Buschfunk im Tal der Trauer
Arbeitsatmosphäre
Angespannt, gereizt, überhastet, unkoordiniert
Kommunikation
Hier ist eins der größten Probleme. Es wird nicht miteinander kommuniziert. Man steht von heute auf morgen vor vollendeten Tatsachen und niemand weiß Bescheid.
Dass fängt bei Kleinigkeiten an und geht bis zu essenziellen Strukturen welche alle betreffen.
Es ist fraglich ob man den Angestellten schlichtweg nichts über anstehende Dinge sagen will oder ob es einfach als nicht wichtig angesehen wird.
So gibt es immer Gerüchte und Getuschel während sich alle einfach nur Klarheit wünschen.
Es gibt schwarze Bretter und Mail Konten für Mitarbeiter, da müsste Tagesaktuell informiert werden.
Aber noch viel besser:
Was wäre so schwer daran eine monatliche Ansprache zu Organisieren? Was ist letzten Monat passiert, was steht im kommenden an, simple Dinge damit endlich mal alle auf dem gleichen Stand sind.
Kollegenzusammenhalt
Hat sich tatsächlich in den letzten 2 Jahren gefühlt etwas gebessert. Wenn das Team immer kleiner wird, geht es auch kaum anders.
Work-Life-Balance
Hier hat sich gefühlt noch nie etwas getan. Keine Brückentage, kein Frei zwischen Weihnachten und Silvester, es wird so viel gearbeitet wie nur geht. Ob es die Auslastung hergibt oder nicht, Anwesenheit wird gefordert. Immerhin ist der längst unrentable Samstag für die PKW abgeschafft worden.
Es gibt Unternehmen da bekommt man Beispielsweise zum Geburtstag frei oder man kann Freitag nach dem Mittag gehen und sein Wochenende genießen, solche neumodischen Konzepte sind absolut fremd.
Aber auch wenn immer wieder Leute das Unternehmen verlassen, da der Umgang, die Anforderungen, die Arbeitszeiten und das Gehalt nicht zueinander passen scheint sich hier nichts zu verändern.
Handwerk ist nicht immer attraktiv aber es kann eben auch anders laufen.
Arbeiter andere Gewerke haben teilweise fragend und mitleidig geschaut als man erzählte nach welchen Systemen und Arbeitszeiten die „Leistung mit Leidenschaft“ hier erbracht wird. Oft ist der kurze Freitag da der Standard.
Vorgesetztenverhalten
Nachdem eine Stelle (wenn auch gefühlt Jahre zu spät) neu besetzt wurde, hat sich in einem Produktivbereich vieles verbessert. Hätte man da früher eingegriffen, denn die Zeichen waren seit langem zu erkennen, wäre der interne Fachkräftemangel heute deutlich geringer.
Allgemein gesehen fühlt man sich als Schrauber trotzdem immer noch als jemand der den Mund zu halten und auszuführen hat. Da werden fragwürdige Strukturen und Prozesse in klimatisierten Büros erstellt oder von Drittfirmen eingekauft und jegliche Kritik „von unten“ verhallt scheinbar schnell im Nirgendwo. So lange den Leuten etwas auferlegt wird und man nicht gemeinsam an Wegen arbeitet bleibt die Stimmung wohl wie sie ist.
Interessante Aufgaben
Sind sicherlich vorhanden, doch kämpft man oft mehr mit den äußeren Umständen als mit den Aufgaben selbst.
Gleichberechtigung
Auf dem Papier sind alle gleich, in der Realität… nunja
Umgang mit älteren Kollegen
Passt
Arbeitsbedingungen
Aufgezwungene halbfertige digitale Auftragsabwicklung, welche doppelt so viel Zeit in Anspruch nimmt wie früher bringt Frust. Viel davon.
Dazu längere Wartezeiten und Bearbeitungszeiten, keine oder mangelnde Vernetzung der Systeme.
Wehe dem ein unvorhergesehenes Update startet, fröhlich dreht sich der Kreis doch sonst geht plötzlich nichts mehr.
Papier war geduldig, wer schrieb der blieb, per Brechstange digital zu werden machte vieles nicht besser.
Digitalisierung? Ja! Wenn alle Systeme miteinander kommunizieren und zwar in alle Richtungen. Alles andere war ein schnellschuss.
Im Sommer heiß, im Winter kalt.
Man könnte meinen seit 10 Jahren ist der Dampfstrahler mehr in der Reparatur als einsatzbereit.
Die „neue“ Waschanlage wäre eigentlich wieder zu erneuern.
Frei gewordene Stellen an Info und Lager welche nicht nachbesetzt werden machen alles andere als „fit for Future“ ganz im Gegenteil. Die Kollegen die dort noch gegen den Strom ankämpfen schaffen den Arbeitsdruck auch nicht auf Dauer.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man ist stets bemüht.
Gehalt/Benefits
Wir sind nicht am untersten Ende aber mal ganz Ehrlich, mit dem gebotenen holen wir niemand aus der Industrie ab oder ziehen erfahrene Fachkräfte an.
So hält man ja kaum die Eigenen.
Das Personalkarussell dreht sich immer schneller.
Entweder interessiert dass nicht oder man nimmt es gern hin, spart ja Lohnkosten.
Erst wenn der letzte langjährige Arbeiter resigniert gegangen ist, fällt vielleicht auf dass man mit Quereinsteigern und Junggesellen den Laden nicht qualitativ aufrecht erhalten kann.
Ost/West Unterschied scheinbar immer noch vorhanden, was nur mit Kopfschütteln anzusehen ist.
Dass der Obstkorb im Sommer Hitzefrei bekommt aber nicht die Mitarbeiter ist fast schon amüsant.
Ebenso interessant, monatliche Getränkepauschale wurde erhöht, Anzahl der Kaffeeautomaten halbiert, Kaltgetränke kosten nun Extra.
Ob der dazugekommene Wasserspender diese Aktion fair werden lässt, darüber lässt sich streiten.
Man hat eine Haustankstelle mit Diesel, warum gewährt man den Mitarbeitern dort nicht in Kriesenzeiten Tanken zum Haustarif? Vielen Arbeiten um zu tanken und tanken um auf Arbeit zu fahren.
Image
Ein Eindruck lässt sich auf Bewertungsportalen erahnen.
Karriere/Weiterbildung
Lehrgänge werden ermöglicht wenn die Hersteller den Bildungsgrad vorschreiben.
Man fährt mit dem Auto dort hin und zurück? Eine Strecke gilt als Arbeitszeit, die andere dient scheinbar nur zum Vergnügen.
Gibt es für mehr Qualifikation und mehr Verantwortung auch mehr Gehalt?
Von selbst passiert da meist nichts und selbst wenn man es anspricht fragt man sich oft hinter wieso man dies eigentlich tat.
