GmbH in Frankfurt am Main gearbeitet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Zu viel Fassade, zu wenig Substanz. Fachlich bleibt der Anspruch aus meiner Sicht deutlich hinter der Außendarstellung zurück. Flexible Arbeitsmodelle und moderne Technik sind 2026 kein besonderer Benefit, sondern Standard. Dazu kommen unklare Strukturen, personenabhängige Führung, fragwürdige Karrierewege und eine Kommunikation, die teilweise eher wie interne PR wirkt. Insgesamt entsteht eher der Eindruck einer zusammengekauften IT Plattformbude als eines integrierten Beratungsunternehmens.

Verbesserungsvorschläge

Weniger Hochglanz, weniger Corporate-Sprech und weniger Symbolpolitik. Stattdessen klare Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Entscheidungen, transparente Karrierewege und eine ehrliche Integration der zusammengekauften Unternehmen.

Arbeitsatmosphäre

Auf mich wirkt x1F wie ein Unternehmen im permanenten Umbau. Irgendwann ist „Transformation“ keine vorübergehende Phase mehr, sondern schlicht ein Zeichen dafür, dass die Organisation ihre eigene Struktur nicht in den Griff bekommt.

Viele Firmen unter ein gemeinsames Dach zu kaufen, macht daraus noch lange kein gemeinsames Unternehmen.

Kommunikation

Kommunikation ist nicht dasselbe wie Transparenz.

Man kann Townhalls veranstalten, Präsentationen verschicken und ständig irgendwelche Botschaften senden. Entscheidend ist, ob Mitarbeiter verstehen, warum Entscheidungen getroffen werden, wer sie getroffen hat und welche Konsequenzen sie haben.

Wenn Kommunikation im Wesentlichen darin besteht, bereits getroffene Entscheidungen anschließend zu verkaufen, ist das für mich keine Transparenz, sondern Unternehmens\-PR nach innen.

Kollegenzusammenhalt

Dass Mitarbeiter innerhalb ihrer ehemaligen Unternehmen oder Teams gut zusammenhalten, würde ich nicht automatisch x1F zugutehalten.

Im Gegenteil: Wenn Jahre nach Zusammenschlüssen noch immer die alten Netzwerke, Loyalitäten und Firmenidentitäten die stärksten Bindungen darstellen, stellt sich die Frage, wie erfolgreich die Integration tatsächlich war.

Ein neues Logo über vielen alten Firmen ist noch keine Unternehmenskultur.

Work-Life-Balance

Homeoffice ist keine Work-Life-Balance.

Ein Laptop zu Hause macht eine hohe Arbeitsbelastung nicht kleiner. Flexible Arbeitsorte sind inzwischen kein außergewöhnlicher Benefit mehr, sondern in vielen Wissensberufen schlicht Standard.

Entscheidend ist, ob Arbeitsmenge, Erwartungen und Ressourcen zusammenpassen.

Vorgesetztenverhalten

Eine professionelle Organisation darf nicht davon abhängen, ob man zufällig an einen guten Vorgesetzten gerät.

Wenn Führungsqualität stark personenabhängig ist, existiert offenbar kein belastbares Führungssystem. Dann hat man einzelne gute Führungskräfte – aber keine gute Führungskultur.

Interessante Aufgaben

x1F will sehr vieles gleichzeitig sein, obwohl es das nicht mal ansatzweise ist.

Managementberatung, Technologieberatung, SAP-Beratung, Managed-Service-Anbieter, Softwareunternehmen und internationale Delivery-Plattform.

Aus Vertriebssicht ist diese Breite sicherlich attraktiv.

Aus Mitarbeitersicht stellt sich irgendwann allerdings eine viel grundsätzlichere Frage:

Wofür steht dieses Unternehmen fachlich eigentlich noch?

„Wir können alles“ ist selten eine starke Positionierung.

Das Unternehmen ist Systemintegrator und keine Consulting Firma. Das Wording „Consulting“ ist in dem Fall Marketingsprech, tiefe Fachkompetenz oder strategische Beratung ist nicht existent.

Gleichberechtigung

Die aus meiner Sicht geradezu zwanghafte Gendersprache nervt enorm.

Gleichberechtigung zeigt sich nicht an Doppelpunkten, Sternchen und Sprachkonstruktionen, sondern an fairer Behandlung, gleichen Chancen und gleichen Maßstäben.

Eine Firma wird nicht gerechter, nur weil sie ihre Texte gendert.

Für mich ist das vor allem Symbolpolitik und Corporate-Inszenierung.

Umgang mit älteren Kollegen

Ok

Arbeitsbedingungen

Standard

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ok

Gehalt/Benefits

Hier zeigt sich für mich ein interessanter Widerspruch:

Bei Umsatz, Auslastung, Wachstum und Performance möchte man als IT Bude offenbar gerne auf dem Niveau einer großen „Beratung“ spielen.

Bei Vergütung, Karriereperspektiven und Mitarbeiterbindung entdeckt man dagegen schnell wieder den Mittelstand und IT Integrator Tagessätze.

Man sollte sich entscheiden.

Die Erwartungen eines Konzerns mit den Vorteilen eines Mittelständlers zu kombinieren funktioniert hervorragend – allerdings vor allem für den Arbeitgeber.

Image

Hier sehe ich die vielleicht größte Diskrepanz. Wer ist x1f?

Nach außen werden Begriffe wie Zusammenarbeit, Authentizität, Unternehmertum, Menschlichkeit und fehlende Konzernbürokratie sehr offensiv kommuniziert.

