Ihr Unternehmen?

Kein Logo hinterlegt

Allison 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Guter Zusammenhalt im Team, aber wenig Vertrauen von oben

1,8
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Allison GmbH in Frankenthal gearbeitet.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre wird stark von Kontrolle und Misstrauen geprägt. Arbeitszeiten sowie Pausenzeiten werden engmaschig überwacht, was ein Klima erzeugt, in dem Eigenverantwortung kaum Raum findet. Sätze wie 'pressure is a privilege' werden im Führungsalltag verwendet und von vielen Mitarbeitenden eher als Druckmittel denn als motivierender Leitspruch wahrgenommen.

Kommunikation

Auffällig ist der Widerspruch zwischen der nach außen gelebten Du-Kultur, die Nähe und Offenheit suggerieren soll, und der tatsächlichen Gesprächsebene: Entscheidungen wie die Abschaffung von Homeoffice oder der Verzicht auf ÖPNV-Zuschüsse wurden ohne echten Dialog kommuniziert. Rückmeldungen zu Arbeitsbelastung oder Überstunden wurden selten ernst genommen, stattdessen stand spürbares Misstrauen im Vordergrund, etwa durch die Kontrolle von Arbeits- und Pausenzeiten.

Kollegenzusammenhalt

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen und des angespannten Klimas im Unternehmen war der Zusammenhalt unter den Kolleg:innen bemerkenswert gut. Man hat sich gegenseitig unterstützt, Wissen geteilt und in stressigen Phasen füreinander eingestanden – dieser Rückhalt im Team hat vieles kompensiert, was von Führungsseite an Vertrauen und Wertschätzung fehlte.

Gerade weil der Druck von oben spürbar war, ist auf Kollegenebene eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden, das ich als eine der wenigen echten Stärken des Unternehmens wahrgenommen habe. Es war klar, dass dieser Zusammenhalt eher trotz als wegen der Unternehmenskultur entstanden ist.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance war deutlich eingeschränkt. Überstunden waren nicht die Ausnahme, sondern in einem bestimmten Umfang fest im Arbeitsvertrag verankert (unbezahlt) – man musste also von vornherein mit regelmäßiger Mehrarbeit rechnen, unabhängig von der tatsächlichen Auslastung. Homeoffice wurde vollständig abgeschafft, als Ausgleich gab es lediglich einen Tankgutschein, was angesichts steigender Pendelkosten und fehlender Flexibilität kein wirklicher Ersatz war.

Auch bei der Mobilität gab es keine Unterstützung in Richtung nachhaltiger oder flexibler Lösungen: Eine Förderung von ÖPNV-Tickets existierte nicht, und das Jobrad wurde nur widerwillig und eher als Marketing-Benefit angeboten statt als echtes Zeichen von Wertschätzung. In Kombination mit der engmaschigen Kontrolle von Arbeits- und Pausenzeiten entstand so ein Arbeitsumfeld, in dem Erholung und Privatleben strukturell wenig Platz hatten.

Vorgesetztenverhalten

Statt Vertrauen in die Belegschaft zu setzen, wurde auf engmaschige Kontrolle gesetzt: Arbeits- und Pausenzeiten wurden überwacht, Homeoffice ersatzlos gestrichen. Wertschätzung oder echtes Interesse an den Anliegen der Mitarbeitenden habe ich im Umgang der Geschäftsführung kaum erlebt, stattdessen stand meist die Durchsetzung der eigenen Vorstellungen im Vordergrund.

Interessante Aufgaben

Inhaltlich waren die Aufgaben durchaus interessant, da das Produktportfolio im abwechslungsreich und die Produkte selbst ansprechend sind. Die Tätigkeit an sich hat mir grundsätzlich Freude bereitet und bot fachlich genug Substanz, um sich engagiert einzubringen.

Gleichberechtigung

Die Vereinbarkeit von Beruf und familiären Verpflichtungen, insbesondere Kinderbetreuung, war in der gelebten Praxis kaum gegeben. Es wurde implizit erwartet, dass Mitarbeitende jederzeit verfügbar sind und das private Umfeld sämtliche Betreuungslücken auffängt – flexible Lösungen für Eltern, etwa bei kurzfristigem Betreuungsbedarf, waren nicht vorgesehen.

