Leider viele Werte über Bord geworfen...
Verbesserungsvorschläge
1. Verbesserung der gelebten Werte: Das Unternehmen sollte die, in Meetings und im Online-Auftritt kommunizierten Werte auch konsequent im Arbeitsalltag umsetzen. Eine stärkere Fokussierung auf Wertschätzung und Menschlichkeit (mit dem auch geworben wird, aber genau das gegenteilige gemacht wird) würde das Arbeitsklima deutlich verbessern und sich positiv auf die Fluktuation auswirken.
2. Raum für Innovation schaffen: Aktuell gibt es keinen ausreichenden Raum für Innovation. Es sollte mehr Zeit und Struktur geschaffen werden, um Kreativität und neue Ideen aktiv zu fördern und in die Unternehmensprozesse zu integrieren.
3. Umgang mit Trennungen: In der Handhabung dieses Bereiches bin ich besonders geschockt. Der Umgang mit Trennungen von Mitarbeitenden sollte deutlich respektvoller gestaltet werden. Die Arbeit und die Leistungen der Mitarbeitenden in den letzten Jahren wurden bei Bekanntgabe einer Trennung (egal von welcher Seite die Entscheidung kam) in den Hintergrund gerückt. Die Entscheidung wurde oft als persönlich empfunden und so auch behandelt.
Arbeitsatmosphäre
Das Unternehmen befindet sich in einer Phase der Umstrukturierung, was die Arbeitsatmosphäre stark belastet hat. Der Druck, der mit diesen Veränderungen einhergeht, wird direkt an die Mitarbeitenden weitergegeben, was zu einem hohen Stressniveau und einer starken Belastung führte.
Image
Das Unternehmen hat in seiner Branche wenig Bekanntheit und wird überwiegend als Dienstleister wahrgenommen.
Work-Life-Balance
Während meiner Anstellung war die Work-Life-Balance sehr gut. Die Arbeit im Home Office war generell möglich, Bürotage wurden im Team festgelegt und Arbeitszeiten waren flexibel. Auch gab es die Möglichkeit zur Remote-Arbeit oder gelegentlichen Workations. Private Termine, wie Arztbesuche, konnten in Abstimmung mit dem Teamlead problemlos wahrgenommen werden, solange die Arbeitszeit im Nachgang nachgeholt wurde. Bei hohem Auftragsaufkommen war es jedoch auch mal erforderlich, Überstunden zu leisten.
Karriere/Weiterbildung
Es gab regelmäßige Abfragen zu Weiterbildungswünschen. Die Umsetzung versuchte man intern abzudecken. Dies scheiterte oftmals an Kapazitätsengpässen. Danach wurde das Ganze meistens nicht weiterverfolgt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war okay. Während meiner Anstellung wuchsen die Tätigkeitsbereiche und Verantwortungen jedoch unproportional zum Gehalt. Eine eigenständige Wertschätzung (durch das Unternehmen) in Form einer Gehaltserhöhung aufgrund der Übernahme von Verantwortung suchte man eher vergeblich. Außerdem zogen sich die Verhandlungen unverhältnismäßig in die Länge.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen zeigt ein gutes Umweltbewusstsein durch die Fokussierung einer digitalen Arbeitsweise und die geringe Anzahl an Dienstreisen. Diese Entwicklung ist jedoch eher auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. In der Strategie des Unternehmens ist kein direkter Fokus auf Nachhaltigkeit festgeschrieben.
Kollegenzusammenhalt
Den Teamzusammenhalt bewerte ich sehr positiv. Das Arbeitsklima war von Vertrauen geprägt und man konnte sich stets auf die Kolleg:innen verlassen. Auch private Kontakte wurden gefördert, was das Gemeinschaftsgefühl stärkte.
Umgang mit älteren Kollegen
Dazu lässt sich schwer eine Aussage treffen, da die Teams während meiner Anstellung eine sehr junge Altersstruktur aufwiesen. In den Teams herrschte eine hohe Akzeptanz und ein respektvoller Umgang. Dies würde ich auf den Umgang mit älteren Kolleg:innen übertragen, deswegen diese Bewertung.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhältnis zu meinem Teamlead war sehr positiv. Es gab eine offene, ehrliche Kommunikation und einen respektvollen Umgang mit Fehlern und Herausforderungen sowie das ständige Vertrauen in mich und meine Arbeit, was ich sehr schätzte.
Leider war dies nicht in allen Ebenen der Fall. Führungskräfte wurden oftmals aufgrund ihrer langen Unternehmenszugehörigkeit in ihre Positionen berufen, ohne dass fachliche Eignung oder Persönlichkeit berücksichtigt wurden. Zum Leidwesen der Mitarbeitenden führte dies oftmals zu einer belastenden Arbeitsatmosphäre (Krisenmeetings, aufreibende Klärungsgespräche etc.).
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen in einem Großraumbüro waren akzeptabel. Die Arbeitsplätze im Büro waren mit zwei Bildschirmen ausgestattet und waren ergonomisch gestaltet. Jedoch wurde überwiegend gebrauchte Technik zur Verfügung gestellt, die nicht immer auf dem neuesten Stand war und im Arbeitsalltag auch mal zu Herausforderungen und der Aufwendung von extra Arbeitszeit führte, um Funktionalitäten sicherzustellen und Inkompatibilitäten zu vermeiden.
Kommunikation
Gegen Ende meiner Anstellung nahm die Transparenz in der Kommunikation gravierend ab. Wichtige Entscheidungen wurden zunehmend undurchsichtiger und (bewusst?) nicht klar kommuniziert. Ein Arbeitsverhältnis funktioniert für mich nur dann gut, wenn es auf beidseitigem Vertrauen und Ehrlichkeit basiert, was in der letzten Phase leider nicht mehr der Fall war.
Gleichberechtigung
Es wurden klare Schritte unternommen, um Chancengleichheit für alle Mitarbeitenden zu fördern.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben in meinem Bereich waren grundsätzlich sehr spannend. Allerdings fand man sich oftmals in einem Zwiespalt bei der Umsetzung wieder. Man wollte eigenständig viel vorantreiben, aufgrund fehlender Ressourcen (personell & finanziell) war dies jedoch meist nicht möglich.


