Das Gras auf der anderen Seite des Zaunes sieht meistens grüner aus.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das wir -gemessen daran- wie es z.B. vor zweieinhalb Jahren war, auf einem besseren Weg sind. Ja wir gehen mit Trippelschritten und manchmal auch einen Schritt zurück-ABER wir sind auf einem besseren Weg und ich finde, es ist auch für einen selber gut, sich das mal objektiv vor Augen zu führen. Das es MAs gibt, die genau dafür sorgen und arbeiten. Gut finde ich, dass dieses Jahr zum ersten Mal in der Firma Betriebsratswahlen für einen Teil der Angestellten abgehalten werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das es leider noch manchmal Vetternwirtschaft gibt und Dinge zuweilen völlig außerhalb einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise gehandhabt werden. Dass sich die Geschäftsführung zu wenig in die Belegschaft einbringt und sich so der Gedanke aufdrängt, dass ihr manche Dinge egal sind, oder schlimmer kein Verständnis hierfür vorhanden ist.
Verbesserungsvorschläge
Damit nicht der Eindruck entsteht, dass ich hier im Namen der Geschäftsführung lobhuddele. Es gibt noch sehr viele Dinge zu verbessern. Es ist z.T. immer noch chaotisch und an vielen Ecken und Enden fehlen Leitplanken, an denen man sich orientieren kann. Und manchmal wünscht man sich Hirn, das vom Himmel regnen möge. Ich würde mir auch eine Geschäftsführung wünschen, die etwas mehr im Hause und dann vielleicht auch etwas zugänglicher der deutschen Arbeitswelt gegenüber wäre. Wenn man mit solchen Dingen nicht umgehen kann, dann ist Anex als Arbeitgeber wirklich herausfordernd.
Arbeitsatmosphäre
Also die Arbeitsatmoshäre bist auch DU. Ja DU, der DU jeden Tag ins Büro kommst und mit Deinem Verhalten auch das Verhalten Deiner Kollegen beeinflusst. Ich arbeite nun aktiv seit 3 Jahren hier und in der Zeit kamen und gingen 6 komplett unterschiedliche Kollegen (der Job ist nun mal nicht für Jedermann) und (bis auf eine) haben wir alle integriert bekommen und alle (bis auf eine) waren traurig zu gehen. Warum? Weil wir´s gut machen hier in der Abteilung - weil wir ehrlich zueinander sind und respektvoll miteinader umgehen. Wenn das in Deiner Abteilung anders ist - dann entscheide Dich. Entweder Du fängst and Dich und damit etwas zu ändern oder Du lässt es und machst einfach weiter und weiter und weiter so - was aber nicht sehr schlau ist.
Image
Nicht so gut. Sollte man intensiver dran arbeiten, gerade vor dem Hintergrund, dass man Marken in seinem Portfolio hat, die deutsche DNA sind. Da ist leider zuviel türkischer Blick drauf.
Work-Life-Balance
Ja das sind wir wieder bei dem Punkt, dass auf der anderen Seite des Zaunes das Gras immer grüner ist. Klar würde ich mir mehr Flexibilität z.B. bei den Arbeitszeiten wünschen und vielleicht einen Flex Work Tag mehr für die Kollegen. Es ist aber auch nicht so einfach, weil wir nun mal kein Startup Unternehmen sind, wo man mit der Tasse im Cafe sitzt und Telkos hat. Wir haben hier viele unterschiedliche Abteilungen. Vom Service Center (der Maschinenraum), wo wir bis 18:00 und auch samstags erreichbar sein müssen für die Reisebüros, bis zum Marketing (der Künstlerraum), wo Arbeitszeiten sicher sehr viel flexibler gehandhabt werden könnten. Aber was ist dann z.B. mit dem Maschinenraum, wenn die ihre Kollegen um 16 Uhr nach Hause gehen sehen? Fair? Manchmal ist das nicht so leicht - gerade in Hinblick auf "Arbeitsatmosphäre" und "Kollegenzusammenhalt."
Karriere/Weiterbildung
Knapp 90 Mitarbeiter - schwierig. Aber das man hier nicht aufsteigen kann, stimmt nicht.
