Erwartungen und Realität passen nicht zusammen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Möglichkeit zum Homeoffice war für mich klar positiv und hat den Arbeitsalltag deutlich flexibler gemacht. Ebenfalls gut fand ich dass es einige Zusatzleistungen gab zum Beispiel die monatliche Karte sowie die Möglichkeit bestimmte Belege einzureichen. Positiv war auch dass es einzelne Kollegen gab mit denen man offen sprechen konnte und die unterstützend waren. Außerdem war das Team insgesamt vielfältig aufgestellt was ich als angenehm wahrgenommen habe.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht fand ich vor allem die sehr schwache und oft unklare Kommunikation. Wichtige Informationen kamen aus meiner Sicht häufig zu spät unvollständig oder widersprüchlich. Entscheidungen wirkten für mich oft wenig transparent und wurden teilweise sehr kurzfristig kommuniziert was zu Unsicherheit geführt hat.
Dazu kam dass es für mich kaum eine erkennbare fachliche Entwicklung gab. Während meiner gesamten Zeit konnte ich kein einziges Kundenprojekt durchführen und auch intern gab es nur selten sinnvolle Aufgaben mit echtem Mehrwert. Statt einer klaren Perspektive lag der Fokus aus meiner Sicht eher auf Zertifikaten und dem Optimieren von Profilen als auf echter Weiterentwicklung.
Auch beim Thema Führung hatte ich keinen guten Eindruck. Vieles wirkte nicht sauber abgestimmt und bei Problemen fehlte mir Verlässlichkeit Klarheit und Einsicht. Insgesamt hatte ich deshalb oft das Gefühl dass nach außen ein besseres Bild vermittelt wurde als intern tatsächlich gelebt wurde.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Transparenz in Entscheidungen und bei wichtigen Unternehmensentwicklungen wäre aus meiner Sicht ein großer Schritt nach vorn. Informationen sollten klarer einheitlicher und rechtzeitiger kommuniziert werden damit Mitarbeiter nicht ständig mit kurzfristigen Änderungen oder widersprüchlichen Aussagen umgehen müssen.
Auch Prozesse Verantwortlichkeiten und Führungsstrukturen sollten klarer definiert werden statt Themen über Umwege oder spontan weiterzugeben. Bei Personalthemen Projekten und interner Kommunikation wäre mehr Verlässlichkeit wichtig. Digitale Tools können unterstützen sollten aber nicht die eigene Einschätzung Verantwortung und klare Führung ersetzen.
Zusätzlich wären ein nachvollziehbarer Karrierepfad fairere und einheitlichere Gehaltsstrukturen sowie eine echte inhaltliche Förderung der Mitarbeiter wichtige Verbesserungen.
Arbeitsatmosphäre
Da ich überwiegend im Homeoffice tätig war, habe ich die Arbeitsatmosphäre im Büro nur eingeschränkt erlebt. Wenn ich vor Ort war, waren die meisten Kollegen in der Regel stark in ihre Arbeit eingebunden, weshalb es eher ruhig und sachlich zuging. Gleichzeitig gab es aber auch Momente des Austauschs, zum Beispiel beim gemeinsamen Mittagessen, bei denen man sich untereinander unterhalten und vernetzen konnte. Insgesamt habe ich die Atmosphäre daher als eher neutral wahrgenommen: nicht besonders herzlich oder teamorientiert im Alltag, aber auch nicht unangenehm.
Image
Beim Image des Unternehmens habe ich insgesamt keinen guten Eindruck gewonnen. Für mich wirkte vieles sehr intransparent und nach außen deutlich besser dargestellt als intern. Wichtige Informationen waren aus meiner Sicht oft unvollständig, widersprüchlich oder wurden später wieder geändert.
Dadurch entstand bei mir wenig Vertrauen in die Führung. Aussagen wirkten häufig nicht verlässlich und mussten teilweise von anderer Seite korrigiert oder zurückgenommen werden. Auch im Umgang mit dem Thema Kurzarbeit hatte ich nicht das Gefühl, dass alles klar und transparent kommuniziert wurde.
