War mal ein solider Arbeitgeber - diese Zeiten sind vorbei. Cherry 2.0?
Gut am Arbeitgeber finde ich
Zwar existieren zahlreiche kleinere Aspekte, die positiv bewertet werden könnten, doch sie tragen insgesamt nur wenig dazu bei, den Gesamteindruck entscheidend zu verbessern.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Viele Themen sind problematisch, wie ich bereits in den einzelnen Bewertungen erläutert habe.
Verbesserungsvorschläge
Es gibt viele kleinere Punkte, die ich hier nicht einzeln aufzählen möchte. Zwei Aspekte möchte ich jedoch besonders hervorheben:
1. Cherry 2.0: Es sollte ein Weg gefunden werden, dass Mitarbeitende, Kunden und Außenstehende nicht mehr von „Cherry 2.0“ sprechen. Die vermehrten Einstellungen von Personen, die zuvor bei Cherry gearbeitet haben, hinterlassen einen negativen Beigeschmack. Da diese Mitarbeitenden in verschiedenen Abteilungen eingesetzt werden, entsteht der Eindruck eines „inner circle“, der wesentliche Bereiche bei Assmann übernommen hat.
2. Fehlbesetzungen bei Vorgesetzten: Es gibt Vorgesetzte, die offenbar nicht für Führungsverantwortung geeignet sind. Dies ist bei einigen Mitarbeitenden bereits bekannt, bei anderen noch nicht. Die Geschäftsführung wird diese Problematik jedoch mit der Zeit bemerken müssen, da sie Auswirkungen auf Zusammenarbeit und Teamdynamik hat.
Arbeitsatmosphäre
Es hängt sehr von der jeweiligen Abteilung und sogar vom Zeitpunkt im Jahr/Monat ab. Einige Bereiche wären für mich klar ein Stern, andere bewegen sich eher bei 3–3,5.
Kommunikation
Bei bestimmten Themen funktioniert die interne Kommunikation gut und erfolgt zeitgerecht. In anderen Fällen werden Informationen jedoch erst verspätet weitergegeben, was zu Unsicherheiten und unnötiger Unklarheit führt.
Kollegenzusammenhalt
In den einzelnen Abteilungen kann der Zusammenhalt durchaus gut sein. Abteilungsübergreifend ist das jedoch leider selten der Fall. Probleme oder Herausforderungen werden häufig nicht gemeinsam und zeitnah angegangen; stattdessen kommt es zunächst zu Schuldzuweisungen zwischen den Abteilungen.
Work-Life-Balance
Auch hier zeigt sich ein ähnliches Bild: Es hängt stark von der jeweiligen Abteilung und dem Bereich ab. In den Teams, in denen Homeoffice möglich ist, werden in der Regel 2–3 Tage pro Woche angeboten. Diese können teilweise flexibel gelegt und nach Absprache auch problemlos getauscht werden.
Vorgesetztenverhalten
Zwischen den Abteilungen bestehen teils gravierende Unterschiede. Einige Vorgesetzte üben ihre Rolle verantwortungsbewusst und kompetent aus. In anderen Abteilungen zeigt das Führungsverhalten jedoch deutliche Defizite; manche Vorgesetzte scheinen für ihre Position ungeeignet zu sein.
Interessante Aufgaben
Wie in jedem Unternehmen gibt es sowohl interessante als auch eher ermüdende Aufgaben. Zudem erhalten einige Personen aufgrund ihrer Position spannenderes Aufgabenmaterial als andere.
Gleichberechtigung
Im Allgemeinen ist die Gleichberechtigung im Unternehmen gut umgesetzt. Dennoch zeigt sich auf der Führungsebene eine deutliche Unterrepräsentation von Frauen.
Umgang mit älteren Kollegen
Altersdiskriminierung gibt es nicht. Ältere Mitarbeitende werden nicht nur für ihre Erfahrung und ihre Einschätzungen geschätzt, sondern allgemein als wertvolle Mitglieder des Teams anerkannt. Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen ist jedoch nicht überdurchschnittlich.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung des Unternehmens ist durchschnittlich – weder besonders modern noch altmodisch. Allerdings sollte die Geschäftsführung den Teppichboden überdenken: Zwar dämpft er Geräusche, doch viele Mitarbeitende berichten über vermehrtes Niesen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Früher gab es im Unternehmen Ambitionen, die wirklich vorbildlich waren – zum Beispiel Photovoltaik auf dem Dach oder eigene Bienen in der Nähe des Unternehmens, kurz vor einem Waldgebiet. Mittlerweile haben jedoch viele andere Unternehmen ähnliche Maßnahmen umgesetzt, sodass Aspekte wie Photovoltaik inzwischen weitgehend Standard sind. Insgesamt würde ich das Engagement daher nur noch leicht über dem Durchschnitt bewerten.
Gehalt/Benefits
Das Thema Gehalt ist etwas komplex. Einige Mitarbeitende sind mit ihrem Gehalt zufrieden, während andere unter dem Branchendurchschnitt verdienen. Gehaltserhöhungen erfolgen eher selten und meist nur in geringem Umfang. Allerdings hängt vieles von der individuellen Person, der Position und dem Zeitpunkt des Eintritts ins Unternehmen ab.
Image
Digitus, die Marke von Assmann, genießt ein gutes Image auf dem Markt und ist deutlich bekannter als das Unternehmen selbst. Als Arbeitgeber hat Assmann jedoch stark an Ansehen verloren.
Karriere/Weiterbildung
Karriere: Früher war der Aufstieg innerhalb des Unternehmens deutlich einfacher möglich. Auf Führungsebene und sogar in der Geschäftsführung finden sich heute noch Personen, die ihre Karriere bei Assmann mit einer Ausbildung begonnen haben. Diese Zeiten sind jedoch vorbei: Neue Führungskräfte werden nahezu ausschließlich extern rekrutiert, und Director-Positionen werden aktuell fast ausschließlich mit Personen besetzt, die zuvor bei Cherry SE gearbeitet haben.
Weiterbildung: Grundsätzlich besteht die Möglichkeit zur Weiterbildung, insbesondere wenn sie einen direkten Vorteil für die Position bietet. In solchen Fällen wird die Fortbildung teilweise unterstützt und ermöglicht, allerdings scheint dies stark von der jeweiligen Situation und dem Thema abzuhängen.