Zwischen Boreout und strategischer Orientierungslosigkeit – Anspruch und Realität klaffen weit auseinander
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Die hohe Flexibilität durch die 100 % Homeoffice-Option (für Remote-Mitarbeitende).
- Die unkomplizierte Urlaubsplanung und der Respekt gegenüber privaten Terminen (Arztbesuche etc.).
- Die Bereitstellung solider Hardware und Betriebsmittel für die tägliche Arbeit.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Unpünktliche Zahlungen von Gehältern und Reisekosten – in der aktuellen Zeit ein absolutes No-Go.
- Die mangelnde fachliche Wertschätzung gegenüber langjährigen Experten.
- Fehlende Integrität: Unwahre Aussagen gegenüber Kunden/Bewerbern beschädigen den Ruf der gesamten Belegschaft.
- Die aktuelle Boreout-Gefahr durch fehlende Projekte und mangelnde Innovation (z. B. im Bereich AI).
- Veraltete Verhaltensweisen und Sprüche gegenüber weiblichen Kollegen.
Verbesserungsvorschläge
- Ehrlichkeit und Transparenz: Offene Kommunikation über die wirtschaftliche Lage statt Beschönigung und unrealistischer Versprechungen gegenüber Mitarbeitenden und Kunden.
- Verbindlichkeit: Einführung von schriftlichen Protokollen oder Bestätigungen nach Absprachen; weg von der „Staubwolken-Taktik“.
- Professionalität in der Führung: Eine klare strategische Ausrichtung formulieren und Expertenmeinungen (Senioren) ernst nehmen, statt sie abzuwinken.
- Gleichbehandlung: Einheitliche und faire Regeln für Homeoffice und Büropräsenz schaffen, die für alle gleichermaßen gelten.
- Existenzsicherung: Pünktliche Gehaltszahlungen müssen oberste Priorität haben.
Arbeitsatmosphäre
Die Wertschätzung gegenüber erfahrenen Senioren ist gering. Fachliche Argumente werden oft ignoriert, was zu strategischen Fehlentscheidungen führt. Das Vertrauen in die Führung ist aufgrund von Missmanagement und falschen Versprechungen kaum noch vorhanden. Zudem stört im Büro die Beschallung durch Musik über Boxen in Mehrpersonenbüros die Konzentration.
Kommunikation
Ein massives "Red Flag"-Thema. Hintergründe zu strategischen Entscheidungen fehlen oft. Trotz wirtschaftlicher Krise (Kurzarbeit, Entlassungen, Projektmangel) wird nach innen alles schöngeredet. In den internen Tools herrscht teilweise Totenstille ("Geisterfirma"). Fragen in Team-Meetings werden oft abgewiegelt oder auf "später" verschoben, was dann nie stattfindet.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist grundsätzlich gut, allerdings gibt es eine spürbare Grüppchenbildung zwischen "alt eingesessenen" und neuen Kollegen.
Work-Life-Balance
Positiv: 100% Homeoffice ist oft möglich, Urlaub und Termine werden respektiert. Negativ: Die Regeln für die Büropräsenz (Raum Nürnberg) werden willkürlich und nicht für alle gleichermaßen konsequent angewendet.
Vorgesetztenverhalten
Es fehlt an einer klaren Vision und Führung. Entscheidungen werden oft irrational und ohne Einbeziehung der betroffenen Experten getroffen – teilweise werden Aufgaben ohne Blick in den Kalender oder Kapazitätsplanung einfach festgelegt. Absprachen sind oft unverbindlich; bittet man um schriftliche Fixierung (z.B. per Mail), wird dies konsequent vermieden. Zudem mangelt es an Integrität: Die Kommunikation gegenüber Dritten (Kunden/Bewerbern) entspricht nicht immer der Realität (z.B. falsche Angaben zu Mitarbeiterstandorten), was die Seriosität massiv untergräbt.
Interessante Aufgaben
Aktuell herrscht akuter Projektmangel. Statt Innovation (z.B. im KI-Bereich) gibt es lediglich kleinere Support-Themen. Es droht ein Boreout.
Gleichberechtigung
Frauen werden teilweise weniger ernst genommen. Dass im Jahr 2026 noch unpassende, sexistische Sprüche ("unsexy") fallen, ist absolut inakzeptabel und zeigt einen Mangel an zeitgemäßer Unternehmenskultur.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Ältere Kollegen erfahren die gleiche (leider oft geringe) Wertschätzung wie alle anderen auch. Eine explizite Benachteiligung aufgrund des Alters ist nicht festzustellen.
Arbeitsbedingungen
Hardware ist meist okay, aber bei Upgrades (Handy/Notebook) muss man privat zuzahlen, wenn man über ein knapp bemessenes Limit kommt. Im Sommer wird es im Büro ohne Klimaanlage sehr heiß.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wenig Fokus, vor allem bei alltäglichen Dingen wie Kaffeekapseln oder nachhaltigen Lebensmitteln besteht Nachholbedarf.
Gehalt/Benefits
Große, intransparente Gehaltsunterschiede bei gleicher Qualifikation. Junioren werden am unteren Branchenlevel bezahlt. Benefits wurden fast komplett gestrichen. Das kritischste Thema: Gehälter und Reisekosten werden oft unpünktlich gezahlt – in der aktuellen Lage ein absolutes Ausschlusskriterium.
Image
Der Ruf am Markt ist bei Mitbewerbern bereits sichtlich angekratzt. Man sollte sich bewusst sein, mit wem man sich identifiziert.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt keinen strategischen Plan. Man soll "irgendwelche" Zertifikate machen, aber eine echte Personalentwicklung oder Aufstiegschancen existieren nicht.