Insgesamt war das Image für mich daher deutlich schlechter als es nach außen vermittelt wurde.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance habe ich insgesamt als sehr gut erlebt. Durch die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, war der Arbeitsalltag für mich deutlich entspannter und flexibler. Auch wenn man zwischendurch einen Termin hatte oder kurzfristig etwas erledigen musste, wurde damit nach meiner Erfahrung meist kulant umgegangen. In diesem Punkt habe ich das Unternehmen daher positiv wahrgenommen.
Karriere/Weiterbildung
Karriere und Weiterbildung habe ich als eher schwach wahrgenommen. Der Fokus lag hauptsächlich darauf, Zertifikate zu machen und den eigenen Lebenslauf zu optimieren. Ein klarer Entwicklungsplan oder eine strukturierte Förderung über Zertifizierungen hinaus war für mich nicht erkennbar.
Gehalt/Benefits
Beim Gehalt und den Sozialleistungen war das Gesamtpaket aus meiner Sicht noch in Ordnung. Gleichzeitig gab es für mich aber kaum eine erkennbare Perspektive auf Gehaltserhöhungen oder einen klaren Karrierepfad.
Die Gehälter wirkten auf mich insgesamt sehr unterschiedlich, vor allem bei Junioren hatte ich teilweise den Eindruck, dass sie eher niedrig bezahlt und wenig gefördert wurden. Auch das variable Gehalt wurde aus meiner Sicht nicht einheitlich gehandhabt. Bei manchen Kollegen wurde es großzügiger behandelt als bei anderen, wodurch das System für mich wenig transparent und schwer nachvollziehbar wirkte.
Positiv waren Zusatzleistungen wie die Erstattung von Belegen für Lebensmittel oder Mittagessen sowie eine monatliche Zusatzleistung auf eine Karte. Negativ war allerdings, dass die Gehaltszahlungen oft sehr spät kamen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Umwelt und Sozialbewusstsein habe ich keinen besonders positiven Eindruck gewonnen. Im Arbeitsalltag wurde aus meiner Sicht wenig Wert auf Nachhaltigkeit gelegt zum Beispiel durch den Einsatz von Kaffeepads und insgesamt wenig erkennbaren Bemühungen Ressourcen bewusster zu nutzen. Auch technisch wirkte manches nicht zeitgemäß etwa der Serverraum. Insgesamt hatte ich nicht den Eindruck dass dieses Thema im Unternehmen eine größere Rolle gespielt hat.
Kollegenzusammenhalt
Den Kollegenzusammenhalt habe ich insgesamt eher neutral erlebt. Es gab einige Kollegen, mit denen man offen sprechen konnte und die in bestimmten Situationen auch hinter einem standen. Das war auf jeden Fall positiv. Darüber hinaus habe ich den Zusammenhalt aber nicht als besonders stark wahrgenommen. Insgesamt also weder wirklich schlecht noch besonders ausgeprägt.
Umgang mit älteren Kollegen
Beim Umgang mit älteren beziehungsweise langjährig beschäftigten Kollegen habe ich keinen negativen Eindruck gehabt. Nach meiner Wahrnehmung wurden Kolleginnen und Kollegen die schon länger im Unternehmen waren eher geschätzt und teilweise auch bevorzugt behandelt. Zwischen ihnen und der Führung gab es zum Teil ein eher freundschaftliches Verhältnis.
Ich hatte außerdem den Eindruck dass nicht für alle die gleichen Regeln galten. Für uns war die Teilnahme an der Bürowoche Pflicht während andere Kollegen plötzlich nicht mehr daran teilnehmen mussten. Das betraf nicht nur einen einzelnen Fall sondern mehrere Kollegen. Insgesamt wirkte es auf mich so als hätten langjährige oder bevorzugte Mitarbeiter deutlich mehr Freiheiten.
