Firma in der Krise, die den Bezug zu ihren Mitarbeitern verliert
Gut am Arbeitgeber finde ich
Man muss zugeben, dass Appsfactory konsequent sehr besondere Menschen auswählt. Ich habe hier viele kluge, fleißige, loyale und nette Leute getroffen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Momentan sieht es so aus, als würde sich die GL um die Belegschaft in DE nicht mehr kümmern und den Headcount absichtlich senken, um stattdessen neue near-shore Standorte aufzubauen.
Meiner Meinung nach sind die aktuellen Ereignisse geprägt von viel Manipulation, Intransparenz und Machtdemonstrationen sowie internen Machtspielen, was sich stark auf die MA auswirkt.
Verbesserungsvorschläge
Ressourcen besser planen. Es ist sinnlos, wenn manche durch mehrere gleichzeitige Projekte überlastet sind und Aufgaben nicht abgeben können, obwohl sie es möchten, während andere gleichzeitig auf dem Bench sitzen. Offenbar verhindert das System zur Ressourcensteuerung hier eine sinnvolle Verteilung.
Die Einstellung gegenüber den MA ändern, das sind letztendlich die Menschen, die für den Erfolg verantwortlich sind.
Arbeitsatmosphäre
Appsfactory ist aktuell (Sommer 2026) eine Firma in der Krise. Es geht mir aber nicht um die geringere Projektauslastung und verlorene Kunden, sondern um die Tatsache, dass die Geschäftsleitung das Verhältnis zu den Mitarbeitern schwer beschädigt hat. Aus einer Firma, die noch vor ein paar Jahren locker Kununu-Abzeichen bekommen hat und auf die die MA stolz sein konnten, ist eine Firma geworden, die ihre MA harsch behandelt und sie ziemlich gnadenlos entlässt. Gehaltserhöhungen wurden komplett gestrichen, es wurde ein zusätzlicher Büropflichttag eingeführt, und gleichzeitig wurden alle kleinen Annehmlichkeiten im Büro gestrichen. Die Quiet-Firing Strategie wurde schnell zu einer Entlassungswelle, die in Salamitaktik jeden Monat ein paar Menschen erwischt und den Rest erschüttert und in Angst zurücklässt. Eine sehr traurige Entwicklung!
Kommunikation
Offiziell wird die Geschichte erzählt, die am besten zum Image passt, im Hintergrund wird nach dem Motto „koste es, was es wolle" jedes Mittel eingesetzt, um den Willen der GL durchzusetzen. Die Kommunikation wird als „transparent" bezeichnet, kommt aber eigentlich immer erst nach den Ereignissen, sodass ohnehin schon mehrere über den Flurfunk davon erfahren haben.
Kollegenzusammenhalt
Hier muss man einen deutlichen Pluspunkt vergeben. Die Kollegen halten eng zusammen und kümmern sich umeinander.
Work-Life-Balance
Wird durch die schrittweise Streichung der Homeoffice-Möglichkeiten immer schlechter.
Vorgesetztenverhalten
Immer wieder kommt es in der Kommunikation mit den MA zu kleinen Ausrastern, die zeigen, dass die GL die MA leider als ahnungslos, verwöhnt und anspruchsvoll betrachtet. Dabei handelt es sich um Menschen, die seit Jahren für die Firma arbeiten und zu ihrem Erfolg beigetragen haben. Seit Jahren hören sie aber, dass Gehaltserhöhungen gar nicht oder nur minimal möglich sind, und müssen selbst die enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten allein tragen. Ich bin mir sicher, dass es auch in schwierigen Zeiten etwas empathischer und weniger herablassend gehen würde.
Interessante Aufgaben
Die Firma hat viele unterschiedliche Kunden, leider kämpfen viele Projekte mit den Budgets, was sich negativ auf die Aufgaben und Auslastung auswirkt.
Gleichberechtigung
Stark männlich geprägtes Team, die wenigen Frauen können dort ihr volles Potenzial nicht entfalten, da sie sich an die harte, ambitionierte Kultur anpassen müssen.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt kaum ältere Kolleginnen und Kollegen, was eigentlich auch schon ein Zeichen ist.
Arbeitsbedingungen
Drei Tage Büropflicht, wobei die Anwesenheit in einem Büro kontrolliert wird. In Leipzig ist im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt ist. Mehrere Personen pro Raum, bei Calls flüchten die MA in den Flur, wo die wenigen Plätze auch schnell besetzt sind. Die Büropflicht wurde mit dem Argument eingeführt, dass sich die Menschen austauschen sollen. Dabei kommt es oft vor, dass sich keine andere Person aus dem Team am gleichen Standort befindet, trotzdem muss man aus dem Büro arbeiten. Meiner Meinung nach ziemlich sinnlos.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Außer ein paar kleinen Initiativen, die MA selbst gestartet haben, sehe ich keine offizielle Strategie, die Umwelt- oder Sozialbewusstsein zeigen würde (zu offensichtlichen Sachen wie Mülltrennung ist man ja sowieso verpflichtet).
Gehalt/Benefits
Man musste sich beweisen und aktiv darum kümmern, um eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Jetzt wurde das sowieso komplett gestrichen. Diejenigen, die sich bemüht haben, konnten einen Deutschlandticket oder Kita-Zuschuss bekommen, das passiert aber auf keinen Fall pauschal.
Image
Image war immer eine große Stärke der Firma. Nun fängt es an zu bröckeln, weil es einfach nicht mehr der Realität entspricht. Es wurde z. B. immer betont, dass die Jobsicherheit für die GL oberste Priorität habe, diesen Satz hat man ständig gehört. In genau der Woche, in der diese Zusicherungen erneut gemacht wurden, wurden mehrere Menschen ohne Vorwarnung entlassen. Wie das Image der Firma nach außen wirkt, weiß ich nicht, aber intern hat das dem Vertrauen der MA erheblichen Schaden zugefügt.
Karriere/Weiterbildung
Es wird das eine für die Entwicklung geplant, am Ende passiert aber etwas ganz anderes, weil laufende Projekte und Deadlines den Alltag bestimmen.