Gehalt/Benefits
Leider z.T. nicht gerechtfertigte Unterschiede. Auch aus einer Zeit stammend, wo es auch auf persönliche Kontakt ankam. Das wird besser - dauert aber noch.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Könnte besser sein. Trennung von Müll z.B. nutzt aber nur wenig, wenn das Putzteam am Ende des Tages alles in einen Müllsack packt. Anfangen könnte man ja schon einmal, in dem man als MA seine Flasche unterm Wasserspender stellt, anstatt des Einwegbechers oder zu Fuß zur Pizzeria geht :-).
Kollegenzusammenhalt
Da ist die Frage, was man erwartet? Blutsbrüderschaft oder einen vernünftigen Umgang miteinander. Dem Grunde nach gilt das, was ich da oben schon geschrieben habe. DU bist auch der Kollegenzusammenhalt. Ja es gibt Kollegen, die tun sich schwer eine Klobürste in die Hand zu nehmen oder mal etwas näher ans Pissoir zu treten :-). Und ja es gibt Kollegen, die sind nicht soooo sympathisch und es gibt auch Koryphäen, die ihren Job haben, weil.. :-). Aber auch hier Spoileralarm!! die gibt es in JEDEM Unternehmen. Bei Thyssen Krupp und dem Gemüsehändler um die Ecke. Wir sind hier, ich weiss gar nicht wieviele Nationen und eigentlich wären wir ein schönes Bild für diese Welt, weil wir uns eben nicht die Köppe einschlagen. Die 5 Sterne da oben gebe ich für die, mit denen ich direkt und auch indirekt arbeite.
Umgang mit älteren Kollegen
Warum soll es einen qualitativen Unterschied im Umgang miteinander machen, wenn ein Kollege alt ist? Was ist "alt" oder "älter"?
Vorgesetztenverhalten
"Ich veräppel die Firma nicht und die Firma veräppelt mich nicht" - so habe ich es allen meinen Vorgesetzten (und das waren ne Menge) entweder gesagt oder durch mein Verhalten gezeigt. Das mache ich auch hier so. Und auf dieser Basis komme ich gut bis sehr gut mit meinem Vorgesetzen klar. Aber auch bei Vorgesetzten gilt - die meisten haben das nicht gelernt und deshalb kann man ihnen auch sagen, wenn sie was gut oder nicht gut machen.
Arbeitsbedingungen
Ja die könnten besser sein. Die Technik und die Austattung (Punkt).
Kommunikation
Es wird besser, ist aber von gut noch einiges entfernt. Die Geschäftsführung könnte mehr kommunizieren z.B. übers Geschäft eben. Wie es läuft, wo wir stehen, wohin wir wollen. Das ist ein großer Schwachpunkt im Management und da spielen sicherlich auch kulturelle Unterschiede eine Rolle, weil die Firma nun mal aus einem (großen) Teil besteht, der in der Türkei tätig ist und einem Teil hier in Deutschland. Das ist ein Spannungsfeld, was sich bis dato leider noch nicht aufgelöst hat. Aber warum sollte ein GF nicht auch die Chance haben, was dazu zu lernen? Was Kommunikation z.B. aus dem HR angeht, ist es besser geworden.
Gleichberechtigung
Bis auf eine (sehr wohltuende) Ausnahme, sind die Abteilungsleiter alle männlich. Das ist schade, weil ich im Laufe meines beruflichen Daseins Frauen zuweilen als die besseren Führungskräfte empfunden habe. Aber auch hier Spoileralarm!!! das ist da draussen in der restlichen Arbeitswelt (leider) ziemlich deckungsgleich :-(. Ansonsten gibt es Bemühungen, Dinge wie gender pay gap anzugehen (z.B. durch Lohnerhöhungen mit Sozialkomponenten). Frauen sind hier in der Mehrzahl. Klar gibt es auch locker room talker - aber auch hier gilt für beide Geschlechter "Mund aufmachen".
Interessante Aufgaben
Also was genau versteht man darunter? Wenn ich als Buchhalter eingestellt werde, was sind denn dann "interessante Aufgaben"? Das man eine Werbekampagne für die Firma gestaltet? In Reisebüros geht und Vertrieb macht? Man wird in einer Abteilung für eine Tätigkeit angestellt. Was würde ein verbeamteter Finanzamtangestellter hierzu wohl schreiben?