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agap2 
- 
Deutschland
Bewertung

Hoher Leistungsdruck, politische Spielchen und kaum Wertschätzung

1,3
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 bei agap2 in Frankfurt am Main gearbeitet.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre habe ich über weite Strecken als angespannt und wenig vertrauensvoll erlebt. Offenheit wird zwar kommuniziert, in der Praxis hatte ich jedoch den Eindruck, dass kritische Rückmeldungen oder abweichende Meinungen nicht wirklich erwünscht sind. Entscheidungen wirken häufig bereits vorab festgelegt, Diskussionen erscheinen eher formal.

Die interne Fluktuation ist auffällig hoch. Viele engagierte und empathische Mitarbeitende verlassen das Unternehmen nach relativ kurzer Zeit. Für mich war das kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Probleme.

Kommunikation

Informationen werden nicht immer transparent oder konsistent weitergegeben, was Unsicherheit und Gerüchte begünstigt. Kommunikation erfolgt teilweise selektiv – je nach Nähe zur Führungsebene. Dadurch entstehen aus meiner Sicht Informationsgefälle innerhalb des Teams.

Konstruktive Konfliktlösung oder moderierte Klärung bei Spannungen habe ich nicht erlebt. Stattdessen bleiben Themen unausgesprochen oder werden auf indirektem Weg ausgetragen. Das führt langfristig zu Misstrauen und einer vorsichtigen, teils defensiven Kommunikationskultur.

Wertschätzende, empathische Kommunikation habe ich im Führungsalltag nur eingeschränkt wahrgenommen.

Kollegenzusammenhalt

Innerhalb einzelner, enger Gruppen habe ich durchaus starken Zusammenhalt erlebt. Insbesondere zwischen Mitarbeitenden, die ähnliche Belastungen teilen, entsteht eine gewisse Verbundenheit. Dieser Zusammenhalt wirkt jedoch eher wie ein gegenseitiges „Durchhalten“ in einem anspruchsvollen Umfeld als Ausdruck einer insgesamt gesunden Teamkultur.

Teamübergreifend habe ich weniger echten Zusammenhalt wahrgenommen. Statt eines offenen Miteinanders bestehen eher kleinere, geschlossene Gruppen. Wer nicht Teil dieser informellen Kreise ist, hat es deutlich schwerer, Anschluss zu finden.

Mein Eindruck war, dass Solidarität häufig aus gemeinsam erlebtem Druck entsteht – weniger aus einer strukturell geförderten, wertschätzenden Teamkultur.

Work-Life-Balance

Eine echte Work-Life-Balance existierte aus meiner Sicht nicht. Überstunden sind strukturell eingeplant und werden stillschweigend vorausgesetzt. Wer seine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit einhält, muss mit negativer Wahrnehmung rechnen. Die Erwartungshaltung ist klar: Mehrarbeit gilt als Normalzustand, nicht als Ausnahme.

Vorgesetztenverhalten

Transparente Kriterien für Beförderungen, Gehaltserhöhungen oder Projektverteilungen waren für mich nicht erkennbar. Stattdessen hatte ich den Eindruck, dass persönliche Nähe zur Führungsebene eine entscheidende Rolle spielt. Es gibt klar erkennbare „Lieblinge“, die stark gefördert werden, während andere trotz Leistung kaum Beachtung finden. Objektive Leistungsbewertung war für mich nicht nachvollziehbar.

Kritische Stimmen oder abweichende Meinungen werden meiner Wahrnehmung nach eher als Störung empfunden. Eine offene Feedbackkultur konnte ich nicht feststellen.

Bei Firmenveranstaltungen habe ich wiederholt sehr vertrautes, für ein Hierarchieverhältnis ungewöhnliches Verhalten zwischen der Führungsebene und unterstellten Mitarbeitenden wahrgenommen. Für mich wirkte das im beruflichen Kontext unangemessen und grenzüberschreitend.

Nach meinem Eindruck war dieses Verhalten im Unternehmen bekannt, ohne dass eine erkennbare Einordnung oder klare Abgrenzung durch die übergeordnete Führungsebene erfolgte. Das hat bei mir Zweifel an Professionalität und Vorbildfunktion entstehen lassen.

Interessante Aufgaben

Es werden regelmäßig Entwicklungsmöglichkeiten in Aussicht gestellt. Konkrete Maßnahmen oder strukturelle Veränderungen blieben jedoch aus. Aufgaben waren häufig repetitiv, echte Perspektiven oder langfristige Planungssicherheit habe ich nicht erlebt.

Wer ein Umfeld mit sehr hoher Leistungsanforderung, politischer Dynamik und stark hierarchieabhängigen Entscheidungsstrukturen sucht, kann sich hier wohlfühlen. Wer Wert auf Fairness, Transparenz, echte Wertschätzung und nachhaltige Arbeitsbedingungen legt, sollte sich bewusst sein, worauf er oder sie sich einlässt.


Karriere/Weiterbildung

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Arbeitgeber-Kommentar

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Liebe ehemalige Kollegin, lieber ehemaliger Kollege,

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Erfahrungen so ausführlich zu schildern.

Es tut uns leid zu lesen, dass Sie Ihre Zeit bei agap2 in mehreren Bereichen als belastend und wenig wertschätzend erlebt haben. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass persönliche Erfahrungen – insbesondere in einem dynamischen Projektumfeld – unterschiedlich ausfallen können.
Unser Anspruch ist es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das von Vertrauen, Transparenz und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Themen wie offene Kommunikation, konstruktives Feedback sowie faire und nachvollziehbare Entwicklungsperspektiven haben für uns einen hohen Stellenwert.

Die von Ihnen angesprochenen Punkte, insbesondere in Bezug auf Arbeitsatmosphäre, Kommunikation, Führungskultur und Work-Life-Balance, nehmen wir sehr ernst. In den letzten Jahren haben wir gezielt Maßnahmen initiiert und weiterentwickelt, um den Austausch zu stärken, Entscheidungsprozesse transparenter zu gestalten und die individuelle Entwicklung unserer Mitarbeitenden aktiv zu fördern.

Als wachsendes Beratungsunternehmen befinden wir uns in einem stetigen Entwicklungsprozess. Unser Ziel ist es, unseren Mitarbeitenden anspruchsvolle Projekte, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und ein modernes, unterstützendes Arbeitsumfeld zu bieten – mit Raum für Eigenverantwortung und offene Kommunikation.

Wir danken Ihnen für Ihr offenes Feedback, da es uns hilft, uns als Arbeitgeber weiterzuentwickeln. Für Ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschen wir Ihnen alles Gute.

Viele Grüße
Ihr Team von agap2

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