Gut am Arbeitgeber finde ich
Unendliche Vielfalt an möglichen Themenfeldern,
Gestaltungsraum bei eigenen Aufgaben,
Expertise der Kollegen und Kolleginnen,
Geringe Fluktuation,
Konzepte für Gehalt und Personalentwicklung,
Jährliche Gehaltsanpassungen,
Arbeitszeitkonto und Überstundenregelung,
Strukturierte und geregelte Einarbeitung neuer Mitarbeiter*innen,
Ausbildung & Studium,
Software, die seit über 20 Jahren entwickelt und gewartet wird und immer noch läuft.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Stark wahrgenommenes Ungleichgewicht zwischen Zeit, Kosten und Qualität in den Projekten bei denen ich mitwirken durfte, was fast immer zu Lasten der Qualität der Ergebnisse ging. Die dadurch immer weiter steigenden Schulden sind für mich deutlich im Arbeitsalltag spürbar.
Überlastung einzelner Schlüsselpositionen im Unternehmen. Menschen, die bestimmte Rollen besetzen, stehen chronisch unter Druck und bekommen mit jedem Jahr mehr Aufgaben, obwohl sie für meine Begriffe längst zu viele haben. Ich erlebe imm wieder frustrierte Kollegen und Kolleginnen, die sagen "würde gerne besser helfen, habe aber leider keine Zeit dazu". Abhilfe erfolgt nicht systematisch aus meiner Sicht, sondern nur im Einzelfall, wenn es absolut nicht mehr haltbar ist. Hierin liegt in meiner Auffassung die größte Gefahr, den wirklich tollen Kollegenzusammenhalt nachhaltig Stück für Stück zu zerbröseln.
Verbesserungsvorschläge
Den oftmals sehr stark wahrgenommen Aktionismus im Projektgeschäft kritisch hinterfragen. Welchen Sinn hat ein Projekt, wenn es das Budget und den Zeitplan hält, dafür aber mangelhafte Softwarequalität liefert, die letztendlich dann doch zu Mehrkosten und Aufwänden im Support führen, die während der Projektlaufzeit auf Biegen und Brechen verhindert werden mussten?! Die Projektqualität sollte wieder einen höheren Stellenwert in der täglichen Arbeit erhalten dürfen.
Ein Gesamtprojektportfoliomanagenent dürfte mittlerweile unverzichtbar sein. Es gibt immer zu viele Projekte im selben Zeitraum, was zur dauerhaften Überlastung bestimmter Positionen führt.
Bürokratie und Formalismus sind in den letzten Jahren anorganisch stark gewachsen. Richtlinien, Strukturen und Prozesse sind wichtig aber die Organisation wird damit für meine Begriffe viel zu stark überladen. Das führt im Zweifel dazu, dass all das, was mühsam aufgeschrieben wurde, gar nicht wirklich befolgt wird, weil es einfach keiner mehr überblicken kann, ich jedenfalls nicht mehr. Zeit zum Verinnerlichen der neuen Anforderungen, bessere Kommunikation und Unterstützung als "hier ist eine neue Richtlinie, bitte beachten" und bessere Werkzeuge, die die Umsetzung auch unterstützen, automatisieren und messen, sind für mich überfällig.
Arbeitsatmosphäre
Grundsätzlich ein sehr faires und vertrauensvolles Betriebsklima über zahlreiche Abteilungen hinweg.
Abzug gibt's für Projekte, deren Liefertermine jeglicher für mich sachlogischen Grundlage entbehren und oftmals der Zieltermin die Projektqualität nachhaltig in Mitleidenschaft zieht. Neue Projekte werden für meine Begriffe oftmals mit einer "sportlichen" Deadline geplant. Im Austausch mit Projektmitgliedern höre ich dann häufig, dass der Zieltermin unrealistisch ist. Das frustriert mitunter schon mal, insbesondere wenn es wiederholt zu erleben ist.
