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AEMtec 
GmbH
Bewertung

Mehrfachbewertung

technisch interessant, führungstechnisch nicht weiterzuempfehlen - persönlicher Erfahrungsbericht

1,9
Nicht empfohlen
Mehrfachbewertung
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Forschung / Entwicklung bei AEMtec GmbH in Berlin gearbeitet und diesen Arbeitgeber mehrfach bewertet. (Mitarbeiter:innen dürfen ihren Arbeitgeber einmal im Jahr bewerten.)

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die netten Kollegen:innen, interessante Aufgaben

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Nicht kritik- und konfliktfähig
Arbeitnehmerrechte/Arbeitgeberpflichten finden keine zuverlässige praktische Anwendung
Probleme können nicht offen angesprochen werden
ego-/machtorientierte Führung (statt sachorientiert)
alles wird emotionalisiert, Kommunikation auf der Sachebene funktioniert gut auf operativer Ebene, auf Führungs- oder Managementebene hingegen nur mit sehr wenigen
Desinteresse an den Mitarbeitenden oder deren Wohlergehen
keine systematische Förderung/Weiterbildung
Das Anlernen funktioniert an vielen Stellen nicht gut, interne Regelungen zur Mitarbeiterqualifikation werden tlw. ignoriert, ungeschultes Personal trotzdem an die Anlagen gestellt (muss halt schnell gehen, ordentlich ist nicht so wichtig)
keine vorausschauende Personalplanung, gemeldete Durchlaufzeiten wurden monatelang ignoriert
Intransparenz bei Löhnen und Gehältern (die Kriterien sind nicht transparent oder messbar, sondern ein Freifahrtschein für Führung ihre Macht zu gebrauchen und "unliebsames" Personal zu ignorieren)
permanente Verantwortungsverschiebung
abwertenden und tlw. rechtlich problematische Kommunikation durch Führungskräfte
Führungskräfte sind häufig kein Vorbild, weder in der Kommunikation noch in ihrer Arbeitseinstellung (wie die, will ich nicht werden)

Verbesserungsvorschläge

Sind hinreichend dokumentiert (MA Umfragen, Kununu- Beiträge, Protokolle aus Mitarbeitergesprächen, Beschwerden, Kündigungsschreiben). Der AG müsste sich ehrlich machen und Verbesserungen wirklich wollen statt die Verantwortung immer wieder abzuschieben. Einfach mal das EGO über Board werfen, die Ärmel hochkrempeln und es angehen. Es könnte echt toll sein bei AEMtec. Ich wünschte wirklich ich könnte positiver berichten.
Aber der AG will nicht. Sonst wären es ja nicht seit Jahren dieselben Themen.

Arbeitsatmosphäre

Der Umgang mit den Mitarbeitenden durch die Führungsebene und andere wichtige Funktionsträger (z.B. HR) war aus meiner Sicht sehr häufig nicht transparent, nicht fair, nicht objektiv, nicht sachorientiert, wenig empathisch, oft sehr unachtsam, manchmal herabwürdigend, nicht motivierend und auch nicht förderlich.
Kritik oder Probleme konnten nicht offen angesprochen werden ohne dass man befürchten muss ignoriert oder selbst zum Problem erklärt zu werden. Statt konstruktiver und sachlicher Klärung entstand häufig der Eindruck von Ignoranz, Gleichgültigkeit, Abwehr, Verantwortungsverschiebung, Emotionalisierung, Personalisierung und Schutz der Führungsebene.
Besonders irritierend war für mich der Umgang mit arbeitsrechtlichen und betriebsverfassungsrechtlichen Themen. Hinweise auf Arbeitnehmerrechte wurden nicht zuverlässig professionell behandelt. HR, Betriebsrat und Geschäftsführung wirkten in Konfliktsituationen weder klar abgestimmt, noch souverän noch überhaupt handlungsfähig. Mir wurde z.B. durch eine Mitarbeiterin aus HR eine Abmahnung in Aussicht gestellt, als ich meine Absicht erklärte mich über meine Führungskräfte beschweren zu wollen.

