Man muss zusehen wo man bleibt, aber es ist alles möglich
Gut am Arbeitgeber finde ich
Unternehmenskultur mit sinnvollen mobile work und vor-Ort-Regelungen und super Kolleg:innen. Vorstand und Aufsichtsrat sind sich immerhin offen einiger eigener Fehler bewusst und versuchen gegenzusteuern. Man findet immer ein offenes Ohr und muss sich nicht vor negativen Folgen fürchten wenn man offen Missstände anspricht.
Man wird nicht verheizt und hat im Gegensatz zu anderen Unternehmen in der Branche eine Möglichkeit alles unter einen Hut zu bringen, bzw. auch eigene Nebentätigkeiten offen auszuüben.
Interne Tools sind inzwischen echt State of the art und werden von adesso oft komplett selbst entwickelt und passen daher sehr gut zu internen Prozessen. SAP gehört jetzt nicht unbedingt dazu, aber das ist ja auch SAP ;-)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es ist schwer zu vermitteln, dass wir immer mehr Leute einstellen, Überschüsse erwirtschaften und teilweise in einigen Bereichen sehr gut da stehen, aber nicht in der Lage sind für alle Projekte zu finden. Es wird offen ein zu großer Management-Apparat unterhalten, mit Verweis auf die Notwendigkeit wenn mehr Aufträge und noch mehr Mitarbeitende kommen. Gleichzeitig gibt es seit drei Jahren keine oder nur schwache und dann anlassbezogene Gehaltserhöhungen.
Viele langjährige Mitarbeitende passen ihren Einsatz gerade bei nicht kundenverrechenbaren, internen Projekten und Initiativen entsprechend nach unten an. Leistungsträger:innen sind sichtbar, aber die monetäre Wertschätzung lässt bei der aktuellen Inflationslage zu wünschen übrig und es ist keine Besserung in Sicht. Auch wenn offen gesagt wird, es sei an der Zeit die Gehälter mal wieder nach oben anzupassen.
Unternehmensinterne Richtlinien und Initiativen zum gemeinsamen Miteinander gelten scheinbar ab einer bestimmten Hierarchieebene für einige Personen nicht mehr, werden aber umgekehrt immer wieder eingefordert. Man merkt nicht unbedingt, dass hier gegengesteuert wird.
Verbesserungsvorschläge
Besinnt euch mehr auf die ursprünglichen adesso Werte und scheut euch nicht davor die schlechten Erbsen rigeros auszusortieren. Die vergiften den Laden sehr im Moment.
Arbeitsatmosphäre
in meinem Team durchgehend gut, das liegt aber auch daran, dass wir uns alle teilweise seit mehreren Jahren kennen und gut zusammen passen.
Man kommt aber auch mal in andere Kontexte (Angebotsunterstützungen) da fragt man sich wer mit solchen Leuten arbeiten möchte oder wer die einstellt. Ist eben ein großes Unternehmen.
Image
Es wird merklich schlechter. Zu viele neue und schlechte Führungskräfte und zu viele Mitarbeitende die denken sie bekommen hier einen all-inklusiv Urlaub mit Dienstwagen und dickem Gehalt.
Work-Life-Balance
Bin seit 4 Jahren in Teilzeit, habe dadurch auch keine Probleme in Projekten und bin sehr zufrieden. Ich wohne sehr nah an meiner Geschäftsstelle und bin durch die tollen Kolleg:innen auch gerne mal vor Ort. Genieße aber auch die Flexibilität von mobilem Arbeiten und Gleitzeit. Selbst bei meinen Projekteinsätzen waren spontane Umplanungen wegen Familie oder Urlauben mit genügend Kommunikation nie ein Problem.
Karriere/Weiterbildung
Wer will kann alles hier werden.
Gehalt/Benefits
Gehalt ist ok, wird aber langsam mit den wirklich drastisch steigenden Lebenshaltungskosten weniger komfortabel. Leider wird in den vergangenen drei Jahren häufig eine Kollektivstrafe bei den Verhandlungen verhängt, wenn es in der Gruppe oder dem eigenen Bereich nicht gut läuft. Dann gibt es als Zeichen der Anerkennung 1000€/ Jahr mehr. Danke für den (nicht ganz) Ausgleich der GKV Erhöhung. Da hab ich leider einfach wenig von und ziehe meine Konsequenzen. Ich steuere mit Schulungsleitung oder sonstigen sidequests für die Gehaltsaufbesserung gegen. Individueller Einsatz lohnt sich nur mit den entsprechenden selbstausbeuterischen Gehaltsmodellen richtig.
