Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut am Arbeitgeber finde ich vor allem die fachliche Vielfalt. Man bekommt Einblick in viele unterschiedliche Projekte, Branchen und Themen und kann dadurch in kurzer Zeit sehr viel lernen. Das fachliche Exposure ist definitiv ein Pluspunkt.
Positiv war auch das junge Umfeld mit vielen Kolleg in ähnlichen Lebens- und Karrierephasen. Dadurch war der persönliche Austausch abseits der Arbeit teilweise sehr angenehm.
Auch HR und der Bewerbungsprozess sind positiv hervorzuheben. Die Kommunikation vor dem Einstieg war professionell, freundlich und hat einen sehr guten Eindruck vermittelt.
Insgesamt bietet der Arbeitgeber fachlich interessante Möglichkeiten und grundsätzlich viel Potenzial.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht am Arbeitgeber finde ich vor allem die fehlende Führungskompetenz und mangelnde Verantwortungsübernahme auf Managementebene. Klare Kommunikation, Struktur und Verbindlichkeit haben im Arbeitsalltag häufig gefehlt.
Erwartungen, Deadlines und Zuständigkeiten wurden oft nicht ausreichend kommuniziert. Notwendige Informationen waren teilweise schwer auffindbar oder wurden nicht aktiv weitergegeben, wodurch unnötiger Mehraufwand entstanden ist.
Mitarbeitende wurden mit Problemen häufig allein gelassen. Unterstützung musste aktiv eingefordert werden, während Verantwortung bei Fehlern oft auf Ebene der Associates gesucht wurde. Gleichzeitig wurde Mehrarbeit als selbstverständlich angesehen, ohne dass ausreichend Wertschätzung oder Entlastung spürbar war.
Insgesamt war die Diskrepanz zwischen positivem Außenbild und tatsächlichem Arbeitsalltag für mich sehr deutlich.
Verbesserungsvorschläge
Der Arbeitgeber sollte stärker in Führungskompetenz, klare Kommunikation und strukturierte Arbeitsprozesse investieren. Viele Probleme entstehen weniger durch die fachliche Komplexität der Aufgaben, sondern durch unklare Zuständigkeiten, fehlende Planung und mangelnde Verantwortungsübernahme.
Erwartungen, Deadlines und Prioritäten sollten klarer und rechtzeitiger kommuniziert werden. Notwendige Informationen und Unterlagen sollten aktiv bereitgestellt und besser dokumentiert werden, damit langjährig betreute Mandate nicht jedes Jahr wieder wie Erstprüfungen wirken.
Auf Managementebene braucht es mehr Verbindlichkeit und Verantwortungsübernahme. Führungskräfte sollten Probleme nicht nach unten weitergeben, sondern aktiv lösen, Entscheidungen nachvollziehbar treffen und Mitarbeitende besser unterstützen.
Auch die Arbeitsbelastung sollte realistischer gesteuert werden. Mehrarbeit darf nicht dauerhaft als selbstverständlich angesehen werden, vor allem wenn sie durch schlechte Planung oder fehlende Kommunikation entsteht.
Fachlich bietet der Arbeitgeber viel Potenzial. Damit dieses Potenzial auch im Arbeitsalltag spürbar wird, müssten Führung, Organisation und interne Kommunikation jedoch deutlich verbessert werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war auf persönlicher Ebene teilweise angenehm, solange es nicht direkt um Arbeitsthemen ging. Im Arbeitsalltag selbst war die Stimmung jedoch häufig angespannt und von hohem Leistungsdruck geprägt. Eine negative Grundstimmung war spürbar; viele Mitarbeitende wirkten unzufrieden und konnten sich langfristig keine Zukunft im Unternehmen vorstellen.
Man wurde mit Aufgaben oft allein gelassen und musste sich notwendige Informationen aktiv einfordern. Unterstützung war selten selbstverständlich. Der Umgangston war zwar meist freundlich, jedoch fehlte es an echter Hilfsbereitschaft und Teamorientierung.
Besonders kritisch sehe ich die fehlende Verantwortungsübernahme im Management. Fehler oder Probleme wurden häufig auf unterer Ebene aufgefangen, auch wenn sie durch unklare Vorgaben oder Führungsentscheidungen entstanden sind. Mehrarbeit wurde als selbstverständlich angesehen, ohne dass entsprechende Wertschätzung spürbar war.
