Wenn man sich nach fünf Jahren unfairer Behandlung und Bezahlung endlich frei fühlt.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Dass mich dieser gekündigt hat, bevor ich selber kündigen musste. Somit gibt's wenigstens keine Sperren.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Alles. Also wirklich... so schlecht wurde ich in noch keiner Firma behandelt.
Verbesserungsvorschläge
Bessere Planung von Projekten, bessere Behandlung der Mitarbeiter, weniger cholerisches Herumschreien des Chefs. Umsetzen von Versprechen gegenüber Mitarbeitern.
Arbeitsatmosphäre
Es gab niemals "keine Deadlines". Ständig wurde man unter Druck gesetzt, zwischenzeitlich sogar bedroht. Man war nie gut genug und Lob gab es nicht. "Ich lobe niemanden, damit die Mitarbeiter sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen!"
Image
Wenn es nicht die schlecht durchdachten und schlecht geplanten Projekte sind, die das Image des Unternehmens herunterziehen, dann sind es die verbalen Angriffe des Geschäftsführers und gehässigen Kommentare gegenüber Mitglieder der "Community".
Work-Life-Balance
Um die Deadlines einhalten zu können, waren Überstunden notwendig, für die man dann letztendlich wieder angeschrien wurde, da keine Überstunden gemacht werden sollten.
Hat man dann doch nur exakt 8 Stunden gearbeitet und ist pünktlich erschienen und gegangen, war es auch nicht okay, da man das Team im Stich lässt.
Karriere/Weiterbildung
Karriere? Weiterbildung?
Sind in dem Unternehmen ein Fremdwort. Man ist lediglich ein Zahnrad von mehreren, dass den Betrieb und die Projekte am Laufen halten muss.
Egal wie viel Energie und Eigeninitiative man reinsteckt, gefördert wurde nichts!
Wenn man dann mal darum gebeten hat, sich während der Arbeitszeit zu schulen, um spezielle Dinge zu lernen, wurde nur gesagt, dass man dies bitte in seiner Freizeit zu tun hat.
(Ich habe häufig meine Freizeit genutzt, um zu lernen, aber das war schon frech).
Gehalt/Benefits
In meinem Fall wurde mir mehrfach eine Gehaltserhöhung zugesichert, welche jedoch später wieder bei erneuten Nachfragen mit gehässigen Antworten wie "Ist Projekt XY schon fertig?!" abgeblockt wurden.
Die ersten Zusicherungen wurden schon gemacht, da war Projekt XY noch nicht einmal geplant!
Sozialleistungen gab es keine. Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld? Ist bei uns ein Gerücht.
Gehälter wurden in den letzten 14 Monaten 6 Mal deutlich zu spät gezahlt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Gibt es nicht viel zu sagen. Es wurde nie ein Wort über das Thema verloren.
Kollegenzusammenhalt
Das Team fängt viel ab und hilft sich gegenseitig. Es sind sogar Freundschaften daraus entstanden, die durch gemeinsames Leid noch gestärkt wurden.
Umgang mit älteren Kollegen
Wir hatten nicht unbedingt "ältere" Arbeitskollegen im Team, jedoch wurden Arbeitskollegen, die schon deutlich länger dabei waren, nicht unbedingt besser behandelt. Im Gegenteil. Mitarbeiter, die später dazugekommen sind, hatten z.B. höhere Gehälter als diejenigen, die schon deutlich länger dabei waren.
Vorgesetztenverhalten
Absolute Katastrophe! Der Chef war gut darin, jeden Mitarbeiter cholerisch anzuschreien, wenn man ihm keine Antwort gab, die er hören wollte. Lieber sollte man Lügen und sagen "jau, läuft alles super! Wird auf jeden Fall bis dahin fertig!", als zu sagen: "Sorry, aber ich befürchte dass die Zeit einfach nicht dafür ausreicht, wir benötigen etwas mehr Zeit".
War man ehrlich, wurde man angeschrien. Gab man eine "zu motivierende" Antwort, wurde einem noch mehr Druck gemacht.
Es gab niemanden, an den man sich hat wenden können, wenn man am Management etwas zu bemängeln hatte oder man Hilfe benötigte.
Direkte Vorgesetzte boten keinen Halt, kein Lob, keine Unterstützung. Die eigene Arbeit wurde, trotz mehrmaliger Bitte, nicht geprüft und korrigiert, was ein "Lernen aus Fehlern" nur schwerer machte.
Arbeitsbedingungen
Es war alles notwendige zum Arbeiten vorhanden... in den meisten Fällen.
Ab und an fehlten Lizenzen, die dringend zum Arbeiten notwendig waren, welche dann nach mehreren Tagen und mehrmaligen Nachfragen nachgereicht wurden.
Kommunikation
Laut und konfrontativ, häufig reaktiv statt vorausschauend. Wichtige Entscheidungen kommen kurzfristig und improvisiert.
Gleichberechtigung
Alle im Team wurden zum größten Teils gleich behandelt... und zwar schlecht.
Die ein oder andere Person wurde bevorzugt behandelt.
Management hat sich aus aller Schuld herausgenommen. Wenn etwas schief gelaufen ist lag es daran, dass das Team "nicht delivered hat"
Interessante Aufgaben
Bis auf die Tatsache, dass man immer nur an den gleichen Genre von Spielen arbeitete, gab es ab und an Abwechslung was die Aufgaben betrifft.
z.B. durfte ich als Programmierer nicht nur Gameplay-Features entwickeln, sondern durfte auch noch die Portierung auf andere Plattformen übernehmen, UI-Elemente aufbauen und mit Funktionalität versehen, Animationen einpflegen & korrigieren, Gamedesign übernehmen, Projekte auf unterschiedlichen Plattformen testen (Quality Assurance), Texturen anpassen und optimieren, sowie andere kleinere Aufgaben.
Klar war ich damit sowas wie ein Schweizer Taschenmesser, dass mehrere Funktionen bedienen konnte, allerdings zeugt das davon, dass die Mitarbeiter nicht immer korrekt eingesetzt wurden und an weiteren spezialisierten Mitarbeitern gespart wurde.