Kommunikation

Die Führungs- und Unternehmenskultur habe ich oft als einschüchternd, machtorientiert und massiv problematisch wahrgenommen. Mit Problemen wird man i.d.R. alleine gelassen. Weder HR noch BR bieten Mitarbeiterschutz. Behauptungen werden einfach zu Tatsachen. Ohne Überprüfung. Ohne Belege.
Die Kommunikation findet hauptsächlich auf der Beziehungsebene oder auch gar nicht statt. Ich musste Informationen für meine direkten Aufgaben sehr oft hinterherlaufen, durfte gerne 10 mal nachfragen. Funktionsträger erkennen ihre Verantwortung nicht zuverlässig und ignorieren sie gerne solange, bis es irgendwo kracht. Dann wird ein Sündenbock gesucht, in der Hierarchie nach unten getreten, das eigentliche Thema wird nicht besprochen (vorher nicht und hinterher auch nicht)
In Meetings, insbesondere in größeren Runden, wird oft durcheinander geredet, oft erscheinen einige unvorbereitet und hören nicht richtig zu, sondern tuscheln mit dem Sitznachbarn.
Kunden werden durch die Fertigung geführt, als handelte es sich um eine Ausstellung. Die GF‘s ziehen sich hübsch an, Essen wird bestellt aber den Besuch in den Besucherkalender einzutragen und den eigenen Leuten Bescheid zu sagen, ist zu viel.

Kollegenzusammenhalt

Es gibt einige sehr nette und hilfsbereite Menschen- die meisten davon leider ohne Führungsverantwortung. Viele gute Leute sind aber auch schon gegangen, weil einiges auf Dauer nicht zumutbar ist. Ein ehemaliger MA schrieb mal: „AEMtec bricht früher oder später jeden“.

Work-Life-Balance

In der Fertigung wird in drei Schichten (Früh/Nacht/Spät) gearbeitet. Ich hätte mir vorstellen können, statt wöchentlich den Rhythmus anzupassen, vierteljährlich zu wechseln. Gegenüber individuellen Schichtmodellen zeigte sich der AG in den letzten Jahren auch etwas aufgeschlossener.
In anderen Bereichen gibt es Gleitzeit, Kernarbeitszeit und die Möglichkeit auf HO. Gelebt wird es nicht für alle gleich, das hängt von der Beziehung zur Führungskraft ab.
Urlaub wird i.d.R. problemlos, auch kurzfristig, genehmigt.
Auf die Arbeitszeiten wird nicht geachtet. Hinweise auf zu knappe Zeitplanungen, zu hohen Workload und zu wenig Personal wurden monatelang ignoriert. Als ich mal wagte eine Arbeitsaufgabe abzulehnen mit der Begründung, dass ich aktuell keine Zeit habe, sogar schon am WE arbeite, weil ich es sonst nicht schaffe (+Aufzählung der ganzen Aufgaben), wurde mir schriftlich per Mail von meinen Führungskräften vorgehalten, dass ich nicht konstruktiv mitarbeiten würde und das es mir zu kompliziert sei.

Vorgesetztenverhalten

Führungskräfte bescheinigten mir schriftlich, dass sie eine Beschwerde als unkollegial, respektlos und wenig wertschätzend werten würden. Eine Beschwerde ist arbeitsrechtlich weder respektlos noch unkollegial noch wenig wertschätzend sondern ein völlig legitimes Mittel um Arbeitnehmerinteressen zu schützen und Mitarbeiterschutz zu gewährleisten. Echter Mitarbeiterschutz existiert bei AEMtec jedoch nicht. Keiner weis damit umzugehen. HR nicht. BR nicht. GF auch nicht.
Auf operativer Ebene wird mit der Lupe nach Fehlern gesucht und willkürlich irgendwas sanktioniert, die Führung selbst, die Kommunikation, die Organisation und die Strukturen werden hingegen nur sehr schleppend bis gar nicht hinterfragt oder reflektiert und somit auch nicht verbessert. Entscheidungen, Vorgehen und Kommunikation von Führungskräften empfand ich als willkürlich, egogesteuert, sachfremd, teilweise rechtlich problematisch und schikanierend. Negative Bewertungen wurden außerplanmäßig und einseitig als Sanktion eingesetzt ohne transparente Begründung oder Möglichkeit zur Stellungnahme. Eigene Perspektiven wurden unterbunden. Sowohl im Gespräch als auch in der Dokumentation.

