Traum USA - ernüchternde Realität bei Zapp
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Entsendung in die USA war fachlich und persönlich eine außergewöhnliche Erfahrung, für die ich dankbar bin. Ich habe fachlich enorm viel gelernt und viele engagierte Kollegen kennengelernt.
Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, kann in den USA sehr vielseitige Erfahrungen sammeln, weil man häufig über den eigentlichen Aufgabenbereich hinaus arbeitet. Diese Erfahrungen haben mich beruflich deutlich weitergebracht.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner Sicht werden Mitarbeiter bei einer USA-Entsendung in vielen entscheidenden Punkten im Dunkeln gelassen. Das Gehaltsangebot wirkt aus deutscher Sicht attraktiv, berücksichtigt aber die tatsächlichen Lebenshaltungskosten und Besonderheiten des amerikanischen Systems nur unzureichend. Themen wie Credit Score, Krankenversicherung oder finanzielle Risiken werden kaum erklärt.
Die Krankenversicherung funktioniert zwar grundsätzlich, erfordert aber häufig hohe Vorleistungen. Hier hätte ich mir deutlich mehr Unterstützung gewünscht.
Nach meiner Einschätzung hätte es für eine langfristige Perspektive geeignetere Visamodelle gegeben. Durch das gewählte Visum lebte ich ständig mit der Unsicherheit, dass die Entsendung jederzeit endet. Gleichzeitig hat man kaum Verhandlungsspielraum, da jederzeit die Möglichkeit besteht, einfach nach Deutschland zurückgeschickt zu werden.
Nach meiner persönlichen Erfahrung wurde meine im Ausland erworbene Erfahrung nach der Rückkehr kaum wertgeschätzt. Ich hatte vielmehr den Eindruck, anschließend gezielt aus dem Unternehmen gedrängt worden zu sein.
Das US-Werk wirkt im Vergleich zu den deutschen Standorten deutlich vernachlässigt. Viele Mitarbeiter müssen mehrere Funktionen gleichzeitig übernehmen, um den Betrieb überhaupt aufrechtzuerhalten. Hinzu kommen amerikanische Arbeitsmarktbedingungen wie Hire and Fire sowie ein aus meiner Sicht sehr ausgeprägtes Mikromanagement, das den Arbeitsalltag unnötig erschwert.
Ich würde jederzeit wieder in den USA arbeiten – aber nicht mehr mit diesem Arbeitgeber. Es gibt viele deutsche Unternehmen, die ihre Mitarbeiter besser auf eine Auslandsentsendung vorbereiten und langfristiger unterstützen.
Verbesserungsvorschläge
Bereitet Mitarbeiter, die in die USA entsendet werden, ehrlich und umfassend auf das Leben dort vor. Themen wie Credit Score, tatsächliche Lebenshaltungskosten, Krankenversicherung, Steuerrecht und langfristige Visaperspektiven sollten transparent erklärt werden, statt vorauszusetzen, dass sich Mitarbeiter alles selbst erarbeiten.
Bietet langfristige Perspektiven statt kurzfristiger Entsendungen ohne echte Planungssicherheit. Unterstützt Mitarbeiter auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland und nutzt deren Auslandserfahrung, anstatt sie als austauschbar zu behandeln.
Reduziert Mikromanagement und schafft mehr Vertrauen in qualifizierte Mitarbeiter. Außerdem sollte das US-Werk stärker unterstützt werden, anstatt von wenigen Mitarbeitern dauerhaft mehrere Rollen gleichzeitig übernehmen zu lassen.