Positiv war das junge Umfeld mit grundsätzlich vielen gleichgesinnten Kolleg. Insgesamt wurde die Atmosphäre jedoch durch Leistungsdruck, mangelnde Unterstützung und fehlende Führungskompetenz stark belastet.
Image
Das Image nach außen ist sehr stark. Besonders der Bewerbungsprozess und die Kommunikation durch HR vermitteln vor Beginn einen professionellen, modernen und attraktiven Eindruck. Das HR-Team möchte ich hier positiv hervorheben, da die Kommunikation freundlich und überzeugend war.
Vor dem Einstieg entsteht dadurch eine hohe Erwartungshaltung. Viele neue Mitarbeitende waren motiviert und haben sich auf den Start gefreut. Umso ernüchternder war für mich der tatsächliche Eindruck nach Beginn. Bereits nach kurzer Zeit zeigte sich eine deutliche Diskrepanz zwischen Außenwirkung und Arbeitsalltag.
Aus meiner Sicht ist das externe Image deutlich besser als die tatsächliche Erfahrung intern. Der Arbeitgeber präsentiert sich sehr gut, im Alltag blieb davon jedoch zu wenig spürbar. Insgesamt wirkte vieles eher nach „mehr Schein als Sein“.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war insgesamt eher kritisch. Hoher Leistungsdruck, kurzfristige Anforderungen und unklare Kommunikation haben den Arbeitsalltag häufig belastet. Deadlines und Erwartungen wurden nicht immer rechtzeitig oder klar kommuniziert, wodurch unnötige Belastungsspitzen entstanden sind.
Mehrarbeit wurde oft als selbstverständlich angesehen. Wenn Informationen fehlten, Vorgaben unklar waren oder Entscheidungen spät getroffen wurden, musste dies häufig durch zusätzlichen Einsatz auf Mitarbeiterebene ausgeglichen werden. Dadurch entstand der Eindruck, dass organisatorische Schwächen durch die Belastbarkeit der Associates kompensiert wurden.
Besonders problematisch war die fehlende Planbarkeit. Der Arbeitsaufwand war nicht nur hoch, sondern oft schwer vorhersehbar. Insgesamt wurde die Work-Life-Balance durch Leistungsdruck, kurzfristige Themen und mangelnde Steuerung durch das Management deutlich beeinträchtigt.
Karriere/Weiterbildung
Die Karrierepfade sind grundsätzlich attraktiv und auf dem Papier klar nachvollziehbar. Es gibt viele fachliche Lernmöglichkeiten, unterschiedliche Projekte und grundsätzlich gute Chancen, sich weiterzuentwickeln.
Kritisch sehe ich jedoch, dass der Aufstieg aus meiner Sicht nicht rein leistungsorientiert erfolgt. Gerade ab höheren Positionen, insbesondere ab Manager-Level, spielen interne Politik, persönliche Netzwerke und Positionierung eine zunehmend große Rolle.
Dadurch entsteht der Eindruck, dass nicht immer ausschließlich Leistung, fachliche Stärke und Einsatz entscheidend sind. Teilweise wirkt es wichtiger, intern gut vernetzt zu sein und sich richtig zu positionieren.
Insgesamt sind die Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten grundsätzlich gut, die tatsächlichen Aufstiegschancen hängen aus meiner Sicht jedoch nicht nur von Leistung ab.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war grundsätzlich marktkonform, lag aus meiner Sicht jedoch eher im unteren bis mittleren Marktbereich. Im Vergleich zu kleineren oder mittelgroßen Kanzleien waren je nach Erfahrungsgrad teilweise spürbare Unterschiede erkennbar; vergleichbare Angebote lagen nach meiner Einschätzung etwa 10–15 % höher.
Auch Inhouse-Positionen im Accounting-, Finance- oder Controlling-Bereich können je nach Rolle und Erfahrung deutlich attraktiver vergütet sein, teilweise rund 20 % über dem Niveau.
Insgesamt war die Vergütung nicht unangemessen, aber angesichts der Arbeitsbelastung, Verantwortung und erwarteten Flexibilität kein besonderer Pluspunkt.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war gemischt. Auf persönlicher Ebene gab es durchaus angenehme Kontakte, vor allem durch das junge Umfeld und viele Kolleg in ähnlichen Lebens- und Karrierephasen. Abseits der Arbeit war der Austausch teilweise positiv.
Im Arbeitsalltag war der Zusammenhalt jedoch deutlich schwächer. Unterstützung war selten selbstverständlich und musste aktiv eingefordert werden. Wenn es um notwendige Informationen oder fachliche Rückfragen ging, wirkte die Zusammenarbeit oft zurückhaltend und teilweise von Konkurrenzdenken geprägt.
