Asseco Solutions AG Logo

Asseco 
Solutions 
AG
Bewertung

Fehlende Potenzialausschöpfung und strategische Fehlsteuerung im Bereich KI

1,9
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Asseco Solutions AG in Karlsruhe gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der interne Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung im Kollegium auf Arbeitnehmer-Ebene sind sehr positiv hervorzuheben.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Deutliche Unterbezahlung im Vergleich zu branchenüblichen Standards in der Softwareindustrie.

Das aktuelle Gehaltsgefüge gefährdet die Mitarbeiterbindung und das Recruiting.

Langfristige Erosion von Fach- und Führungskompetenz im Management über die letzten Jahre.

Bevorzugung von konformem Verhalten gegenüber kritischer Fachexpertise bei Beförderungen.

Es fehlt an einer transparenten, realistischen und tragfähigen Gesamtstrategie für die Zukunft des Unternehmens.

Fokus hat sich von mitarbeiterzentrierter HR-Arbeit zu einer oberflächlichen Employer-Branding- und Marketingstrategie verschoben.

Berechtigtes Feedback wird durch Relativierung und Diskursverschiebung („Wahrnehmungsproblem“) entkräftet, anstatt strukturelle Probleme zu lösen.

Große Diskrepanz zwischen der postulierten Firmenkultur (z. B. auf LinkedIn) und der tatsächlichen, von der Belegschaft erlebten Realität im Unternehmen.

Verbesserungsvorschläge

Produktstrategie: Konsolidierung des Portfolios durch eine Abkehr vom rein KI-fokussierten Ansatz und eine gleichzeitige Stärkung des Hauptprodukts.

Qualität & Expertise: Reaktivierung von Erfahrungswerten und Fokus auf nachhaltige Qualitätsstandards in der Produktentwicklung.

Kundenbeziehung: Etablierung einer wertschätzenden und kundenorientierten Kommunikation sowie Verzicht auf aggressive Vertriebsmethoden, um die Kundenzufriedenheit zu steigern.

Arbeitsatmosphäre

Betriebsklima: Es herrscht eine von Verunsicherung und Resignation geprägte Dynamik innerhalb der Belegschaft.

Fluktuation & Personallage: Die aktuelle Situation führt zu einer steigenden Anzahl von Eigenkündigungen. Zudem bestehen im Kollegium ausgeprägte Sorgen bezüglich potenzieller Entlassungen oder Auflösungsverträgen.

Strategische Ausrichtung: Seitens der Geschäftsführung wird kommuniziert, dass die Unterstützung des eingeschlagenen Kurses als Voraussetzung für eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses gilt.

Kommunikation

Interne Kommunikation: Die offizielle Informationsweitergabe wird als stark selektiv und eher als "PR"-Sprech wahrgenommen.

Informationsfluss: Relevante Entwicklungen werden häufig zuerst über informelle Wege innerhalb der Belegschaft verbreitet.

Offizielle Mitteilungen: Es besteht eine qualitative Diskrepanz zwischen den zeitnahen, informellen Informationen und den zeitlich versetzten, stark redigierten Management-Updates.

Kollegenzusammenhalt

Stabilitätsfaktor: Die verbliebene Kernbelegschaft auf den operativen Ebenen bildet das fundamentale Rückgrat des Unternehmens. Dieses Konstrukt bröckelt jedoch stark durch viele Kollegen, die aufgeben. Es sichert aktuell noch maßgeblich den fortlaufenden Betrieb.

Work-Life-Balance

Es werden keine Überstunden eingefordert und man hat große Flexibilität.

Vorgesetztenverhalten

Führungsverhalten: Es wird eine unausgewogene Dynamik wahrgenommen, bei der Prioritäten stark nach oben ausgerichtet sind, während Leistungsdruck ungefiltert nach unten weitergegeben wird.

Anreizsysteme: Das bestehende Vergütungs- und Anerkennungsmodell bietet unzureichende Anreize für Leistungen, die über das geforderte Maß hinausgehen.

Vertrauenskultur: Interne Rückmeldungen aus verschiedenen Abteilungen weisen auf ein signifikant gestörtes Vertrauensverhältnis zwischen Angestellten und Führungskräften hin.

Interessante Aufgaben

KI-Strategie & Innovationskultur: Es besteht eine Diskrepanz zwischen dem theoretischen Potenzial einer KI-gestützten Prozessoptimierung und der tatsächlichen Umsetzung. Der starre Fokus auf ein „AI-First“-Mindset verhinderte einen konstruktiven, kritischen Diskurs innerhalb der Belegschaft.

Prozess- und Kostenmanagement: Die operative Vorgabe bezüglich der genutzten KI-Werkzeuge zeigt eine hohe Volatilität. Nach einer Phase der flächendeckenden Einführung komplexer KI-Agenten steht aktuell – vermutlich aufgrund unerwartet hoher Lizenzkosten – eine strikte Budget- und Qualitätsreduktion bei den eingesetzten Modellen im Vordergrund.

Produkt- und Vertriebsstrategie: Es ist eine strategische Prioritätenverschiebung zu beobachten. Die Weiterentwicklung des Hauptprodukts stagniert, während der Fokus auf kurzfristige Umsatzsteigerungen (Up-Selling) durch Zusatzservices gelegt wird. Der Vertrieb dieser neuen Versionen an Bestandskunden wird mit hohem Druck betrieben.

Gleichberechtigung

Keine relevanten Faktoren vorhanden.

Umgang mit älteren Kollegen

Anerkennungskultur: Die interne Wertschätzung von Mitarbeiterleistungen entspricht nicht den Erwartungen der Belegschaft.