Image
Die AOK Systems trägt AOK im Namen und wird von Unbeteiligten gerne mal mit "der AOK" in einen Topf geworfen. Als Tochterunternehmen der AOK-Krankenkassen ist die Verbindung natürlich nicht von der Hand zu weisen. Dennoch bestehen wesentliche Unterschiede darin für ein IT-Unternehmen, wie die AOK Systems oder für eine gesetzliche Krankenversicherung, wie einer AOK zu arbeiten.
Gemessen an der Zahl der gesetzlich Versicherten aller Kunden, die Software der AOK Systems einsetzen, ist die eigene Darstellung als Marktführer für die Entwicklung von Software in der gesetzlich Krankenversicherung durchaus vertretbar.
Work-Life-Balance
Über die Urlaubstage kann praktisch frei verfügt werden. Wo erforderlich, stimmen sich Kolleg*innen untereinander ab. Arbeitszeitkonto inkl. Grenzwerten vorhanden, ab denen Führungskräfte angehalten sind, Maßnahmen zur Eindämmung der zusätzlichen Stunden mit den Mitarbeitenden auszuarbeiten.
Großzügige Home-Office-Regelung, wenngleich die Zusammenarbeit an den Standorten ebenso gerne gesehen ist.
Überstunden können flexibel abgebaut, ausgezahlt oder einem Langzeitkonto gutgeschrieben werden, müssen aber grundsätzlich gar nicht erst gemacht werden; ggf. sind aber Rufbereitschaften möglich. Sabbaticals sind möglich. Reisezeit ist Arbeitszeit.
Workation ist auf Grund der regulierten Branche und der Sensibilität von Gesundheitsdaten mit denen insbesondere die Kunden des Unternehmens arbeiten nicht außerhalb Deutschlands möglich.
Karriere/Weiterbildung
Personalentwicklung unterliegt einem unternehmensinternen Konzept, dass gewisse Rahmenbedingungen vorgibt. In Mitarbeitergesprächen mit seiner Führungskraft können die Vorstellungen zur eigenen Laufbahn besprochen werden. Führungs- wie Fachkarrieren sind denkbar. Geeignete Weiterbildungen werden ebenfalls zwischen Mitarbeiter und Führungskraft in jährlichen Gesprächen oder bei Bedarf fair besprochen.
Gehalt/Benefits
Bezahlt wird nach einem internen Vergütungsmodell, dass für alle Mitarbeitenden Anwendung findet. Hier ist viel geregelt, was grundsätzlich zu klaren Rahmenbedingungen beiträgt, wie ein Gehalt zu Stande kommen kann.
Es gibt jährlich Gehaltsanpassungen, die definierten Rahmenbedingungen unterliegen.
Subjektiv liegen die Gehälter auch schon mal etwas hinter Spitzenverdiensten zurück, z. B im Vergleich zu renommierten SAP-Beratungshäusern. Beratung kann aber auch schnell mal eine spürbar höhere Arbeits- und Reisebelastung mit sich bringen. Lange Betriebszugehörigkeit führt durch die jährlichen Anpassungen automatisch zu höheren Gehältern.
Essenszuschuss und betriebliche Altersvorsorge, sowie Berufsunfähigkeitsversicherung, Zuschuss zur Massage oder ein Jobrad sind durchaus Sozialleistungen, die auch gerne in Anspruch genommen werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Arbeiten bei der AOK Systems bedeutet arbeiten im Umfeld der Sozialversicherung. Die Tätigkeit hat in diesem Sinne also unmittelbar etwas mit Sozialbewusstsein zu tun.
Kollegenzusammenhalt
Jede/r hilft praktisch jedem weiter. Offene Türen, Frage- und Fehlerkultur und vor allem die extrem hohe Expertise zahlreicher Kolleg*innen erlebe ich als außergewöhnlich. Die unrealistischen Projektziele können oft nur dadurch ansatzweise erfüllt werden, indem dennoch alle zusammen darauf hinarbeiten.
