Absturz eines Marktführers
Gut am Arbeitgeber finde ich
IG Metall-Anbindung, Gehalt, Mitarbeiterrabatt, tolle Produkte und eine spannende Historie
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Teilweise völlig überbezahlte und in ihrer Rolle überforderte Führungskräfte, zu viel Gleichgültigkeit und Arroganz, wenig Empathie im Umgang mit den Mitarbeitern (besonders HR), Mikromanagement, sehr viel Druck von Werhahn und schlimme Fehlentscheidungen in den letzten Jahren (z.B. die überteuerte Kaffeemaschine, die zum Ladenhüter wurde). Hinzu kommt, dass gerade viele fähige und langjährige Mitarbeiter entlassen werden, weil sie entweder zu teuer geworden sind oder eine eigene Meinung geäußert haben. Dagegen kann das Unternehmen sich in Solingen aber noch 4 Vorstände und 3 Geschäftsführer leisten. Die eigentlichen Probleme dagegen kriegt man nicht gelöst (Sortiment, Lieferfähigkeit, Qualität, Preispolitik etc.). Oft schon haben wir uns gefragt, wie diese Firma so alt werden konnte. Sehr traurig.
Verbesserungsvorschläge
Rückt wieder näher an die Mitarbeiter. Schenkt Vertrauen, reduziert Mikromanagement. Kommuniziert ordentlich. Stellt vor allem vernünftige Führungskräfte ein, die ihrem Titel auch gerecht werden können. Und besonders die HR-Abteilung sollte ein bisschen nahbarer, sichtbarer und empathischer sein. Das war doch in den letzten Jahren alles sehr unterkühlt.
Arbeitsatmosphäre
In den letzten Jahren sehr angespannt. Seit Ende Corona eine Kündigungswelle nach der anderen. Das zerrt an den Nerven der Mitarbeiter. Ich kenne einige Mitarbeiter, die mittlerweile in psychischer Behandlung sind. Im Moment hat man das Gefühl, das Unternehmen soll aufs Minimum heruntergespart werden.
Image
Der Name zieht immer noch. Aber der gute Ruf wird leider gerade nach und nach zerstört.
Work-Life-Balance
Mit Gleitzeit und Homeoffice okay. Aber natürlich je nach Position unterschiedlich.
Karriere/Weiterbildung
Auf dem Papier ja, in der Realität teilweise nein. Es gibt das Werhahn Excellence Programm mit Weiterbildungsmöglichkeiten. In den letzten Jahren wurden aber nur noch die absolut notwendigen Weiterbildungen genehmigt.
Gehalt/Benefits
Ich denke, dass ist das, was die meisten Mitarbeiter bei Zwilling hält. Das Gehalt ist überdurchschnittlich gut. Ansonsten keine besonderen Benefits, da bieten einige andere Unternehmen dieser Größe mittlerweile mehr.
Kollegenzusammenhalt
Mehr oder weniger gut, je nach Abteilung. In der gegenwärtigen Situation ist sich aber meist jeder selbst der Nächste.
Umgang mit älteren Kollegen
Ab Ende 50 werden viele Mitarbeiter so langsam "hinaus gebeten"
Vorgesetztenverhalten
Das ist das größte Thema in diesem Unternehmen. Ich weiß nicht, mit welcher Motivation die meisten Führungskräfte hier morgens zur Arbeit kommen. Ich habe hauptsächlich folgende Erfahrungen gemacht: Mikromanagement in der Vorstandsetage, alkoholisierte Führungskräfte, frauenfeindliche Sprüche, Cherry-Picking, Hauptsache Bonus und dicker Firmenwagen, Kündigungen und Stellenstreichungen ohne Sinn und Verstand nur um FTE zu reduzieren und um kurze Zeit später wieder jemanden einzustellen...
Arbeitsbedingungen
Zum größten Teil alte Gebäude und alte Büros. Klappernde alte Holztüren, zugige Fenster. Keine Klimaanlagen. Im Sommer ist es unerträglich heiß. Dank Corona hat mittlerweile jeder ein Laptop, vorher undenkbar. IT holt eher schleppend auf.
Kommunikation
Nicht gut. Daran ändern auch so schöne Positionen wie "Internal Communication" nichts, da die entsprechenden Mitarbeiter praktisch nicht sichtbar sind.
Gleichberechtigung
Lange Jahre waren Frauen hier hauptsächlich hübsches Beiwerk und wurden unter anderem nach Aussehen eingestellt. Das ist Gott sei Dank vorbei.
Interessante Aufgaben
Kommt wohl auf die Position und den Vorgesetzten an. Ich hatte mehrfach um mehr Einbindung und andere Aufgaben gebeten, was leider nie erfolgt ist.


