Firma der Durchschnittlichkeit, die stetig abgebaut hat
Verbesserungsvorschläge
- ECHTE BENEFITS wie: eine echte vollwertige betriebliche Altersvorsorge; Aktienbeteiligungsprogramme für Mitarbeitende; Überstundenkonto,
- Leistungsorientierte individuelle Bezahlung und Spot Bonus, die nicht nur auf KV-Stunden basieren
- Keine abstrakten EBITDA-Ziele für einen kleinen Bonustopf, der dann gießkannenartig an alle ausgeschüttet werden
- Jahresziele als echtes Bewertungsinstrument für Mitarbeitende nutzen
Arbeitsatmosphäre
Hat in den letzten Jahren deutlich nachgelassen. Ja, die New Joiner sind noch voller Tatendrang (wie man hier auch in vielen Bewertungen ließt). Aber die Bestandsmitarbeitenden sind meist deutlich nüchterner, da seit knapp 3 Jahren in fast jedem Meeting gesagt wird, dass die Profitabilität der Konzerns nicht stimmt. In manchen Töchterunternehmen war die Stimmung zeitweise wohl auf dem Tiefpunkt.
Gleichzeitig sind die Gehälter seit knapp 4 Jahren fast nur noch marginal bzw. meist gar nicht gestiegen. Viele Kollegen mit denen ich gestartet habe, sind mittlerweile gegangen, die die noch da sind, und was auf dem Kasten haben, überlegen ebenfalls oder suchen schon.
Gerade erst wurde ein Sparprogramm verkündet und eine BL wird restrukturiert.
Kommunikation
Der Dreh und Angelpunkt der Kommunikation sind die Zahlen. Es geht seit Jahren nur noch um die Themen "Profitabilität" und "Marge". Das sind die wichtigsten Themen, die das Management und die Leitung kommunizieren. Alle weiteren Themen sind nur Schmuck am Nachthemd.
Kollegenzusammenhalt
Sehr unterschiedlich. Es gibt auf jeden Fall "Klübchen", die das eigene Vorankommen in der Organisation scheinbar positiv beeinflussen bzw. beschleunigen können.
Kollegen auf den Projekten sitzen meist sehr weit verstreut in ganz Deutschland, daher bleibt die Kollegialiät meist platonisch, da man außer der Regeltermine keinerlei Berührungspunkte hat. Den Projektleitungen ist das Thema Teambuilding aus meiner Erfahrung komplett egal. Hauptsache man macht seinen Job.
Work-Life-Balance
Sehr unterschiedlich. Wenn man nicht gestafft ist, nur teilweise ausgelastet, Dienst nach Vorschrift macht oder sich drückt, dann kann die WLB hier sehr gut sein.
Die meisten sehr fähigen und versierten Kollegen versinken dagegen in Arbeit. Wer bei adesso einen guten Job macht, wird mit noch mehr Arbeit belohnt.
Vorgesetztenverhalten
Durchweg einwandfrei und freundlich. Jedoch ist das nur die eine Seite der Medaille. Jetzt wo die Profitabilität dauerhaft ein Problem ist, merkt man deutlich, dass die Führungskräfte den eigenen Boni / Erfolgszielen näher stehen als so manchen ihrer Mitarbeitenden.
Da werden Kollegen trotz vollkommener Fachfremde auf Projekte gebracht, zum Leid der Kollegen, die dies dann im Projekt ausbaden müssen. Oder vollkommen überqualifizierte Kollegen werden auf super Langweilige Projekte gesetzt - den FKs ist die Skill-Entwicklung der MA in diesen Fällen wirklich komplett egal. Es geht darum die eigenen Bonusziele zu erreichen und dass die Mitarbeiter Stunden buchen können.
Typisch auch für die Beratung, dass FKs prinzipiell immer erst auf Ihr eigenen Team schauen, bevor Sie anderen FKs unter die Arme greifen indem z.B. besser geeignete Kandidaten aus dem anderen Teams gestafft werden, statt die eigenen. Das führt dazu das nicht die besten Leute auf dem Projekt landen, sondern die Kontakte der eigenen FK entscheiden, bei welchen Projekten man realistische Chancen hat. Insgesamt liegt der strukturelle Fehler bei den FKs schon in der Inzentivierung.