Wer schnell, viel Geld verdienen möchte ist hier falsch.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Könnte besser sein, war aber auch mal wesentlich schlechter.
Familien werden gut unterstützt.
Kollegenzusammenhalt
Ich höre oft viel Gutes auch aus anderen Bereichen. Wenn das viel gelobte Kundengeschäft mal nicht läuft dann wird häufig gemeinsam für einzelne oder mehrere gesucht, auch Business Line übergreifend. Gibt natürlich auch andere Geschichten. Ich würde allen empfehlen sich intern umzuorientieren wenn letzteres der Fall ist. Alles möglich und in den Bereichen wo es gut läuft findet man mit den richtigen Leuten immer Anschluss und Lösungen.
Umgang mit älteren Kollegen
Bin selbst im Unternehmensdurchschnitt was das Alter angeht. Ich kenne keine Fälle von offensichtlicher Altersdiskriminierung, außer dass ich schon ein paar wirklich tolle Kollegen in die Rente verabschiedet habe.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe bisher drei Vorgesetzte gehabt, alles in allem sehr gut, manchmal haben sie einfach leider zu wenig Zeit für ihre Führungsaufgaben, dann muss man etwas selbstständiger gestalten und seine Themen stärker bei ihnen in den Fokus rücken. Alles in allem aber nie Probleme mit direkten Vorgesetzten gehabt.
Andere Managementebenen kann man sich allerdings teilweise wirklich sparen, wenn man im mittleren Management weniger Projektarbeit verlangen würde. Da werden nur noch Exceltabellen aktualisiert und Reports aus den Business Lines ausgewertet. Mit Führung und Gestaltung hat das leider nichts mehr zu tun. Dazu kommt entweder bei manchen ein Gottkomplex oder eine Verantwortungsallergie raus, bei der man sich fragt wie derjenige in die Position kam. Sind zum Glück Ausnahmen, aber für mich wiegen diese Ausnahmen an den Stellen an denen sie im Unternehmen sitzen umso schwerer.
Arbeitsbedingungen
Im Gegensatz zu 2019 sehr viel besser. Auch in älteren Geschäftsstellen wurde stark verbessert. Sehr einheitlich inzwischen was die technische Ausstattung angeht. Es gibt genügend Auswahl für persönliche Peripherie. Ich mag aber persönlich auch offene Arbeitsflächen. Für fokus work gibt’s Homeoffice und fürs Büro noise cancelling headsets.
Kommunikation
In meinem Team sehr gut, adessoweit wird häufiger versucht eine moderne Kommunikation zu beleben. Hängt immer von den Leuten ab, die da kommunizieren. Ich kann mich nicht beschweren, viele Mitarbeitende legen aber auch wenig Eigeninitiative an den Tag und erwarten, dass ihnen persönlich alles mitgeteilt wird wenn sie es gerade brauchen.
Man bekommt die Infos die man braucht und wenn man mehr Infos möchte, kann man einfach fragen. Jeden, also wirklich jeden.
Gleichberechtigung
Als weißer cis het Mann kann ich nur von meinen Erfahrungen berichten. Ich sehe und höre nicht, dass Kolleginnen, Ältere adessi, Transmenschen oder andere Minderheiten aktiv benachteiligt werden. Es mag bei der Unternehmensgröße auch komplett andere Geschichten geben. Ich arbeite mit allen Menschen bei uns gerne und offen zusammen.
Bei Führungskräften würde ich sagen es gibt Verbesserungsbedarf, kann aber nur vom Hörensagen sprechen da ich in diese Politikspielchen nicht involviert bin.
Interessante Aufgaben
Muss man sich suchen, sonst wird man eben dahin gestafft wo jemand das Profil auswählt. Auch hier gilt, weniger meckern mehr machen. Wenn ich als Mitarbeitender erwarte, das mir die geilsten Projekte zufliegen, weil ich ja schließlich auf der Erde wandle und bei adesso arbeite dann bin ich das Problem, nicht adesso. Insgesamt aber eben immer verlängerte Werkbank oder Umsetzung von Großprojekten mit mehr oder weniger fähigen Kunden. Ich hab schon schlimmeres gesehen, aber es gibt definitiv interessanteres. Ich finds ok.

