Schöne Familien-Werbewelt, aber die interne Realität sieht leider anders aus.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es war leider sehr ernüchternd zu sehen, wie stark sich das Außenimage von der internen Realität unterschied. Dort wurden Produkte für Kinder und Mütter verkauft, aber die gelebte Gleichberechtigung im Haus hinkte der Zeit weit hinterher. Nach meiner subjektiven Wahrnehmung wurden Frauen bei der Vergütung in identischen Positionen oft benachteiligt. In Gehaltsrunden hatte man als Frau das Gefühl, mit zweierlei Maß gemessen und mit Ausflüchten abgespeist zu werden, während es bei männlichen Kollegen deutlich unkomplizierter wirkte.
Verbesserungsvorschläge
- Führt transparente, geschlechterunabhängige Gehaltsbänder ein. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Kein Gender-Pay-Gap.
- Schafft echte Offenheit statt Gehaltsunterschiede zu tabuisieren.
- Lebt die Werte, die ihr den Kunden verkauft, auch authentisch nach innen – weg vom bloßen Image-Marketing hin zu echter Familienfreundlichkeit und Fairness für die Belegschaft.
Arbeitsatmosphäre
Das Management wirkte auf mich in einer anderen Realität verhaftet. Während die familienfreundliche Philosophie nach außen hin zelebriert wurde, vermisste ich intern das klare Bekenntnis zu zeitgemäßen Führungswerten. Für mich hinterließ das den Eindruck einer gewissen Doppelmoral, da der Fokus primär auf den Verkaufszahlen der Familienprodukte zu liegen schien, während die internen Rahmenbedingungen für die Belegschaft dahinter zurückblieben.
Die Arbeit drehte sich ausschließlich um Familienprodukten. Umso bedauerlicher war es, dass die Familien-Werte, die den Kunden vermittelt werden, im täglichen Miteinander aus meiner Sicht zu kurz kamen.
Die Stimmung litt aus meiner Sicht unter den intransparenten Strukturen. Da das Thema Vergütung sehr verschwiegen behandelt wurde, entstand der Eindruck, dass eine offene Diskussion über faire Bezahlung zu keinem Zeitpunkt erwünscht war. Rechtlich gesehen dürfen sich Arbeitskollegen natürlich über Ihren Verdienst unterhalten. Und sie unterhalten sich. Denn das dient dazu, Benachteiligungen oder Verstöße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz zu erkennen.
Gehalt/Benefits
Nach außen heißt es: Familie, Kinder, Mütter, Werte. Nach innen schien bei der Wertschätzung weiblicher Beschäftigter offenbar eine andere Rechnung aufzugehen. Das war nicht nur enttäuschend, sondern schlicht beschämend.
Gleichberechtigung
Besonders herausfordernd gestaltete sich die Situation gefühlt für Kolleginnen und auch Kollegen, die aus der Elternzeit zurückkehrten oder zurückkehren wollten. Ich hatte den Eindruck, dass das Thema eher als organisatorische Last wahrgenommen wurde und die nötige Flexibilität für Eltern im Alltag oft fehlte. Das widersprach leider dem Anspruch, den das Unternehmen nach außen verkörperte.