Umgang mit älteren Kollegen
Zahlreiche Kolleg*innen sind seit Gründung des Unternehmens dabei. Gerade diese Menschen genießen ein hohes Ansehen durch ihre unvergleichliche Expertise.
Gleichzeitig werden in den nächsten Jahren mehrere dieser Kollegen und Kolleginnen aus dem Unternehmen ausscheiden. Die Auswirkungen sind der Organisation durchaus bekannt und es wird versucht mit speziellen Programmen schon frühzeitig junge Menschen in die Positionen über mehrere Jahre hinweg einzuarbeiten. Dennoch dürfte der Verlust in Einzelfällen stark spürbar werden, was m. E. aber auch dazu gehört. Die Welt dreht sich nun mal weiter.
Vorgesetztenverhalten
Wie immer komplett abhängig von der einzelnen Person. Insgesamt treffe ich viele gut ausgebildete Führungskräfte an. Führungskräfte dürfen sich vor allem darauf konzentrieren Menschen zu führen und müssen nicht noch zusätzlich inhaltlich mitarbeiten.
Arbeitsbedingungen
Räumlichkeiten sind aktuell vor allem noch Doppelbüros, ggf. auch mal zu dritt. Keine Großraumbüros. Einige Standorte sind bereits in neue Räumlichkeiten gezogen, womit sich diese an aktuelle Strömungen in einer Post-Corona-Arbeitswelt angepasst haben.
Höhenverstellbare Schreibtische sind verfügbar, genau so wie ergonomische Tastaturen oder Mäuse. Laptops sind mit Windows standardisiert. Je nach Tätigkeitsfeld sind Kollegen schon mal abweichende Geräte, wie z. B MacBooks oder virtuelle Maschinen mit anderen Betriebssystemen anzutreffen.
Kommunikation
Von abteilungsinternen JourFixes über regelmäßige Mitarbeiter- und Betriebsversammlungen bis hin zu halbjährlichen Mitarbeitergesprächen ist alles dabei.
Digitale Kommunikationskanäle, wie ein unternehmensinternes soziales Netzwerk, transparent aufgeschriebene Richtlinien und Arbeitsanweisungen sowie gängige Kommunikationsmittel wie E-Mail und Chats / Kanäle runden ein stattliches Bild der Unternehmenskommunikation ab.
Gleichberechtigung
Erlebe ich als uneingeschränkt vorbildlich.
Interessante Aufgaben
Die Tiefen des deutschen Gesundheitswesen sind unergründlich. Es gibt genügend Themenfelder um eine ganze Laufbahn von der Ausbildung bis zur Rente abwechslungsreich zu gestalten. Sofern offene Positionen vorhanden sind, ist auch ein Wechsel innerhalb des Unternehmens nicht ausgeschlossen.
Kaum vorbei kommt man an SAP, wenn man für die AOK Systems Software entwickelt, wenngleich auch zahlreiche andere Technologie-Stacks im Unternehmen zu finden sind.
Doch es ist auch eine stark regulierte Branche. Gesetzestexte, Regularien und Normen dominieren die Fachlichkeiten. Datenschutz und IT-Sicherheit gehören zum absoluten Muss in der Softwareentwicklung. Mal eben schnell etwas neues raushauen, wie in einem Startup ist oftmals nur schwierig realisierbar.
Auch die Vorgaben der Politik sind manchmal deutlich spürbar, oftmals durch gesetzlich gesetzte Fristen, die abermals "sportlich" sind und gerne mal dadurch zu Stande kommen, dass höhere politische Instanzen, wie Dach- oder Spitzenverbände selbst erst viel zu spät handeln und Spezifikationen veröffentlichen, nach denen dann eine Software anzupassen ist. Bei derartigen Zielterminen kann auch das Unternehmen nur noch wenig steuern.