Ich würde gerne soviel besser bewerten, aber es geht nicht.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Flexibilität, wenigstens in meinem Bereich. Das D-Ticket wird übernommen, die Verkehrsanbindung ist erstaunlich gut. Ich mag die Aufgaben sehr, ich habe vielen coolen neuen Kram gelernt und meine Kollegen sind top.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Priorisierung, mangelndes Investment in Mitarbeiter, keine Kommunikation bzgl. Neueinführungen, bei Problemen werden einfach die falschen Leute gefragt statt auf die Menschen zuzusehen, die verantwortlich wären, bei neuen Ideen genau so, die Geldverschwendung scheint immens. Man hat immer den Eindruck, es könnte einiges soviel einfacher, effizienter und effektiver sein, wenn man die richtigen Leute mit etwas beauftragt und nicht Aufgaben einander zuschiebt, die nicht in den eigenen Aufgabenbereich fallen, weil man - wieso auch immer - nicht die Leute fragen will, die mit Prozessen oder Geräten arbeiten. Auf der untersten Stufe wird man als potentiell wertvolles Mitglied im Grunde gar nicht ernstgenommen, sondern völlig ignoriert, auch wenn man sich in seinem Aufgabengebiet am besten auskennt - man macht ja auch nur das. Man kann Hilfe immer wieder anbieten, es wird abgeschlagen und das macht mich ehrlicherweise traurig.
Ich möchte mich da gern ernstgenommen und wohl fühlen, aber zum aktuellen Stand mit den aktuellen Leuten und dem aktuellen Ablauf? Eher weniger.
Verbesserungsvorschläge
Es muss sich dringend etwas im Verhalten der Chefetage ändern. Es kann und darf nicht sein, dass bei Ideen und Vorschlägen zu neuen Projekten nicht die Leute gefragt werden, die die Prozesse durchführen. Neuheiten werden gekauft und verworfen. Man redet sich den Mund fusselig, wenn man sagt "Wir brauchen xy, das würde uns helfen" und dann entscheiden Menschen darüber, was uns helfen würde, die noch nie mit uns am Tisch gesessen, im Labor gestanden und darüber gesprochen haben. Und Überraschung - es hilft meistens nicht.
Es muss auch viel mehr in die Mitarbeiterzufriedenheit investiert werden. Das Gehalt ist absolut mickrig, es wird viel mit Budget argumentiert, aber man kann als Mitarbeiter nur hilflos zusehen, wie Budget links und rechts augenscheinlich "zum Fenster rausgeworfen" wird, wenn man sieht, was gekauft und dann verworfen wird (vor allen in Kombination mit oben - Projekte werden angefangen, Lizenzen gekauft, "ach, geht doch nicht", abgebrochen, Geld weg). Die Prioritäten sind einfach komplett verschoben.
Arbeitsatmosphäre
Man hat immer wieder das Gefühl, man wird eigentlich nur kontrolliert und nach Zahlen bewertet, wobei nicht gesehen wird, welche Aufgaben alle anfallen, die außerhalb der (nur wenig sinnvoll) angesetzten Kennzahlen existieren.
Work-Life-Balance
Ich schätze die flexiblen Arbeitszeiten sehr, glaube aber, dass das in anderen Abteilungen nicht annähernd so gut ist.
Kollegenzusammenhalt
Ich mag meine Kollegen super gern, mit denen steht und fällt der Job. Das ist der Grund, weshalb ich morgens noch gerne hingehe.
Kommunikation
Die Kommunikation nach unten ist einfach grausig.


