Ein Arbeitgeber, der sich leider stark verändert hat
Gut am Arbeitgeber finde ich
Was ich wirklich gut finde, sind meine Kollegen und vor allem mein direktes Team. Der Zusammenhalt ist nach wie vor da. Das ist für mich auch der wichtigste Grund, warum ich überhaupt noch gerne zur Arbeit komme. Auch meine eigentlichen Aufgaben machen mir Spaß. Sie sind abwechslungsreich und herausfordernd. Das Bistro ist für mich ebenfalls ein echter Pluspunkt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Was mich am meisten enttäuscht, ist die Entwicklung der letzten Jahre. Ich bin seit mehreren Jahren hier und habe die Bank einmal ganz anders erlebt.
Früher wurden flache Hierarchien tatsächlich gelebt und man hatte das Gefühl, dass den Mitarbeitern vertraut wird. Heute gibt es aus meiner Sicht mehr Hierarchieebenen, längere Entscheidungswege, eine Kommunikation, die häufig nur noch von oben nach unten läuft, und eine stärkere Kontrollkultur.
Besonders enttäuschend finde ich, wie mit der aktuellen Situation rund um Homeoffice und die zunehmende Präsenzpflicht von 4 Tagen pro Woche umgegangen wird. Mir ist bewusst, dass ein Arbeitgeber nicht auf jede einzelne Lebenssituation Rücksicht nehmen kann. Was mich aber enttäuscht, ist der Eindruck, dass die Auswirkungen auf die Mitarbeiter zwar bekannt sind, letztlich aber keine wirkliche Rolle bei der Entscheidung spielen. Besonders schwierig finde ich die Haltung, dass man weiß, dass dadurch Mitarbeiter kündigen werden und offenbar bereit ist diese Konsequenz zu tragen, unabhängig davon, welche Auswirkungen das z.B. auf die verbleibende Mitarbeiter hat.
Auch die Art, wie von höheren Führungsebenen teilweise mit Kritik oder Unzufriedenheit umgegangen wird, hinterlässt bei mir mittlerweile ein ungutes Gefühl. Man bekommt teilweise den Eindruck vermittelt: „Es gibt doch genug Benefits und wenn es einem nicht gefällt, kann man ja gehen.“
Nach so vielen Jahren bei einem Unternehmen ist es ziemlich ernüchternd, so etwas zu erleben.
Verbesserungsvorschläge
Ich würde mir vor allem wünschen, dass wieder mehr Vertrauen in die Mitarbeiter gesetzt wird. Nicht jede Entscheidung muss jedem gefallen. Aber bei großen Veränderungen sollte man die Mitarbeiter zumindest ernsthaft anhören und ihre Lebenssituationen berücksichtigen. Gerade bei der Homeoffice-Regelung hätte ich mir genau das gewünscht.
Außerdem wünsche ich mir wieder eine Kommunikation auf Augenhöhe. Weniger „Das ist jetzt eben so“ und mehr Erklärungen, Austausch und echtes Zuhören.
Die Bank hat früher gezeigt, dass Vertrauen, Eigenverantwortung und Flexibilität funktionieren. Ich würde mir wünschen, dass man sich daran wieder erinnert. Flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege, Vertrauen und Flexibilität waren für mich früher nicht nur Werbeversprechen, sondern wurden tatsächlich gelebt.
Wenn sich die tatsächlichen Arbeitsbedingungen inzwischen deutlich verändert haben, sollte auch die Außendarstellung entsprechend angepasst werden. Auf Kununu wird weiterhin mit Flexibilität sowie einem stabilen und sicheren Arbeitsplatz geworben. Genau diese Punkte entsprechen meiner aktuellen Wahrnehmung leider gar nicht mehr. Wenn Mitarbeiter diese Entwicklung inzwischen ganz anders erleben, entsteht aus meiner Sicht ein falsches Bild für Bewerber.
Arbeitsatmosphäre
In meinem direkten Team ist die Zusammenarbeit nach wie vor sehr gut. Wir halten zusammen und unterstützen uns gegenseitig. Das allgemeine „Bank11-Gefühl“ ist für mich jedoch deutlich schwächer geworden. Früher hatte ich stärker das Gefühl, gemeinsam an etwas zu arbeiten und dass Mitarbeiter und Führungsebene auf Augenhöhe miteinander umgehen. Heute empfinde ich die Bank stärker von Hierarchien geprägt. Auch das Gefühl von Stabilität und Verlässlichkeit ist für mich verloren gegangen, da sich die Rahmenbedingungen über die letzten Jahre immer wieder verändert haben. Besonders schwierig finde ich Aussagen aus dem oberen Management, dass man damit rechnet, dass Mitarbeiter aufgrund der aktuellen Entwicklungen kündigen werden und dies in Kauf nimmt. Wenn gleichzeitig auf die schwierige Lage am Arbeitsmarkt und die vielen Entlassungen hingewiesen wird, entsteht bei mir eher die Botschaft: „Wenn es euch hier nicht gefällt, könnt ihr gehen! Woanders wird es gerade sowieso nicht besser.“ Gerade nach fast zehn Jahren wünsche ich mir mehr Stabilität, Verlässlichkeit und Zugehörigkeit. Schade, dass ich aus diesem Bank11-Gefühl heute deutlich weniger übrig spüre.
Gehalt/Benefits
Beim Gehalt habe ich persönlich nicht das Gefühl, dass Bank11 marktgerecht bezahlt. Es gibt zwar jährliche Gehaltsrunden, aber nicht jeder profitiert davon und die Erhöhungen fallen aus meiner Sicht eher gering aus. Auch Prämien oder Sonderzahlungen, die es früher einmal gab, sind inzwischen kaum noch ein Thema. Es gibt durchaus einzelne Standard-Benefits, zum Beispiel bessere Konditionen für bestimmte Bankprodukte, Fahrradleasing oder den Kinderbetreuungszuschuss. Auch das Bistro ist wirklich gut.
Insgesamt reichen diese Dinge für mich aber nicht aus, um die aus meiner Sicht eher schwache Vergütung auszugleichen.
Arbeitsbedingungen
Was Karriere und Weiterbildung betrifft, habe ich grundsätzlich gemischte Erfahrungen gemacht. Die Pflichtschulungen werden selbstverständlich durchgeführt. Darüber hinaus ist es unterschiedlich, ob beantragte Schulungen genehmigt werden.
Mit externen Seminarangeboten habe ich persönlich bisher grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht und konnte diese auch nutzen.
Bei den tatsächlichen Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten sehe ich allerdings noch Luft nach oben. Hier würde ich mir mehr klare Perspektiven und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung wünschen. Für mich gibt es hier nicht die gleichen Möglichkeiten wie bei anderen Arbeitgebern.
Gleichberechtigung
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war für mich lange einer der größten Pluspunkte von Bank11. Flexible Arbeitszeiten und vor allem die großzügige Homeoffice-Regelung haben sehr gut funktioniert.
Gerade deshalb enttäuscht mich die aktuelle Entwicklung besonders. Die zunehmende Präsenzpflicht von 4 Tagen pro Woche nimmt genau die Flexibilität weg, die für mich einmal einen großen Teil der Attraktivität dieses Arbeitgebers ausgemacht hat.
Ich finde es schade, dass man etwas, das über Jahre funktioniert hat und Vertrauen geschaffen hat, nun wieder zurückdreht. Gerade die Flexibilität und das Vertrauen waren für mich einmal große Stärken der Bank.

