Effiziente Zusammenarbeit im Team, schwierige Unternehmenskultur
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Trotz solider und profitabler Geschäftszahlen in den Jahren 2025 sowie im ersten Quartal 2026 wurde der Umgang mit Personalmaßnahmen von vielen Mitarbeitenden als wenig sozial orientiert wahrgenommen. Gleichzeitig entstand durch die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland zusätzliche Verunsicherung innerhalb der Belegschaft.
Verbesserungsvorschläge
Es gibt keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle wie beispielsweise Aktienprogramme. Gleichzeitig wurde die positive Entwicklung des Aktienkurses in internen Ansprachen hervorgehoben, ohne dass Mitarbeitende unmittelbar daran partizipieren konnten.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb des Teams war die Zusammenarbeit sehr positiv. In vielen Berufsjahren habe ich selten ein derart gut eingespieltes, professionelles und effizient arbeitendes Team erlebt.
Darüber hinaus war das Arbeitsumfeld jedoch stark durch eine hierarchische Konzernstruktur geprägt. Entscheidungen wurden überwiegend top-down getroffen. Dabei entstand teilweise der Eindruck, dass operative Rückmeldungen oder Sinnhaftigkeit oder die praktische Umsetzbarkeit nicht immer ausreichend berücksichtigt wurden.
Kommunikation
Bestimmte strategische Themen, Kampagnen und Unternehmenszahlen wurden offen kommuniziert. Die Darstellung interner Kampagnen wirkte dabei teilweise sehr stark management- und prozessorientiert, inklusive zahlreicher Anglizismen und interner Abkürzungen.
Schwierige oder sensible Themen wurden aus meiner Sicht hingegen nur eingeschränkt adressiert. Durch die ausgeprägte Hierarchie entstand insgesamt wenig Raum für bereichsübergreifenden Austausch auf Augenhöhe. Kommunikation verlief häufig eher einseitig von oben nach unten.
Es fanden zwar anonyme Mitarbeiterbefragungen statt, jedoch war für mich nicht immer nachvollziehbar, wie mit kritischen Ergebnissen umgegangen wurde.
Zusätzliche Unsicherheit entstand durch organisatorische Veränderungen und den Ausbau anderer Standorte im Ausland. Viele Mitarbeitende empfanden die Kommunikation hierzu als "zurückhaltend", was sich spürbar auf die Stimmung und das Sicherheitsgefühl im Arbeitsalltag auswirkte.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb des Teams war der Zusammenhalt sehr gut. Über Jahre entwickelte sich eine vertrauensvolle und produktive Zusammenarbeit trotz unterschiedlicher Charaktere und Arbeitsweisen.
Teamübergreifend war die Zusammenarbeit hingegen teilweise stark prozess- und ticketorientiert. Selbst kleinere Anliegen mussten häufig formalisiert eingereicht werden. Je nach zuständigem Bereich oder Ansprechpartner konnte dies zu unnötigem Aufwand oder Verzögerungen führen.
Work-Life-Balance
Es gab keine klassische Zeiterfassung. Dadurch entstanden teilweise flexible Gestaltungsmöglichkeiten im Arbeitsalltag, die von Mitarbeitenden unterschiedlich genutzt wurden.
Homeoffice-Regelungen wurden im Vergleich zu früheren Jahren restriktiver. Für einige Mitarbeitende war die vorhandene Flexibilität nicht ausreichend, was vereinzelt auch zu Unzufriedenheit oder Wechseln führte.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der direkten Führungskräfte war überwiegend korrekt und professionell - jedoch auch teilweise unpersönlich. Gleichzeitig wirkten viele Entscheidungen stark durch die Konzernhierarchie vorgegeben.
Die Teamleitungen verfügten aus meiner Sicht nur über begrenzte Gestaltungsspielräume und agierten häufig als Vermittler zwischen operativer Ebene und Management. Fachliche Kompetenz war meist vorhanden, während moderne Führungs- und ...Entwicklungskultur "unterschiedlich ausgeprägt" waren ;-)
Interessante Aufgaben
Die technischen Aufgaben waren grundsätzlich interessant. Gleichzeitig war der Anteil organisatorischer und administrativer Tätigkeiten vergleichsweise hoch, sodass sich Technik und Prozessaufwand etwa die Waage hielten.
Gleichberechtigung
Im operativen Arbeitsalltag habe ich die Zusammenarbeit als grundsätzlich gleichberechtigt wahrgenommen.
Umgang mit älteren Kollegen
Im täglichen Miteinander unter Kollegen war der Umgang respektvoll und professionell.
Im Rahmen organisatorischer Veränderungen entstand jedoch teilweise der Eindruck, dass insbesondere langjährige oder gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeitende von Umstrukturierungen betroffen waren. Die Kommunikation hierzu wirkte aus Sicht vieler Mitarbeitender wenig transparent, was zusätzlich Verunsicherung erzeugte.
Arbeitsbedingungen
Die Büroumgebung entsprach einem modernen Großraumbüro mit Shared-Desk-Konzept. Dadurch entstand teilweise eine erhöhte Geräuschkulisse und weniger Rückzugsmöglichkeit für konzentriertes Arbeiten.
Die technische Ausstattung entsprach dagegen dem aktuellen Stand und war insgesamt gut
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Thema Umweltbewusstsein waren Bemühungen und Initiativen erkennbar.
Im sozialen Bereich wurde die Wahrnehmung innerhalb der Belegschaft zuletzt kritischer, insbesondere im Zusammenhang mit Stellenabbau und Standortverlagerungen trotz wirtschaftlich solider Unternehmenszahlen. Dies führte bei einigen Mitarbeitenden zu Zweifeln an der langfristigen Arbeitsplatzsicherheit und an der sozialen Verantwortung des Unternehmens.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war insgesamt durchschnittlich. Zusätzliche finanzielle Anpassungen wurden jedoch durchgängig nicht im erwarteten Umfang umgesetzt.
Die angebotenen Sozialleistungen waren insgesamt solide.
Image
Die Stimmung innerhalb der Belegschaft wirkte zuletzt angespannt und von Unsicherheit geprägt. Viele Mitarbeitende hinterfragten die langfristige Stabilität ihrer Position.
Trotzdem blieb die Leistungsbereitschaft im operativen Bereich hoch und viele Kolleginnen und Kollegen identifizierten sich weiterhin stark mit ihrer Arbeit.
Die wirtschaftlichen Kennzahlen standen aus Mitarbeitersicht teilweise im Kontrast zu den parallel stattfindenden Personalmaßnahmen. Insbesondere die fehlende Transparenz bei Veränderungen führte zu zusätzlicher Verunsicherung. Auch stand die "Duz"-Kultur in Kontrast zu diesen Vorgängen.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich bestanden interne Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen auf fachlichen oder organisatorischen Aufstieg.
Weiterbildungsangebote waren überwiegend über digitale Lernplattformen verfügbar. Umfangreichere Schulungen, externe Weiterbildungen, Zertifizierungen oder Konferenzbesuche wurden aus meiner Sicht jedoch nicht gewährt. Weiterbildung musste zusätzlich zum regulären Projektgeschäft organisiert werden.

