Wertschätzung wird eingespart
Verbesserungsvorschläge
Grundsätzlich bin ich mit extrafit als Arbeitgeber sehr zufrieden. Das Team vor Ort ist hervorragend, das Arbeitsklima passt und die Zusammenarbeit macht Spaß. Umso unverständlicher sind einige Entscheidungen, die aus der Führungsebene kommen.
Besonders kritisch sehe ich die Kürzung von Mitarbeiterbenefits, beispielsweise beim Essensbudget. Solche Maßnahmen wirken auf den ersten Blick vielleicht wie Einsparungen, senden intern aber vor allem eine Botschaft: Wertschätzung hat keine Priorität.
Selbst wenn man rein beispielhaft mit 100 € pro Standort und Monat rechnen würde, läge der Aufwand bei 20 Standorten bei rund 24.000 € im Jahr. Das ist ausdrücklich nur eine Beispielrechnung, verdeutlicht aber die Größenordnung. Gemessen an den gesamten betrieblichen Aufwendungen eines Unternehmens dieser Größe erscheint diese Summe überschaubar – der positive Effekt auf Motivation, Mitarbeiterbindung und Arbeitsklima dürfte dagegen deutlich größer sein.
Ich habe mich auch mit Kolleginnen und Kollegen darüber ausgetauscht. Das Feedback war eindeutig: Kaum jemand konnte nachvollziehen, warum ausgerechnet an einem Benefit gespart wird, der den Mitarbeitenden unmittelbar zugutekommt. Solche Entscheidungen wirken nicht strategisch oder nachhaltig, sondern schlicht kurzsichtig.
Ein Blick in den veröffentlichten Jahresabschluss 2022 zeigt zwar, dass das Unternehmen wirtschaftliche Herausforderungen hatte. Gerade deshalb stellt sich für mich die Frage, ob Kürzungen bei vergleichsweise kleinen Mitarbeiterbenefits wirklich der richtige Hebel sind. Wer an Wertschätzung spart, spart oft an der falschen Stelle.
Mein Eindruck ist, dass sich manche Entscheidungen so anfühlen, als würde man sich morgens fragen: “Wie können wir möglichst einfach Kosten senken?” – statt: “Wie schaffen wir es, unsere Mitarbeitenden motiviert und langfristig an das Unternehmen zu binden?”
Das Problem ist ausdrücklich nicht das Team vor Ort. Das Problem sind Entscheidungen aus der Führungsebene, die Motivation kosten und deren Nutzen für viele Mitarbeitende nicht nachvollziehbar ist. Wer Benefits streicht, sollte sich nicht wundern, wenn Engagement und Identifikation mit dem Unternehmen ebenfalls nachlassen.