Besonders für Alleinerziehende entstand dadurch eine schwierige Situation: Wer aufgrund eines kranken Kindes oder ähnlicher Verpflichtungen kurzfristig ausfiel, geriet schnell in eine Rechtfertigungsposition. Auch bei eigenen Krankmeldungen war ein spürbares Grundmisstrauen zu beobachten, teilweise wurde offen angezweifelt, ob eine Erkrankung tatsächlich vorlag. Insgesamt fehlte es an Verständnis und strukturellen Angeboten für Mitarbeitende mit familiären Zusatzbelastungen, was besonders Alleinerziehende benachteiligte.

Umgang mit älteren Kollegen

Eine gezielte Wertschätzung langjähriger Erfahrung oder spezielle Angebote für ältere Kolleg:innen, etwa flexiblere Arbeitszeitmodelle oder Mentoring-Rollen, waren mir nicht bekannt beziehungsweise wurden nicht aktiv kommuniziert.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren stark durch das Großraumbüro geprägt, was konzentriertes Arbeiten deutlich erschwerte. Ein hoher Geräuschpegel durch permanente Telefonate, spontane Meetings direkt am Arbeitsplatz sowie allgemeine Unterhaltungen war Dauerzustand, ohne dass es räumliche Rückzugsmöglichkeiten oder Ruhezonen gab.

Schallabsorbierende Maßnahmen wie Trennwände, Akustikpaneele oder abgetrennte Bereiche für Telefonate und Besprechungen fehlten vollständig. In Kombination mit den hohen Erwartungen an Leistung und Verfügbarkeit führte diese Lärmbelastung zu einer zusätzlichen Belastung im Arbeitsalltag, da fokussiertes Arbeiten kaum möglich war.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Umwelt- und Sozialbewusstsein wurden im Unternehmen eher symbolisch als strukturell gelebt. Solarpaneele auf dem Dach vermittelten nach außen den Eindruck eines nachhaltig handelnden Betriebs, wirkten in der Praxis jedoch eher wie ein plakatives Statement als Ausdruck einer tatsächlich gelebten ökologischen Überzeugung.

Ein systematisches Monitoring von Umweltdaten, etwa zu Energieverbrauch, CO2-Bilanz oder Ressourceneinsatz, gab es nicht, sodass sich der reale ökologische Fortschritt kaum nachvollziehen ließ. Auch darüber hinaus war kein erkennbares strategisches Engagement für Nachhaltigkeit oder soziale Verantwortung spürbar, das über sichtbare Symbolmaßnahmen hinausging.

Gehalt/Benefits

Das Gehaltsniveau lag spürbar unter dem branchenüblichen Durchschnitt, was angesichts der hohen Erwartungen an Verfügbarkeit und Überstunden in einem deutlichen Missverhältnis stand. Gehaltsanpassungen erfolgten nicht nach nachvollziehbaren, transparenten Kriterien, sondern individuell und intransparent, sodass für Mitarbeitende kaum erkennbar war, wonach sich Erhöhungen richteten.

Image

Innerhalb der Branche genießt das Unternehmen einen guten Ruf, etwa bei Geschäftspartnern und Kund:innen. Auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich jedoch ein deutlich anderes Bild: Hier ist eine spürbar negative Resonanz wahrzunehmen, die auf die tatsächlichen Arbeitsbedingungen und den internen Umgang mit Mitarbeitenden zurückzuführen sein dürfte.

Dieser Widerspruch zwischen dem Außenbild in der Branche und der Wahrnehmung als Arbeitgeber deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen: Während das Unternehmen fachlich und wirtschaftlich solide dasteht, entspricht die intern gelebte Kultur nicht dem positiven Bild, das nach außen kommuniziert wird.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungsmöglichkeiten wurden im Unternehmen nicht angeboten. Es gab keine strukturierten Angebote wie Schulungen, Seminare oder Unterstützung bei externen Fortbildungen, sodass die fachliche und persönliche Weiterentwicklung ausschließlich in Eigenregie erfolgen musste.

Auch klare Karrierepfade oder Aufstiegsperspektiven waren nicht erkennbar kommuniziert. In Kombination mit dem hohen Erwartungsdruck im Tagesgeschäft blieb dadurch kaum Raum, sich gezielt weiterzuentwickeln oder langfristige berufliche Perspektiven im Unternehmen aufzubauen.

1Hilfreichfindet das hilfreich1Zustimmenstimmt zuMeldenTeilen
Loading...