Interessante Aufgaben

Von eintönig bis super komplex und spannend ist alles dabei. Mit sehr viel Engagement und etwas Glück kann man hier wirklich tolle Sachen machen. Es braucht jedoch einiges an Eigeninitiative und manchmal auch eine sehr hohe Frustrationstoleranz bzw. Geduld bis man an die interessanten Aufgaben kommt. Systematische Förderung und breite Streuung von Informationen gibt es nicht.
Ich hatte mal eine Führungskraft die mir den Zugang zu komplexeren Aufgaben regelrecht verbauen wollte. Ohne sachliche/belastbare Begründung. Alle ihre Freunde haben mitgemacht und mich schlecht geredet. S.o. Behauptungen werden zu Tatsachen. Meldungen bei BR und Leitung verliefen im Sande.

Die Arbeitslast ist oft nicht gut verteilt, was m.M.n. vor allem durch Unachtsamkeit und Desinteresse in der Führung verstärkt wird. Die Volatilität der Auftragseingänge ließe sich mit vorausschauender Personalplanung und konzentrierter Mitarbeit der zuständigen Funktionsträger in der internen Abarbeitung sicher deutlich glätten, was für den einen oder anderen Mitarbeiter vermutlich eine Entlastung wäre (Überstunden) und einem anderen einen Mehrwert im Sinne von Wissenserweiterung bringen könnte.

Gleichberechtigung

Ich habe viele Ungerechtigkeiten wahrgenommen. Bei der Entlohnung, bei der Kommunikation, bei dem Umgang mit den Mitarbeitenden, beim Zugang zu Software, Zugang zu Messmitteln. Es hängt ausschließlich von der Beziehungsebene ab ob man Gehör für Anliegen bekommt, ob man halbwegs fair behandelt wird oder nicht. Es scheint mehrheitlich die Auffassung zu bestehen, dass die Führungsebene ihre Aufgaben nur im Rahmen eines persönlichen Gefallens zu erledigen braucht. Dass Führung Verantwortung bedeutet, ist nicht verstanden. Das Führungskräfte eigentlich Vorbilder sein sollten, auch nicht.
Wer gerade nicht beliebt bei der Führung ist, erfährt man schnell. Beim Rauchen oder im Buschfunk. Besonders über BR Mitglieder wurde sehr negativ kommuniziert. Einige haben auch schnell gekündigt. Der BR musste letztes Jahr außerplanmäßig neu gewählt werden weil keine Nachrücker mehr auf der Liste standen.
Frauen wurden überwiegend schlechter entlohnt.
Wenn Frauen etwas sagen, hat das nicht dasselbe Gewicht wie wenn ein männlicher Kollege genau dasselbe sagt.
Es gibt nur sehr wenige weibliche Führungskräfte.

Umgang mit älteren Kollegen

Hier ist mir kaum etwas negatives aufgefallen.

Arbeitsbedingungen

In der Fertigung und in manchen Büros kann es schon echt laut sein
alles klimatisiert
Software wird nicht nach Bedarf freigegeben sondern nach Nase. 2,5 Jahre musste ich drum bitten eine Software auf meinen Rechner zu bekommen die ich fast täglich für meine Arbeit brauchte. Ein anderer Kollege, der sie nicht so oft brauchte wie ich (andere Abteilung), erhielt sie sofort.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Viele Plastikverpackungen
Ich fand es toll, dass letztlich doch eine Fahrradgarage gebaut wurde. So konnte man mit dem Rad anreisen ohne Sorge, dass es im Laufe des Tages geklaut wird.

