Stark projektabhängig – das Geschäftsmodell bestimmt den Alltag
Gut am Arbeitgeber finde ich
In guten Projekten kann die Arbeitsatmosphäre angenehm sein. Der Kollegenzusammenhalt ist oft gut.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Gehaltsniveau empfinde ich als zu niedrig. Es fühlt sich manchmal so an, als ginge es primär um Auslastung und verrechenbare Stunden, weniger um individuelle Entwicklung. Neue Vergütungsmodelle können dazu führen, dass Mitarbeiter bei geringer Auslastung weniger verdienen. Es wird weniger belohnt, wie gut man seine Arbeit macht, sondern eher, wie viele Stunden man abrechnen kann.
Verbesserungsvorschläge
Wettbewerbsfähigere Gehälter anbieten. Effizienz in Projekten steigern, anstatt stark auf externe Kräfte zu setzen. Nicht jedes Projekt um jeden Preis annehmen. In die Weiterentwicklung der Mitarbeiter investieren, auch während der Arbeitszeit. Bonus-Modelle für Führungskräfte stärker an interne KPIs wie Mitarbeiterzufriedenheit und Effizienz koppeln, nicht nur an Umsatz.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre hängt stark vom jeweiligen Projekt ab. In manchen Projekten arbeitet man mit einem tollen Team und angemessener Auslastung, in anderen ist es deutlich schwieriger. Ein Projektwechsel ist nicht einfach, da man erst wechseln kann, wenn ein anderes Projekt verfügbar ist – ohne Projekt zu sein, wird vermieden. Auch zwischen den Standorten gibt es Unterschiede: In manchen Büros bemüht sich das Backoffice-Team sehr um eine angenehme Atmosphäre, in anderen weniger.
Kommunikation
Es wird viel in digitale Kommunikationskanäle investiert. Wichtige strategische Entscheidungen werden jedoch oft nur auf Führungsebene besprochen. Als Mitarbeiter erfährt man häufig erst von Entscheidungen, wenn sie bereits getroffen wurden.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Kolleginnen und Kollegen herrscht meiner Erfahrung nach ein guter Zusammenhalt. Auf höheren Führungsebenen habe ich jedoch den Eindruck, dass andere Prioritäten im Vordergrund stehen.
Work-Life-Balance
Hängt stark vom Projekt ab. Bei internen Projekten kann der Druck hoch sein, alles schnell und kostengünstig zu erledigen. Bei Kundenprojekten variiert es je nach Kunde. Die üblichen 30 Urlaubstage sind gegeben.
Vorgesetztenverhalten
Mein Eindruck ist, dass sich das Verhalten in den letzten Jahren verändert hat. Der Wachstumsdruck scheint nach unten weitergegeben zu werden. Auf Projektleitungsebene steht oft das Erreichen der Projektziele im Vordergrund, was zu erhöhtem Druck auf die Teams führen kann.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben sind möglich, aber alles, was außerhalb der kundenverrechenbaren Stunden liegt, wird weniger gefördert. Wer sich weiterentwickeln möchte, muss dies oft in der eigenen Zeit tun.
Gleichberechtigung
Ich habe den Eindruck, dass es bei den Gehältern Unterschiede gibt, aber das ist schwer zu beurteilen. Was auffällt: Wer mit einem niedrigeren Gehalt einsteigt, hat es schwer, später aufzuholen. Gehaltserhöhungen scheinen seit längerer Zeit selten zu sein.
Arbeitsbedingungen
Großraumbüros, die je nach Belegung laut sein können. Die technische Ausstattung ist in der Regel in Ordnung und ermöglicht effizientes Arbeiten.
Gehalt/Benefits
Aus meiner Sicht einer der schwächsten Punkte. Die Gehälter empfinde ich als unterdurchschnittlich. Gehaltserhöhungen sind schwer zu bekommen. Seit Offshoring-Maßnahmen verstärkt wurden, scheint der Druck auf die Gehälter noch größer geworden zu sein. Wer mehr verdienen möchte, muss oft den Arbeitgeber wechseln – das haben einige Kollegen auch getan.
Image
Das Unternehmen präsentiert sich als attraktiver Arbeitgeber. Mein persönlicher Eindruck ist jedoch, dass in den letzten Jahren an verschiedenen Stellen gespart wird, auch bei Mitarbeiter-Events.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt eine Lernplattform und Weiterbildungsmöglichkeiten. Allerdings müssen diese oft außerhalb der Projektzeit absolviert werden. Ab einem gewissen Level wird es schwierig, weiter aufzusteigen, außer man strebt eine Führungsposition an – aber auch dort sind die Möglichkeiten begrenzt. Was man lernt, hängt stark vom Projekt ab, in dem man eingesetzt wird.