Interessante Aufgaben
Sehr unterschiedlich. Man muss sich gerade in den Branchen-Business Lines auf jedes Thema einlassen, vollkommen egal, ob das Thema interessant ist oder nicht, meist gibt es nicht viel Auswahl.
Da sind auch mittel bis langfristige Aufgaben bei Kunden dabei, wo andere schon von "Bodyleasing" sprechen würden.
Möchte man dann mal ein neues Thema, dann darf man sich, wenn man Pecht hat, vollkommen alleine durchschlagen und durchfragen, wodurch die Arbeitsbelastung natürlich steigt.
Gleichberechtigung
Gegeben.
Umgang mit älteren Kollegen
Gibt es.
Arbeitsbedingungen
Die Atmosphäre in der Geschäftsstelle ist insgesamt gut. Die offenen Büroflächen sind für die vielen Telefonate jedoch ungeeignet. Es ist oft zu laut um konzentriert arbeiten zu können.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Vorhanden.
Gehalt/Benefits
Seit Jahren wir extrem beim Gehalt gegeizt. Gehaltserhöhungen im Bereich von nicht mal 5% sind nur mit Beförderung möglich. Alle Kommentare hierzu stimmen: Steigt man nicht hoch ein, dann schaut man hier schon nach 1-2 Jahren in die Röhre. Gerade mit der starken Inflation sind die eh schon marktunterdurchschnittlichen Gehälter im realen Leben weniger auskömmlich geworden. Legendär der Satz eines ehemaligen CFOs in einer Präsentation, dass man die Löhne während Inflation nicht erhöhe, weil man diese bei einer Deflation ja auch nicht verringere.
Es gibt für alle Neueinsteiger nur noch variable Vergütungsmodelle, die absolut undurchsichtig sind. Die Gehaltsmodelle gehen komplett an dem vorbei, was sich die Stammbelegschaft wünscht. Mit den variablen Vergütungen wird jedoch versucht auf Kosten der Belegschaft die Profitabilität zu erhöhen. Das ist hochgradig unfair, weil die Mitarbeitenden gar keinen Einfluss auf z.B. Tagessätze haben, die die oberen Etagen bei den Kunden durchsetzen.
Alles was in den variablen Verträgen zählt, ist dass der Mitarbeiter Beratertage auf den Kunden bucht. Das führt zu Überarbeitung, wenn man noch interne Aufgaben übernehmen muss.
Image
Nun öfter schon den Spruch gehört dass die Firma nicht für Qualität stehe. Kann ich natürlich nicht bewerten, da ich keine Kunde bin.
Generell fragwürdig finde ich dass man sich innerhalb der letzten drei Jahre als ersten tollen Expansionsmarkt Saudi-Arabien ausgesucht hat (vollkommen konträr zu den eigenen Unternehmenswerten) und dann nun auch noch den Rüstungsmarkt erschließen will. adesso hat sich jahrelang damit gerühmt insbesondere letzteres nicht zu tun - aber was interessiert schon das Geschwätz von gestern?
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung gibt es, obwohl der Schulungskatalog mit der neuen Lernplattform DEUTLICH gekürzt wurde und insbesondere Vor-Ort-Schulungen gestrichen wurden. Fraglich ist, ob sich dieser zusätzliche Stress auch auszahlt.
Karriere kann man hier mittlerweile vergessen. Das Unternehmen und alle Hierarchiestufen sind extrem gesättigt.
Zudem sind die Beförderungskriterien anders als in anderen Beratungen total intransparent. Es gibt keine festen Beförderungszyklen, die eigenen Jahresziele stehen damit in keinerlei Zusammenhang. Die Kriterien ab denen man befördert wird, werden je nach Führungskraft scheinbar willkürlich ausgelegt bzw. gibt es keinerlei Kriterien an denen sich der Mitarbeitende eindeutig orientieren könnte. Was hier zählt ist mMn nicht die Leistung sondern dass Leute die hier nach oben wollen ordentlich "Sitzfleisch" mitbringen. Das erklärt dann auch die ein oder andere FK.
Man kriegt auch mal mit dass Kollegen ohne Gehaltsanpassung befördert wurden. Seltsame Vorgänge.