Es gab einzelne hilfsbereite Kolleg, insgesamt fehlte jedoch ein echtes Teamgefühl. Gerade in stressigen Phasen hätte es mehr Offenheit, Unterstützung und gemeinsames Verantwortungsgefühl gebraucht.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war aus meiner Sicht deutlich verbesserungswürdig. Klare Führung, Verbindlichkeit und Verantwortungsübernahme waren nur eingeschränkt erkennbar. Erwartungen, Deadlines und Prioritäten wurden häufig nicht ausreichend kommuniziert, wodurch unnötiger Druck und Unsicherheit auf Mitarbeiterebene entstanden sind.
Bei Problemen wurde die Verantwortung oft auf Ebene der Associates gesucht, anstatt auch Führungs- und Organisationsmängel kritisch zu hinterfragen. Wenn Informationen fehlten, Vorgaben unklar waren oder Entscheidungen zu spät getroffen wurden, mussten die Folgen meist von den Mitarbeitenden aufgefangen werden.
Unterstützung war im Arbeitsalltag nicht selbstverständlich. Rückfragen mussten häufig aktiv und wiederholt gestellt werden, um notwendige Informationen zu erhalten. Proaktiv angesprochene Themen wurden aus meiner Sicht nicht immer ernst genommen.
Insgesamt fehlten klare Führung, Unterstützung und Verantwortungsübernahme auf Managementebene.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt verbesserungswürdig. Fachlich gab es zwar viele interessante Projekte und Themen, die organisatorischen Rahmenbedingungen haben das Arbeiten jedoch häufig erschwert.
Aufgaben, Deadlines und Erwartungen wurden nicht immer klar kommuniziert. Notwendige Informationen waren teilweise schwer auffindbar oder wurden nicht aktiv weitergegeben, wodurch unnötiger Mehraufwand und Unsicherheit entstanden sind. Gerade bei langjährig betreuten Mandaten hätte man deutlich bessere Strukturen und Dokumentationen erwarten können.
Auch Unterstützung im Arbeitsalltag war nicht selbstverständlich. Bei Rückfragen musste man häufig mehrfach nachhaken, um die Informationen zu erhalten, die für die eigene Arbeit notwendig waren. Insgesamt fehlten aus meiner Sicht klare Prozesse, bessere Planung und eine verlässlichere Steuerung durch das Management.
Kommunikation
Die Kommunikation war häufig unklar, ausweichend und wenig verbindlich. Deadlines, Erwartungen und konkrete Aufgabenstellungen wurden oft nicht ausreichend vom Management kommuniziert. Statt klarer Vorgaben entstand häufig der Eindruck, dass Aufgaben nach dem Motto „einmal machen und dann schauen wir weiter“ verteilt wurden, obwohl für ein solches Vorgehen bei vielen Projekten kaum Zeit vorhanden war.
Notwendige Informationen waren teilweise schwer auffindbar oder wurden nicht aktiv weitergegeben. Dadurch haben sich selbst langjährig betreute Mandate teilweise wie Erstprüfungen angefühlt, was unnötigen Mehraufwand und Unsicherheit verursacht hat.
Zwar gab es interne Abstimmungen und Jour fixes, daraus folgten jedoch nicht immer klare Entscheidungen oder konkrete Maßnahmen. Proaktiv angesprochene Themen wurden aus meiner Sicht nicht immer ernst genommen. Bei Problemen wurde die Verantwortung häufig auf Ebene der Associates gesucht, anstatt auch Führungs- und Organisationsmängel kritisch zu hinterfragen.
Insgesamt fehlten klare Kommunikation, nachvollziehbare Entscheidungen und Verantwortungsübernahme auf Managementebene.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren einer der klar positiven Punkte. Durch viele unterschiedliche Projekte, Branchen und fachliche Themen konnte man in kurzer Zeit sehr viel sehen und lernen. Das fachliche Exposure war stark, da man mit verschiedensten Mandaten, Fragestellungen und Arbeitsbereichen in Berührung gekommen ist.
Die Arbeit war dadurch abwechslungsreich und selten eintönig. Besonders positiv war die Möglichkeit, verschiedene Unternehmen, Prozesse und Themen kennenzulernen und sich fachlich breit weiterzuentwickeln. Inhaltlich waren die Aufgaben daher interessant und boten grundsätzlich viel Lernpotenzial.