Wissensmanagement: Durch eine erhöhte Fluktuation (u. a. infolge von Aufhebungsverträgen und Kündigungen) ist bereits ein erheblicher Verlust von Kernwissen und Expertise eingetreten.

Arbeitsbedingungen

Die Rahmenbedingungen sind funktional, bieten jedoch Raum für Optimierungen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ökologische Nachhaltigkeit: Die Fokussierung auf „AI-First“ bedingt die intensive Nutzung externer KI-Infrastrukturen. Damit wird der dort anfallende, hohe Energie- und Ressourcenverbrauch als Nebeneffekt akzeptiert.

Soziale Nachhaltigkeit & Unternehmenskultur: Der technologische Wandel geht zulasten der sozialen Kernwerte des Unternehmens. Es ist eine zunehmende Erosion mitarbeiterorientierter Strukturen und sozialer Standards innerhalb der Organisation festzustellen.

Gehalt/Benefits

Vergütungspolitik bei positiver Ertragslage: Ungeachtet solider Unternehmensgewinne bleiben Gehaltsanpassungen für die Belegschaft hinter den Erwartungen zurück und fangen die Inflation nicht auf.

Ressourcenallokation: Es ist eine Priorisierung von Investitionen in das obere Management (z. B. Schaffung weiterer Vice-President-Stellen) auf Kosten der operativen Mitarbeiterebene wahrzunehmen.

Personalstruktur: Das Verhältnis zwischen Führungskräften und Angestellten befindet sich in einer Schieflage, was zu einer ungleichmäßigen Verteilung des Gesamtbudgets führt und den Spielraum für reguläre Gehaltserhöhungen stark einschränkt.

Image

Kundenzufriedenheit: Es sind deutliche Signale für eine sinkende Zufriedenheit im bestehenden Kundenstamm wahrnehmbar.

Kundenfeedback: Die Rückmeldungen weisen auf Defizite in der Leistungserbringung oder Produktqualität hin, die das Vertrauen in das Unternehmen belasten.

Karriere/Weiterbildung

Beförderungs- und Karrierepolitik: Aufstiegsschancen sind stark an eine bedingungslose Konformität mit den Entscheidungen der Geschäftsführung gekoppelt.

Umgang mit Feedback: Eine abweichende oder kritische Perspektive wird als Karrierehemmnis wahrgenommen, was die Weiterentwicklung von Fachkräften ohne Management-Gleichschaltung stark einschränkt.

Diskussionskultur: Es fehlt an transparenten, leistungsbasierten Entwicklungspfaden, die unabhängig von persönlicher oder politischer Zustimmung funktionieren.

6Hilfreichfinden das hilfreich7Zustimmenstimmen zuMeldenTeilen

Arbeitgeber-Kommentar

People & Culture TeamPeople & Culture Team

Liebe*r Kolleg*in,

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Eindrücke so ausführlich und differenziert zu schildern.

Es freut uns, dass du den Zusammenhalt unter Kolleginnen und Kollegen sowie die Flexibilität und Work-Life-Balance positiv hervorhebst. Diese Aspekte werden von vielen Mitarbeitenden geschätzt und sind ein wichtiger Bestandteil unserer Unternehmenskultur.
Gleichzeitig bedauern wir, dass du verschiedene Entwicklungen innerhalb des Unternehmens kritisch wahrnimmst. Auch wenn wir nicht alle Einschätzungen teilen, nehmen wir dein Feedback ernst und setzen uns mit den angesprochenen Themen auseinander.

Veränderung gehört für uns dazu, um den Anforderungen des Marktes, unserer Kunden und unserer Mitarbeitenden gerecht zu werden. Dabei ist es unser Anspruch, Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig neue Impulse zu setzen. Unsere Mitarbeitenden stehen dabei weiterhin im Mittelpunkt. Deshalb investieren wir kontinuierlich in Entwicklungs- und Weiterbildungsangebote, Führungskräfteentwicklung, Gesundheitsmaßnahmen sowie Initiativen zur Förderung von Zusammenarbeit und Unternehmenskultur.

Auch deine Einschätzung zu unserer KI-Strategie nehmen wir zur Kenntnis, teilen sie jedoch nicht. Für uns ist KI kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das unsere Mitarbeitenden unterstützt, Prozesse verbessert und den Nutzen unserer Lösungen für Kunden weiter erhöht. Die Erfahrung und Expertise unserer Mitarbeitenden bleiben dabei ein zentraler Erfolgsfaktor.

Auch die Themen Vertrauen, Wertschätzung, Kommunikation und Orientierung in Zeiten von Veränderung nehmen wir sehr ernst. Wir wissen, wie wichtig ein offener Dialog und transparente Kommunikation für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind und arbeiten kontinuierlich daran, uns hier weiterzuentwickeln.

Da du aktuell noch Teil von Asseco bist, möchten wir dich herzlich einladen, direkt mit uns ins Gespräch zu kommen. Gerne möchten wir deine Erfahrungen, Wahrnehmungen und konkreten Anregungen besser verstehen. Gerade bei Themen wie Zusammenarbeit, Kommunikation und Unternehmenskultur sind wir davon überzeugt, dass der persönliche Austausch wertvoller ist als gegenseitige Annahmen. Nur so können wir voneinander lernen und gemeinsam Verbesserungen anstoßen.

Vielen Dank für dein Feedback und deinen Beitrag zu Asseco.

Loading...
Puls

Bewertungen zeigen das große Ganze. Puls zeigt den Moment.

Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.