Nicht wiederzuerkennen - Angst vor Jobverlust geht um
Gut am Arbeitgeber finde ich
Jedes Jahr eine kleine Gehaltsanpassung. Leider leicht unterhalb der Inflation.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kosten scheinen aus dem Ruder zu laufen. Sonst könnte manch sich die Verlagerung von über 100 Stellen nach Polen nicht erklären.
Verbesserungsvorschläge
Geht ehrlicher mit uns um. Redet die Situation nicht schön. Schafft wieder eine Kultur des Vertrauens. Stoppt den Abbau von Stellen. Betriebsrat auch in Karlsruhe zulassen. Sprecht ehrlich aus, dass KI auch bei uns signifikant zum Abbau von Jobs führen soll oder, was noch besser wäre, schafft Jobgarantien, damit wir alle wieder ruhig schlafen können und bereit sind die Extrameile nicht aus Angst zu gehen.
Arbeitsatmosphäre
Hat leider noch einmal spürbar nachgelassen im letzten Jahr. Spätestens mit dem Start des Mitarbeiterabbauprogramms in der IT ist die Stimmung angespannt. Sorge um den Arbeitsplatz geht um. Was in der IT begann wird nun in anderen Bereichen fortgesetzt. Bereich für Bereich werden selektierten Mitarbeitenden Angebote unterbreitet. In der IT wird und wurde ein Teil der frei gewordenen Stellen durch polnische Kollegen besetzt. Was man so hört werden Nearshore-Optionen bereits auch für anderen Jobprofile außerhalb der IT evaluiert. KI dient nicht der Effizienz, sondern der Kostenersparnis durch Stellenabbau. Ein externes Beratungshaus hat sich bereits alle Bereiche abseits der IT auf KI-Potentiale angeschaut, um auch dort Kostenstrukturen zu optimieren.
Kommunikation
Die Unternehmensführung traut sich nicht schwierige Informationen selbst zu kommunizieren. Den unteren Führungsebenen wurde es überlassen z.B. die Kommunikation über das Mitarbeitendenabbauprogramm zu übernehmen. Seit Jahren konsequentes Mikromanagement, wenig Vertrauen, regelmäßige Anforderungsänderungen durch das Top-Management auf dem Rücken der betroffenen Mitarbeitenden. Viele Kollegen mit psychischen Problemen durch den Druck.
Kollegenzusammenhalt
In den Teams weitestgehend noch gut. Auch Dank vieler guter Team- und Abteilungsleiter. Zumindest dort, wo sich diese nicht für höhere Aufgaben durch Ausnutzen ihrer Mitarbeitenden hervortun. Die Kollegen, die den Laden zusammenhalten und am Laufen halten sind meist die unauffälligen. Was, wenn die genug haben und gehen? Erste Eigenkündigungen soll es gerüchteweise schon geben. Wenn wirklich mehrere Keyplayer gehen und vielleicht sogar noch weitere gute Leute mitnehmen, dann siehts düster aus.
Work-Life-Balance
Kommt auf das Umfeld an. Alle Jobs im Kampagnenumfeld sind von oben durch starkes Mikromanagement geprägt und durch den Abbau von Mitarbeitenden bei uns in der IT stark unter Druck. Im Grunde managen zwei Bereichsleiter die Kampagnen ohne auf die Leistungsfähigkeit ihrer Orgas Rücksicht zu nehmen. Das Kampagnenmanagement ist nur ein Durchlaufposten ohne fachlich tiefe Expertise. Auch hier soll KI ersetzen. Im Laufe des Jahres soll von Englisch first auf Englisch only umgestellt werden. Ein notwendiger Change, auf den die angrenzenden Bereiche leider nicht gut genug vorbereitet sind.
Vorgesetztenverhalten
Team- und Abteilungsleiter meist ok. Aber stark abhängig vom Aufgabengebiet.. Die Führungsräfte sind sichtlich am Limit. Mussten wohl Einiges durchmachen während des Abbauprogrammes. Geben sich größte Mühe die Motivation hochzuhalten. Wertschätzung höherer Führungsebenenen nicht glaubhaft. Nur Mittel zum Zweck. Die strukturierte Verlagerung von Stellen ins Ausland wird nicht ehrlich verkauft.
Interessante Aufgaben
Die gibt es durchaus. Leider machen Mikromanagement und die Angst der Bereichsleiter vor Fehlern in der eigenen Orga der Motiviation einen Strich durch die Rechnung. Alles wird kontrolliert.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt wenige, da viele sich nicht vorstellen können hier alt zu werden.
Arbeitsbedingungen
Leider nur 2 Tage Home Office pro Woche. Viele fragen sich wie lange noch. Arbeitsplätze in Karlsruhe im Büro sehr modern. Jedoch Desk Sharing. Keiner möchte das, es wird trotzdem verlangt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Viele kleine Maßnahmen. Da wo es dem Unternehmen passt. Mehr Home Office würde viel mehr bewirken, ist aber nicht gewünscht. Es fehlt an Vertrauen - die Mitarbeitenden sollen nah bei der Führungskraft sitzen. Warum dann aber so viele Kollegen in Warschau?
Gehalt/Benefits
Gehalt sehr solide. Guter Durchschnitt. Top-Arbeitgeber bieten mehr Leistungen. Ein Teil der Kollegen hat variable Gehaltsanteile für Ziele, die sie nicht selbst beinflussen können. Nicht als Gehaltsbonus, sondern als Bestandteil ihres normalen Gehalts. Leider eine einsetige Anweisung durch den neuen Vorstand trotz jahrelanger abweichende vereinbarter Praxis.
Image
Kollegen reden offen untereinander über Kündigungen und geben sich Tipps wo es in der aktuell schwierigen Wirtschaftslage noch Jobchancen gibt. Kultureller Wandel zum Nachteil der Firma. Im laufenden Kulturentwicklungsprogramm sind meist nur Kollegen, die sich verkaufen wollen - nicht die wahren Säulen der Unternehmenskultur. Die echte Stimmung wird durch diese nicht nach oben getragen. Größte Neuerung: Meetings starten jetzt immer 5 nach.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen sind eher rar. Der Seniortitel ist in manchen Bereichen sehr leicht zu erreichen, während die Kollegen, deren Führungskräfte sich an die Regeln halten, das nachsehen haben. Es ist schon frustrierend, wenn man sieht, wie wenig der Senior teilweise wert geworden ist. Da ging es scheinbar nach Jahren und nicht nach Skills.

