Wenn ihr Studenten seid- RENNT
Arbeitsatmosphäre
Ich hatte häufig das Gefühl, sehr genau beobachtet zu werden. Selbst beiläufige Aussagen gegenüber Kollegen wurden später an meinen Vorgesetzten weitergetragen und mir gegenüber aufgegriffen. Direktes Feedback zu meiner Arbeit bekam ich dagegen kaum – meistens nur dann, wenn etwas nicht den Erwartungen entsprach. Positives Feedback oder wirkliche Anerkennung für gute Arbeit habe ich von meinem direkten Vorgesetzten so gut wie nie bekommen.
Kommunikation
Ich bin Studentin und hatte noch keine Berufserfahrung, da ich erst vor Kurzem mit dem Studium angefangen habe. Ich bekam eine kurze Einführung, den Rest musste ich mir selbst beibringen. Man muss immer sehr konkret nachfragen, damit einem etwas erklärt wird. Oftmals wollten Kollegen erst garnicht helfen, da es ja nicht ihre Kunden seien.
Viele unternehmensinterne Entscheidungen wurden aus meiner Sicht wenig transparent kommuniziert.
Kollegenzusammenhalt
Sehr schlecht. Die Kollegen in meinem Team waren zwar nett zu mir, haben mich aber hinter meinem Rücken gegenüber dem Chef kritisiert. Die Kritik, die später gegenüber meinem Vorgesetzten geäußert wurde, wurde zuvor nicht direkt mit mir besprochen. Immer wenn ich mal eine Frage zu einem Verfahren/Fall bezüglich meines Kunden hatte wurden die Hände gehoben- es seien ja nicht ihre Kunden und deshalb könne man mir nicht helfen.
Work-Life-Balance
Bereits im Vorstellungsgespräch wurde mir vorgeschlagen, in den ersten beiden Wochen eines Monats (wenn besonders viel Arbeit anfällt) in Vollzeit zu arbeiten und dafür in der zweiten Monatshälfte gar nicht. Für mich war das mit einem Vollzeitstudium nicht realistisch. Generell hatte ich den Eindruck, dass eine sehr hohe zeitliche Verfügbarkeit von Werkstudierenden erwartet wurde. Auch während der Klausurenphase sollte ich regulär weiterarbeiten.
Trotz meiner begrenzten Arbeitszeit als Werkstudentin wurde von mir erwartet, eigenständig Verantwortung für eine ganze Business Unit zu übernehmen. Damit gingen entsprechend viele Anfragen und Aufgaben von Projektleitern ein, obwohl ich deutlich weniger Zeit zur Verfügung hatte als Vollzeitmitarbeitende. Mit der ursprünglich beworbenen Vorstellung einer Werkstudentenstelle, in der man zunächst eingearbeitet wird, dazulernt und unterstützende Tätigkeiten übernimmt, hatte das für mich wenig zu tun.
Wer Aufgaben schnell erledigte, bekam schlicht weitere Aufgaben übertragen.
Wertschätzung gab es auch kaum - die Leistung wurde nur mit einem "Hmh" bestätigt.
Vorgesetztenverhalten
War zwar nett aber die Erwartungen, wie gesagt, viel zu hoch für Leute, die vollzeit eigentlich studieren.
Nach etwa einem Monat gab es ein Feedbackgespräch. Positive Punkte wurden kurz erwähnt, anschließend wurden vor allem Kritikpunkte wie beispielsweise „E-Mails genauer lesen“ angesprochen. Gleichzeitig wurde mir gesagt, dass solche Punkte angesichts meiner fehlenden Berufserfahrung normal seien und meine Entwicklung entsprechend eingeordnet. Umso überraschender war für mich, dass genau dieses Feedbackgespräch etwa einen Monat später als Begründung für meine Kündigung herangezogen wurde. Auf meine konkrete Nachfrage, welche Punkte ich nicht ausreichend verbessert hätte bzw. was genau ich falsch gemacht habe, konnte mir keine klare Antwort gegeben werden. Gleichzeitig hatte ich von anderen Projektleitern mehrfach positives Feedback zu meiner Arbeit erhalten, weshalb die Entscheidung für mich noch weniger nachvollziehbar war.
Interessante Aufgaben
Geht so. Wer Exceltabellen und stumpfes Eintippen mag fühlt sich hier wohl.
Gleichberechtigung
Joa waren sowohl viele Frauen, als auch Männer da. In Führungspositionen doch eher Männer.
Umgang mit älteren Kollegen
Waren alle im mittleren Alter. Wenige sind über 50.
Arbeitsbedingungen
Zweimal die woche gibts einen Obstkorb (yay). Büro ist auch hübsch.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Führungskräfte fliegen sehr oft. Müll wird getrennt.
Gehalt/Benefits
Wenig über Mindestlohn. Schlecht für die Leistung, die erwartet wird. Auch keine Aussichten auf eine Erhöhung. Sonst gab es keine Benefits.
Image
Hat glaube ein gutes Image unter IT-Kennern. Sonst kennt das Unternehmen kaum jemand.
Karriere/Weiterbildung
Für Werkstudierende gab es keine Weiterbildungen