Gehalt/Benefits

Für die Produktionsmitarbeiter gibt es Lohngruppen und Leistungszulagen. Die Zuordnung wirkt oft willkürlich und die Kriterien sind stark veraltet und nicht auf alle Bereiche/Tätigkeitsprofile anwendbar.
Für die Angestellten gibt es nach wie vor keine Lohnstrukturen obwohl das schon für 2025 umgesetzt hätte werden sollen.
In der Produktion wird Urlaubs- und Weihnachtsgeld gewährt (ohne zusätzliche Leistung).
Die Angestellten hingegen erhalten einen Bonus (50% davon) sofern sie zuvor festgelegte Ziele erreichen und die anderen 50%, wenn die Unternehmensziele erreicht werden.
Die Gesamthöhe des Jahresbonus wird nicht nach erkennbaren Kriterien festgelegt und kann sehr unterschiedlich ausfallen (Verhandlungssache). Es gibt keine Richtlinie darüber, wie viele Ziele erreicht und Arbeitsstunden aufgewendet werden müssen um den Bonus zu bekommen. Es kann also sein, dass ein MA 2 Ziele mit je 50 h erfüllen muss während ein anderer 4 Ziele mit je nur 5h leisten muss (zusätzliche Leistung). Einer bekommt den Bonus geschenkt, ein anderer muss ihn sich hart verdienen. Transparenz und Fairness würde für mich anders aussehen (prozentuale Höhe, Workload verglbr., Urlaubs/Weihnachtsgeld für alle)

Image

Fragt man die GF ist alles super. Fragt man die Mitarbeiter sieht es ganz anders aus. Wie zwei parallele Welten die nebeneinander existieren aber nichts miteinander zu tun haben.
Unrealistische Planungen und planloses Vorgehen wichtiger Funktionsträger belasten die Arbeitsatmosphäre stark. Wer Wert auf einen professionellen Umgang legt sollte genau hinschauen und sich keine Illusionen machen, dass sich etwas ändert.
Die HR Kommentare bei älteren Kununu Beiträgen sind nur leere Worte. Vor 6 Jahren habe ich hier den AG schon mal bewertet und die kritischen Punkte sind die selben. Mitarbeiteranliegen/Kritik/Mitarbeiterzufriedenheit werden nicht ernst genommen. Mitarbeiter dürfen sich nicht kritisch äußern ohne Probleme zu bekommen. Der AG will auch nicht mehr erfahren. Die Führungsebene kreist (bis auf wenige Ausnahmen) nur um sich selbst und um das eigene EGO. Ein Arbeitgeber, der mit Verantwortung in vielen Bereichen nicht souverän umgehen kann und seine Fürsorgepflicht nicht verstehen will (Überstunden, Gesundheitsschutz, Gesprächsführung, Führungsverantwortung, Arbeitnehmerrechte -> Beschwerden zu bearbeiten ist Pflicht, BEM anzubieten ebenfalls ((wurde beides versäumt)).

Karriere/Weiterbildung

Als ich Bildungsurlaub für mein Studium beantragte, sagte der Geschäftsführer nein, denn AEMtec hätte kein Interesse daran, dass ich studiere und wenn hier jeder Bildungsurlaub in Anspruch nehmen würde, würde die Firma pleitegehen. Sowas machen wir hier nicht. Weil ich trotzdem in die Uni ging (der AG hatte nicht schriftlich abgelehnt), war ich jahrelang unten durch bei dem Geschäftsführer. Ich wurde nicht gegrüßt, weil ich mich nicht an „sein Gesetz“ sondern an gültiges Recht gehalten habe. Ich wollte mich weiterbilden. Unterstützung fand ich keine, stattdessen wurde in meiner Abwesenheit schlecht über mich geredet und ich erhielt jahrelang keine Lohnerhöhung oder faire Eingruppierung. Ich habe mich zum Thema Karriere/Weiterbildung vom AG weder gefördert noch unterstützt gefühlt, ganz im Gegenteil. Zeitweise wurden mir Steine in den Weg gelegt. Es gab allerdings einzelne Kollegen die mir mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten geholfen haben trotzdem verschiedene Rollen/Verantwortungsbereiche einzunehmen und mich weiter zu entwickeln. Diesen Kollegen danke ich sehr <3

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.