Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Kollegenzusammenhalt, die tollen Arbeitskolleginnen und -kollegen, die interessanten Aufgaben, Projekte und Produkte um die Probleme der Kunden zu lösen. Es war mir immer Genugtuung, wenn wir ein Problem für einen Kunden gelöst haben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Den aktuellen Kulturwandel von einem eher liberalen Umfeld zu einem sehr stark eingeengten Umfeld. Vielleicht hat man es in den Jahren davor mit der Liberalisierung und bestimmten Expansionen übertrieben und meint nun dies korrigieren zu müssen. Vielleicht ist das aber nur Symptomkosmetik, wer weiß.
Verbesserungsvorschläge
Behandelt die Mitarbeiter wie mündige Erwachsene. Dann macht ihr schon viel richtig. Hört auf damit die Mitarbeitenden mit immer noch mehr Bürokratie (z.B. irgendwelche Listen z.B. um den Kaffee für den Termin mit Kunden oder Lieferanten zu bestellen) von ihrer eigentlichen Arbeit abzuhalten. Wenn es euch mit dem "Talent Powerhouse" ernst ist: Hört damit auf eure besten Leute wie Kinder erziehen zu wollen. Die wollen nur nicht demotiviert werden. Diese Leute wollen ihre Würde und Autonomie behalten. Setzt mehr auf Sog als auf Druck: Wenn der Schreibkalender (Masterplanner) wirklich so toll ist, werden sich die Erfolgswilligen automatisch anpassen, weil sie es ob des sichtbaren Erfolges wollen und nicht weil sie müssen. Ich würde es eher als Angebot in einem Werkzeugkoffer vermarkten, denn der Methodenbaukasten Masterplanner ist gut, lediglich ob das jemand im digitalen Raum oder im Schreibkalender umsetzen will, sollte demjenigen überlassen werden. Der positive Effekt des Schreibens von Hand verpufft vmtl. wenn der Mitarbeiter sich ständig darüber ärgert, dass er zum Führen des Schreibkalenders verpflichtet wurde.
Ich hätte noch eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen, die den Rahmen hier sprengen.
Passt auf euer Image auf, bringt Selbst- und Fremdbild in Einklang. Im kleinen Arbeitsmarkt um den Bodensee sprechen sich Dinge schnell herum, sowohl im Positiven, als auch im Negativen, egal was vollmundig an positivem Dauerfeuer auf sozialen Plattformen dargestellt wird.
Frage an HR: Wisst ihr, was eure Ex-Mitarbeiter über ALPLA denken und ob euch das Bild gefällt, die diese als Arbeitgeber-Markenbotschafter nach außen - im Positiven wie im Negativen - transportieren?
Arbeitsatmosphäre
Kam drauf an. Bis vor die aktuellen Veränderungen angekündigt war es eigentlich ganz gut. Als dann fortwährend immer mehr Einschränkungen gekommen sind (starke Einschränkung von Homeoffice auf max. 1 Tag/Woche und besonders schwerwiegend dass man nur mehr 5 ganze Tage Zeitausgleich pro Jahr nehmen darf und den Rest "ausgleiten" soll; verpflichtender Schreibkalender für Führungskräfte, der als "digital detox" verkauft wurde, in Wahrheit aber eine Infantilisierung darstellt) hat sich das Bild in Richtung schlechte Stimmung gedreht. Besonders dann nochmal eins draufgesetzt wurde mit der Ankündigung der zwangsweisen Änderung der Dienstverträge und dem, dass man 155 Stellen am Standort abbauen will. Wenn sich Mitarbeiter aufgrund dessen Sorgen um ihre Existenz machen bzw. dass ihre familiäre Logistik zusammenbricht, können sie dann noch kreativ sein und sich mit vollem Elan ihren Aufgaben widmen? Das ist ein Akt von Selbstsabotage. ALPLA war mal ein "great place to work", zuletzt war es das nicht mehr für mich.
Image
Das Image als kunststoffverarbeitender Betrieb, der Verpackungen herstellt hat sowieso einen schwierigen Stand. Mittlerweile haben die Veränderungen im Zeitraum 2025/2026 Auswirkungen auf das Image als Arbeitgeber. Überall wo man hinkam, wurde man gefragt, was bei ALPLA los sei, wenn man sich als ALPLA-Mitarbeiter offenbart hat. Auch in Gesprächen unter Ex-ALPLA-Mitarbeitern ist eine gewisse Verbitterung darüber wahrzunehmen und die Wirkung ist meines Erachtens nicht zum Besten fürs Unternehmen. Teilweise haben Leute aus anderen Unternehmen den Kopf geschüttelt, als man von der Pflicht zum handschriftlichen Kalender erzählt hat und wie knallhart dogmatisch das Trainingsteam die Methodik durchdrücken will. sind vmtl. eher negative Markenbotschafter am Arbeitsmarkt als dass sie ein positives Bild vom Unternehmen zeichnen.