Je größer solche Versprechen sind, desto problematischer wird es, wenn Mitarbeiter intern etwas anderes erleben.

Kultur entsteht nicht durch eine Website, Werte-Statements oder Employer-Branding-Kampagnen.

Sie zeigt sich dann, wenn wirtschaftliche Interessen und Mitarbeiterinteressen miteinander kollidieren.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungsplattformen, Trainings und Seminare sind nett. Sie ersetzen aber kein transparentes Karrieremodell.

Interessant wäre vielmehr:

Welche objektiven Kriterien gelten für Beförderungen?

Wer entscheidet darüber?

Gelten dieselben Maßstäbe tatsächlich für alle?

Oder hängen Karrierechancen am Ende stärker von organisatorischer Zugehörigkeit, persönlicher Sichtbarkeit und Nähe zu Entscheidern ab?

Bei einem Unternehmen dieser Größe sollte Karriere kein informelles Beziehungssystem sein.

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Arbeitgeber-Kommentar

x1F People Team, Employer Branding & HR Marketing
x1F People TeamEmployer Branding & HR Marketing

Liebe*r ehemalige*r Kolleg*in,

Danke für die ausführliche Bewertung. Sie greift viele Themen auf, die bei x1F eine Rolle spielen: Integration, Führung, Karriere und Kommunikation.

Bei einem Punkt möchten wir eine andere Perspektive ergänzen: x1F ist kein neues Logo über alten Unternehmen. x1F ist aus mehreren gewachsenen Organisationen entstanden und baut daraus eine neue gemeinsame Organisation. Das ist anspruchsvoll. Und es ist noch nicht an jedem Punkt abgeschlossen. Aber genau deshalb sprechen wir über Veränderung und nicht darüber, dass bereits alles fertig ist.

Dass dabei Strukturen neu entstehen, Verantwortlichkeiten geklärt und unterschiedliche Arbeitsweisen zusammengeführt werden müssen, ist Teil dieses Weges. Das macht nicht jede Entscheidung richtig und auch nicht jede Erfahrung positiv. Es erklärt aber, warum ein Unternehmen dieser Größe nicht von heute auf morgen wie eine seit Jahrzehnten gewachsene Einzelfirma funktioniert.

Auch beim Thema Kommunikation unterscheiden wir zwischen Hochglanz und Austausch. Kommunikation soll Entscheidungen nicht schöner machen, als sie sind. Sie soll erklären, einordnen und Diskussion ermöglichen. Dass das nicht immer so erlebt wird, nehmen wir ernst. Gleichzeitig ist Transparenz nicht damit gleichzusetzen, dass jede Entscheidung zur Abstimmung steht.

Bei Führung und Karriere sehen wir es etwas anders: Gute Führung darf nicht vom Zufall abhängen. Dafür gibt es bei x1F klare Leitplanken. Unsere Führungsphilosophie und definierten Führungsrollen geben Orientierung, Zielvereinbarungen sind ein zentrales Führungsinstrument. Auch für die persönliche Entwicklung gibt es mit unserem Karrieremodell einen klaren Rahmen. Beförderungen folgen einem strukturierten Prozess und damit nachvollziehbaren Kriterien.
Dass Führung im Alltag trotzdem von Menschen und der konkreten Zusammenarbeit geprägt wird, bleibt davon unberührt. Entscheidend ist für uns, dass daraus keine Frage persönlicher Nähe oder Zugehörigkeit wird.

Auch die Ergebnisse unserer monatlichen, anonymen Mitarbeitendenbefragung Teamecho zeigen ein differenzierteres Bild. Die Bewertungen für Zusammenarbeit und Führung liegen über dem jeweiligen Benchmark. Auch Arbeitstätigkeit, Potenzialentfaltung und Wohlbefinden werden insgesamt gut bewertet. Das bedeutet nicht, dass überall alles perfekt läuft. Es zeigt aber, dass die Wahrnehmung von x1F vielfältiger ist, als es diese einzelne Bewertung vermuten lässt.

Auch die Einordnung von x1F als „Systemintegrator statt Consulting-Unternehmen“ greift aus unserer Sicht zu kurz. x1F verbindet Beratung, Technologie, SAP, Managed Services und eigene Lösungen. Diese Kombination ist kein Widerspruch, sie ist Teil unseres Geschäftsmodells. Entscheidend ist für uns nicht, welches Etikett am Ende am besten klingt, sondern was wir fachlich für unsere Kunden leisten.

Und zur Gleichberechtigung: Ein Sternchen oder ein Doppelpunkt macht noch keine Organisation fairer. Gleichberechtigung zeigt sich in Chancen, Entscheidungen und im täglichen Umgang miteinander. Sprache ist dabei ein Teil unserer Haltung, aber sicher nicht deren einziger Maßstab.

Kritische Bewertungen gehören dazu. Sie geben Hinweise darauf, wo Erwartungen und Erfahrungen auseinandergehen. Gleichzeitig ist auch eine ausführliche Bewertung eine persönliche Perspektive und keine vollständige Beschreibung von x1F.

Wir nehmen die genannten Punkte ernst und arbeiten weiter daran, Anspruch und gelebte Realität zusammenzubringen.

Für deinen weiteren Weg alles Gute. Und wenn du zu den Punkten noch einmal persönlich ins Gespräch kommen möchtest, sprechen wir gern mit dir.

Herzliche Grüße
Dein Team von x1F

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.