Tja... Manche sagen, Harzen wäre besser.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Äh... Am Arbeitegeber eigentlich nicht wirklich viel. Die Kollegen untereinander waren super und wir treffen uns auch heute noch. Aber die Firma selber hat eigentlich nicht wirklich viel Gutes für mich getan, außer etwas Gehalt zu zahlen - und das ist ja kein Bonus, sondern das Minimum.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Viel zu viel. Keine Benefits, kein Lob, kein Bonus, nur unmöglich zu erfüllende Erwartungen und Chaos.
Ich weiß, ich komme oft auf das Geschrei zurück, aber das war so unfassbar belastend, ich kann an nichts anderes denken, wenn ich den Namen der Firma sehe. Auf niemanden wurde gehört, egal ob wie viel Ahnung derjenige auf seinem Gebiet hat. Die Kommunikation war Mist. Ständig hatte ich Sorge, ich würde als nächstes so eine laute Standpauke abbekommen, weil ich eine Frage ehrlich, anstatt mit "ja, okay" beantwortet habe. Wenn man an den Punkt kommt, an dem man froh ist krank zu sein und im Urlaub nicht entspannen kann, weil man weiß, man muss dort wieder hin, dann ist es höchste Zeit zu kündigen. Das bisschen Geld ist mir der Stress nicht wert.
Verbesserungsvorschläge
Weniger schreien, mehr planen, Agile benutzen, nicht die ganzen guten Leute feuern, mehr Respekt für die, die hart arbeiten. Nicht ständig die Regeln ändern und neue erfinden. Auf diejenigen hören, die Argumente vorbringen und nicht auf die, die am lautesten schreien. Homeoffice erlauben ohne einen riesigen Aufstand darum zu machen. Und vielleicht nicht versuchen mit weniger als 30 Leuten innerhalb von einem Jahr einen AAA-Titel zu entwickeln.
Arbeitsatmosphäre
Wer mehrere Stunden lautes Geschrei am Tag mag, wird hier sicher glücklich. Wer einen normalen Arbeitsplatz möchte, wird sich schnell sehr belastet fühlen.
Kommunikation
"Wir brauchen A & B" Okay, mit welchem fange ich an? "Beide." ... Kommunikation von oben ist stets sehr laut und sehr lang. Meetings könnten kürzer und effektiver sein.
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegen untereinander sind genial, trotz aller Umstände (oder vielleicht genau deswegen?).
Work-Life-Balance
Wer dreist jeden Tag pünktlich kommt und geht kriegt das einfach in den Griff. Wer sich Mühe gibt, freiwillig Überstunden macht, oder sich gedrängt fühlt Dinge fertig zu kriegen, um Ärger zu entgehen, hat bald zu viel Work und zu wenig Life.
Vorgesetztenverhalten
Hahahaha. Nein. Absolut unterste Schublade - tatsächlich nicht mal die Schublade, unter den Schrank gerollt und verstaubt! Null Respekt, 100% Schreien. Wer lauter ist hat recht. Wer "nein" oder "aber" sagt wird gegangen. Egal, wie sinnvoll der Einwand gewesen wäre. Oder ob man danach gefragt wurde.
Interessante Aufgaben
Einige Ideen, Features und Konzepte sind durchaus interessant umzusetzen, aber in den drei Jahren, die ich dort war gab es nur ein einziges Genre, an dem gearbeitet wurde, über mehrere Titel. Wird also doch irgendwann langweilig. Es kam wegen Fehlkommunikation auch (sehr) häufig dazu, dass (sehr) langwierige Aufgaben mehrmals gemacht werden mussten (bis zu sieben mal!). War beim ersten Mal gut, wurde mit jedem weiteren Mal weniger toll.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung im Gehalt bezogen auf Geschlechter: Ja. Ich (w) und mein männlicher Kollege haben für die gleiche Position das gleiche Gehalt bekommen. Ansonsten hatte ich eher das Gefühl ein wenig bevorzugt zu werden, da ich persönlich wesentlich weniger "Unmut" abbekommen habe, als einige Kollegen.
Umgang mit älteren Kollegen
Untereinander hat das Alter der Kollegen kaum/gar keine Rolle gespielt. Beim Einstellen waren auch verschiedene Altersgruppen dabei. Aber von Respekt, Förderung oder Schätzung von langgedienten Mitarbeitern kann nicht die Rede sein. Ich habe als jemand, der "nur" drei Jahre da war, gefühlt mehr verdient als diejenigen, die lange vor mir kamen. Und an Wertschätzung hat es gegenüber allen Mitarbeitern sehr gemangelt.
Arbeitsbedingungen
Technik: Auf Anfrage wurde das System, mit dem ich gearbeitet habe, geupdated, ohne Anstand (ich hörte, bei anderen Kollegen wäre es nicht so einfach).
Räumlichkeiten: Immerhin leicht zu erreichen, nach anderthalb Jahren auch endlich einen Parkplatz bekommen (in Dortmund parken ist die Hölle), aber die Heizung und Fenster am Gebäude sind so schlecht verbaut, dass man die Heizung auf 5 drehen und sich daran die Finger verbrennen kann, aber einen halben Meter davon entfernt immer noch friert (das liegt, zugegebenermaßen, am Gebäude, nicht am Arbeitgeber).
Lärmpegel: Der von draußen? Kein Problem. Bauarbeiten? Macht nichts. Lärmpegel aus bestimmten Räumen während Meetings/Diskussionen? Da helfen keine Noise Cancelling Kopfhörer mehr.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Drei Sterne, weil schwer zu bewerten. Wir haben Müll getrennt und meines Wissens nach nichts getan, was der Umwelt aktiv schadet. Aber ein Fokus darauf oder irgendwelche Gespräche/Informationen darüber habe ich nie mitbekommen.
Gehalt/Benefits
Zwei Sterne, weil mein Gehalt pünktlich kam und ich tatsächlich Gehaltserhöhungen bekommen habe. Aus Gesprächen mit meinen Kollegen, habe ich aber das Gefühl, dass das Teil meiner als solche empfundenen "Vorzugsbehandlung" war. Scheinbar kamen Gehälter bei anderen immer seltener pünktlich, Erhöhungen gab es wohl noch weniger.
Aber für alle galt: Weihnachtsgeld? Nie gehört. Zusätzliche Sozialleistung? Huh? Bonusgeld? Wurde mal versprochen und nie umgesetzt. Tja.
Image
Hahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahaha.
(Die letzten Produkte haben eher negative Bewertungen bekommen und die ehemaligen und jetzigen Mitarbeiter reden alles andere als gut über die Firma.)
Karriere/Weiterbildung
Von Angeboten zur Weiterbildungen habe ich selbst nie gehört. Ich bin nach anderthalb Jahren mehr oder minder versehentlich in eine teilweise leitende Position gerutscht, weil mein ehemaliger Vorgesetzter gekündigt hat und ich zu dem Zeitpunkt die mit der meisten Erfahrung war (1.5 Jahre im ersten Job ist übrigens nicht genug, um irgendetwas zu leiten, nur so nebenbei). Ich sagte, ich wolle den Posten noch nicht, wegen fehlender Erfahrung. Aber als ich selbst gekündigt habe, fand ich alle wären überrascht als ich sagte, ich wäre nicht der Leiter besagter Abteilung gewesen. Hmm.