Work-Life-Balance
Bis zu den aktuellen Veränderungen eigentlich gut. Mit max. 2 Tagen Homeoffice pro Woche hatte man eigentlich alles gut geregelt bekommen und auch mit der recht flexiblen Möglichkeit zum Zeitausgleich war es möglich an Tagen Zeitausgleich zu nehmen und dort Termine unterzubringen (Handwerker, Arzt, etc.). Es war ein Geben und Nehmen. Als die o.a. Einschränkungen kamen, darf man erwarten, dass vmtl. das Pendel in Richtung Dienst nach Vorschrift ausschlagen würde.
Karriere/Weiterbildung
Unter den gegenwärtigen Randbedingungen würde ich sagen, ist es vmtl. eher schwierig, die eigenen Karriere-Pläne umzusetzen. Die vielversprechenden Leute werden auf unverbindlichen Aussichten (irgendwann, vielleicht, aber zusagen können wir gar nichts) vertröstet. Aber natürlich wird alle 2 Jahre ein Talent-Review-Zyklus durchlaufen, wo man sich die Mitarbeitenden anschaut und die "High Potentials" raussuchen und entwickeln will. Sofern man ob der Arbeitslast im Tagesgeschäft überhaupt die Chance bekommt den Entwicklungsplan verfolgen zu können. Was definitiv demotiviert hatte war, dass zuletzt die Weiterbildungsmöglichkeiten bei der internen Akademie in einzelnen Bereichen radikal zusammengekürzt wurden. Wo sich in den letzten Jahren eine eher großzügigere Praxis bzgl. Schulungen durch die Akademie einstellte, wurde vmtl. aus Kostengründen radikal zurückgefahren.
Gehalt/Benefits
ALPLA zahlt aus meiner Sicht unter dem Industrieschnitt für Vorarlberg. In einzelnen Bereichen wahrscheinlich sogar deutlich darunter. Früher war dafür die Flexibilität so gelagert, dass man dafür beim Gehaltsthema ein Auge zudrücken konnte. Heute würde ich das nicht mehr unter den aktuellen Randbedingungen. Leider verkommt das Gehalt dann zu einer Art Schmerzengeld. Darüber bin ich traurig, weil ALPLA mal ein toller Arbeitgeber war.
Wenn ich einem Bewerber einen Rat geben müsste: Lass dir alles schriftlich geben. Lass dich nicht auf irgendwelche vagen Versprechen ein, die nicht niedergeschrieben sind.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man ist ambitioniert was das Thema Recycling betrifft, was die Aktivitäten von ALPLA beweisen sollen. Beim Sozialbewusstsein hat sich einiges verschlechtert, wie die oben erwähnten Kündigungen langjähriger Mitarbeiter für mich zeigen. Insbesondere einige Zwangsmaßnahmen wie z.B. die dogmatische Herangehensweise beim Schreibkalender zeugen für mich davon, dass es mit dem Respekt vor der Würde des Einzelnen und der Autonomie nicht weit her ist.
Kollegenzusammenhalt
Das ist sicher die stärkste Position. Der Kollegenzusammenhalt war bis auf wenige Ausnahmen immer hervorragend. Was ich kritisieren möchte ist, dass es einige wenige Führungskräfte gab, die ich als Konformisten brandmarken möchte, die nach oben kuschen und unten treten. Das gibt es überall und sollte nicht wundern. Nur man hüte sich vor solchen Leuten. Ich hatte das Glück keinen solchen direkten Vorgesetzten zu haben. Man darf in der Beziehung Mitarbeiter und Führungskraft in beiderlei Richtung ein gewisses Maß an Loyalität erwarten.
Umgang mit älteren Kollegen
Mal so mal so. Es gab Leute, die wurden mit 45 oder 50 Jahren Betriebszugehörigkeit in den Ruhestand verabschiedet und gebührend gefeiert. Es gab in den letzten Jahren auch Mißtöne: Dort ein Topmanager, der mit über 50 geschickt wurde, weil er wohl nicht konform genug war, da ein Abteilungsleiter, den man 2 Jahre vor der Pension wegen einer "Umstrukturierung" gekündigt hat und jetzt ein Haufen Leute mit teilweise über 25 Jahren Betriebszugehörigkeit gekündigt. Ich kann nur spekulieren: Vielleicht wollte man einen "Kassasturz" machen und die Rückstellungen für die Abfertigung Alt der betreffenden Leute aus der Bilanz loswerden. Fazit für mich: Loyalität zählt bei ALPLA nichts mehr. Jeder ist sich selbst der Nächste. Schau, dass du das Heft des Handelns in deinem Leben in der Hand hast.