Vorgesetztenverhalten
Wenn es möglich wäre, würde ich hier keinen Stern vergeben. In einem direkten Gespräch konnte man zwar grundsätzlich mit dem Geschäftsführer reden, aber alles, was darüber hinausging, habe ich als sehr problematisch erlebt. Gerade bei Themen wie Informationsweitergabe, Unterstützung, Entwicklungsmöglichkeiten oder Projektorganisation war mein Eindruck sehr negativ. Aus meiner Sicht fehlte es oft an Klarheit, Verlässlichkeit und auch an echter Einsicht, wenn Probleme angesprochen wurden. Insgesamt habe ich das Vorgesetztenverhalten daher als sehr enttäuschend empfunden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen habe ich insgesamt eher gemischt bis negativ wahrgenommen. Positiv war, dass die Notebooks modern waren und zuverlässig funktioniert haben. Bei der Ausstattung für das Homeoffice, zum Beispiel bei den Dockingstationen, wurde aus meiner Sicht jedoch eher einfache Technik verwendet.
Im Büro gab es meiner Meinung nach zu wenige Arbeitsplätze. Durch die unterschiedliche technische Ausstattung konnte man nicht an jedem Platz gleich gut arbeiten. Gerade in den Bürowochen war das deutlich spürbar, da nicht immer genügend geeignete Arbeitsplätze vorhanden waren. Zusätzlich waren die Bürostühle aus meiner Sicht sehr unbequem, was das Arbeiten vor Ort erschwert hat.
Positiv hervorheben kann ich den Gemeinschaftsraum mit TV sowie die offene Küche, in der man sich zusammensetzen konnte. Insgesamt haben diese Punkte die eher schwachen Arbeitsbedingungen für mich jedoch nicht ausgeglichen.
Kommunikation
Die Kommunikation habe ich insgesamt als sehr schlecht erlebt. Vom Geschäftsführer kamen nur wenige Informationen, und wenn überhaupt, dann oft erst dann, wenn es nicht mehr anders ging. Auch seine Erreichbarkeit war aus meiner Sicht stark eingeschränkt, was gerade bei Rückfragen, während der Einarbeitung oder bei organisatorischen Themen schwierig war.
Besonders negativ fand ich, wie kurzfristig wichtige Entscheidungen und Informationen kommuniziert wurden. Ein Beispiel war für mich die Situation rund um die Kurzarbeit: Einen Tag vorher wirkte noch alles normal, dann hieß es plötzlich, die Kurzarbeit werde verlängert, kurz darauf müsse man Maßnahmen ergreifen und nur wenige Stunden später wurden in 1 zu 1 Gesprächen Kündigungen ausgesprochen. Solche Abläufe haben bei mir für große Unsicherheit gesorgt.
Es wurde später ein Stellvertreter eingestellt, damit die Kommunikation und die Abläufe besser werden. Aus meiner Sicht hat das aber kaum etwas verbessert, weil trotzdem vieles weiter erst mit dem Geschäftsführer abgestimmt werden musste. Dadurch wurde der Weg eher noch länger und unklarer. Ich hatte oft den Eindruck, dass Informationen zu spät, unvollständig oder auch widersprüch
Gleichberechtigung
Zur Gleichberechtigung kann ich nichts Negatives sagen. Es wurden Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen eingestellt und beschäftigt, sowohl was Herkunft als auch Religion angeht. Das habe ich als sehr positiv und selbstverständlich im Arbeitsalltag wahrgenommen.
Interessante Aufgaben
Für mich gab es leider kaum interessante Aufgaben. Während meiner gesamten Zeit im Unternehmen konnte ich kein einziges Kundenprojekt durchführen. Neue Projekte kamen praktisch nicht dazu und bestehende Projekte wurden nach und nach beendet oft auch durch die Auftraggeber selbst. Es wurde zwar regelmäßig gesagt dass Projekte in der Pipeline seien oder Ausschreibungen laufen bei mir ist davon aber nichts angekommen.
Stattdessen hieß es häufig man solle Zertifikate machen und den eigenen Lebenslauf verbessern. Teilweise hatte ich dabei den Eindruck dass Profile möglichst passend dargestellt werden sollten damit Projekte überhaupt gewonnen werden können und man sich im Fall einer Zusage dann innerhalb sehr kurzer Zeit in neue Themen einarbeiten müsse. Auch interne Aufgaben waren nur selten vorhanden. Wenn es etwas gab wirkte es auf mich oft wenig sinnvoll und ohne echten Mehrwert. Insgesamt war die Aufgabenlage für mich deshalb sehr enttäuschend.