Vorgesetztenverhalten
Es gab ganz unterschiedliche Führungkräfte: Solche die die Würde der Mitarbeitenden gewahrt haben und sie zur Selbständigkeit befähigt haben und auch fachlich hervorragend waren. Mit solchen Leuten zu arbeiten war mir immer sehr angenehm, weil ich etwas fürs Unternehmen erreichen wollte. Mir war es schon genug Ansporn, wenn man meine Motivation nicht zerstört hat. Vmtl. waren diese Führungskräfte in der Mehrzahl.
Es gab aber auch Konformisten unter den Führungskräften, die sich selbst im besten Lichte darstellen wollten um die eigene Position zu sichern. Deren "nach oben kuschen und nach unten treten" hat sich dann natürlich manchmal in den langen Gesichtern ihrer Untergebenen gespiegelt. Man soll sich keine Illusion machen: Es gab auch die Führungskräfte, die sich mit fremden Lorbeeren geschmückt haben.
Arbeitsbedingungen
Die Büros und IT-Ausstattung waren angemessen. In manchen Bereichen waren die Büros etwas altbacken, aber in Ordnung. Es gab auch moderne Bürobereiche und in den Werkshallen eigentlich aus meiner Sicht großteils gute Bedingungen (hell, belüftet, ...). Von 2-Leute bis Großraumbüros gab es alles zu finden. Aus meiner Sicht war lediglich die Anzahl der WCs für die Anzahl der Leute zu gering am Standort. Teilweise haben deswegen regelrecht "Wandertage" von einem Gebäude ins Andere stattgefunden. Der handschriftlichen Kalender und die damit verbundenen Schulungen sind dogmatisch in der Sicht auf die Methode und knallhart. Jedwede Abweichung von der reinen Lehre ist mit Sanktion bedroht, auch wenn es absurd ist, dass man schon bestraft werden kann, nur weil man die Uhrzeit von einem Termin nicht einrahmt. Methode (Mikromanagement) wird wichtiger als Ergebnis. Das ist eine Degradierung der Mitarbeitenden zum Unmündigen (Infantilisierung) und greift aus meiner Sicht die Würde und Autonomie der Menschen an, wenn man sie nicht wie mündige Erwachsene behandelt.
Kommunikation
Dürftig. Man hat stets nur das Nötigste kommuniziert und die Grauslichkeiten hat sowieso immer ein Art von Stellvertreter oder HR-Mensch kommunizieren müssen. Es hatte oft sowieso eher was von Kundmachungen. Wen wundert es, dass die HQ-Dialoge eher Monologe waren mit kurzer Fragerunde, wo sich nur wenige getraut haben was zu fragen. Dem ganzen die Krone aufgesetzt haben die großen Veränderungen der letzten Zeit (Änderungen bei den Verträgen, Kündigungsankündigungen, Einschränkung der Flexibilität). Die impliziten Botschaften, die bei mir ankamen sind mehrere: Pass dich an. Sei gefügig. Ihr seid alle austauschbar. Egal was du leistest, das zählt nicht mehr, wenn du nicht angepasst bist.
Eine Demotivierungs-Kaskade par excellence wurde aus meiner Sicht losgetreten. Exzellente Ergebnisse unter solchen Randbedingungen? Eher wenig wahrscheinlich würde ich urteilen, weil zu erwarten ist, dass sich die Mitarbeiter dann mehr mit sich selbst beschäftigen als mit der eigentlichen Arbeit bzw. geistig dafür nicht "frei" sind. Wenn die Veränderungen am Standort Hauptthema im Flurfunk sind und nicht die eigentliche Arbeit, sollte das alarmierend sein.
Gleichberechtigung
Kann ich nicht beurteilen. Ich habe keine Diskriminierung wahrgenommen, lediglich eine latente Ablehnung gegen Leute, die Minderleister sind und es sich bequem einzurichten versuchen. Wo ich eine starke Asymmetrie wahrgenommen habe ist, zwischen oben und unten. In letzter Zeit ist mir vorgekommen, dass man als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter zum bloßen Befehlsempfänger degradiert werden sollte und es am besten wäre nicht aufzubegehren oder Kritik zu üben. Wer brav mitjubelt und konform ist, wird es m.E. in Zukunft leichter haben.
Interessante Aufgaben
Ja, definitiv. Vielfältig und interessant waren sie. Nur oft leider zu viel und dass nun Leute abgebaut werden bzw. jene die freiwillig gehen anscheinend nicht nachbesetzt werden, erhöht den Druck auf die Verbliebenen.