Zum Glück gibt es andere Arbeitgebende...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Aufgaben waren abwechslungsreich und boten die Möglichkeit, selbstständig zu arbeiten und Kunden zu betreuen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsatmosphäre war oft angespannt und von Misstrauen geprägt. Die Kommunikation war unklar und widersprüchlich, zugesagte Versprechungen wurden häufig nicht eingehalten. Eine echte Fehlerkultur oder Transparenz gab es nicht.
Die Geschäftsführung zeigte sich wenig professionell und wertschätzend, kontrollierte sehr stark und bevorzugte Familienmitglieder deutlich. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wurde kaum berücksichtigt, Überstunden wurden vorausgesetzt, aber nicht anerkannt.
Auch das Betriebsklima litt unter Ausgrenzung, abwertenden Kommentaren und einer fehlenden Gleichbehandlung. Die Arbeitsbedingungen, insbesondere die Raumtemperatur und das Klima im Büro, waren unangenehm. Insgesamt fehlte es an Respekt, Wertschätzung und einer konstruktiven Zusammenarbeit.
Verbesserungsvorschläge
Lernt, eure Mitarbeitenden wirklich wertzuschätzen – sie sind euer wichtigstes Kapital, nicht umgekehrt. In der heutigen Zeit entscheiden sich Mitarbeitende bewusst für ein Unternehmen, nicht das Unternehmen allein für sie.
Es braucht mehr Offenheit, Respekt und Vertrauen, eine klare Kommunikation und eine echte Fehlerkultur. Nur so kann ein positives Arbeitsklima entstehen, in dem sich alle wohlfühlen und gerne mitarbeiten.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war leider dauerhaft angespannt. Die Geschäftsführung bestand aus einem Ehepaar, das auch privat sehr präsent im Arbeitsalltag war. Für mich war das ungewohnt und teilweise schwierig, da sich persönliche Dynamiken stark auf das Betriebsklima auswirkten.
Die Stimmung war oft gereizt, was offen gezeigt wurde – auch vor dem Team. Konstruktive Kommunikation war kaum möglich, Kritik wurde selten sachlich geäußert. Gespräche unter Kolleg:innen wurden nicht gern gesehen und häufig mit spöttischen Kommentaren wie „Habt ihr nichts zu tun?“ unterbrochen.
Ein Gefühl ständiger Beobachtung war allgegenwärtig. Es wurde genau registriert, wer mit wem sprach, wie lange eine Pause dauerte oder wer wann welchen Raum betrat. Das Vertrauen in die Mitarbeitenden schien nicht vorhanden zu sein.
Das führte zu einem Klima, das von Kontrolle, Misstrauen und Ausgrenzung geprägt war. Wer nicht ins persönliche Raster passte oder eine eigene Meinung vertrat, wurde schnell außen vor gelassen.
Kommunikation
Die Kommunikation innerhalb des Unternehmens war unstrukturiert und oft widersprüchlich. Aussagen seitens der Geschäftsführung deckten sich nicht, sodass es immer wieder zu Verwirrung kam. Es wurden mehrfach Versprechungen gemacht – zum Beispiel zu Aufgabenbereichen oder Arbeitszeiten – die später nicht eingehalten wurden.
Grundlegende Unternehmenswerte wie Transparenz, offene Kommunikation und eine gelebte Fehlerkultur wurden von der Führungsebene nicht eingehalten. Rückmeldungen oder Kritik wurden selten ernst genommen und nicht lösungsorientiert behandelt. Statt Klarheit und Austausch herrschten Unklarheit, Unsicherheit und Misstrauen.
Work-Life-Balance
Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und privaten Verpflichtungen war kaum möglich. Es wurde nicht gern gesehen, wenn Mitarbeitende auch außerhalb der Arbeit ein Leben hatten – private Termine oder familiäre Bedürfnisse stießen eher auf Unverständnis.
Überstunden wurden stillschweigend vorausgesetzt, ohne dass sie anerkannt oder ausgeglichen wurden – weder durch Freizeitausgleich noch durch Wertschätzung. Flexible Arbeitszeiten oder individuelle Lösungen waren nicht vorgesehen. Insgesamt entstand der Eindruck, dass vollständige Verfügbarkeit erwartet wurde – unabhängig von der persönlichen Lebenssituation.
Vorgesetztenverhalten
Die einzige Führungsebene bestand aus der Geschäftsführung selbst – es gab keine weitere Hierarchie oder strukturierte Führungspositionen. Umso gravierender fiel das Verhalten der Leitung ins Gewicht.
Ein professioneller Führungsstil war kaum erkennbar. Ausdrucksweise und Verhalten entsprachen oft nicht dem, was man in einem respektvollen Arbeitsumfeld erwarten würde – der Ton war teils schroff, spöttisch oder unangemessen vertraulich. Konstruktive Kommunikation auf Augenhöhe fand nicht statt.
Statt klarer Führung und fachlicher Kompetenz prägten persönliche Stimmungslagen und impulsives Verhalten den Umgang mit den Mitarbeitenden. Aus meiner Sicht wäre eine grundlegende Schulung in moderner, respektvoller Führung dringend notwendig.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst waren abwechslungsreich und durchaus interessant. Es gab die Möglichkeit, Kunden zu betreuen und sich fachlich einzubringen.
Allerdings war der Gestaltungsspielraum in der Praxis begrenzt: Verantwortung wurde oft dann übertragen, wenn es kritisch wurde oder jemand die Verantwortung für Fehler übernehmen sollte. In solchen Momenten war Eigeninitiative plötzlich gefragt – jedoch ohne Rückhalt oder klare Rahmenbedingungen.
Die Freiheiten im Arbeitsalltag wirkten daher eher situativ und waren stark davon abhängig, ob es gerade passte – nicht von Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeitenden.
Gleichberechtigung
Eine echte Gleichberechtigung gab es im Unternehmen nicht. Familienmitglieder der Geschäftsführung wurden deutlich bevorzugt – sei es bei der Ausstattung mit Firmenwagen, dem Gehalt oder anderen Vorteilen.
Mitarbeitende, die das Unternehmen verließen, wurden oft abwertend kritisiert und für ihre Arbeitsweise beleidigt. Besonders erschütternd war eine Aussage, die ich selbst miterlebt habe: „Der war schwul, da mussten wir keine gute Arbeit erwarten.“ Solche respektlosen und diskriminierenden Äußerungen sind absolut inakzeptabel und zeigen, wie wenig Wertschätzung gegenüber Vielfalt und Fairness im Unternehmen vorhanden ist.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren alles andere als angenehm. Im Büro war es ständig zu kalt, da das Heizen nie so eingestellt wurde, dass es tatsächlich warm wurde. Auch das neue Bürogebäude brachte hier keine Verbesserung mit sich.
Zudem wurde alles genau kontrolliert – selbst wenn jemand die Heizung auf Stufe 3 stellte, gab es sofort Ärger. Diese ständige Überwachung und der Mangel an Rücksicht auf grundlegenden Komfort sorgten für Frustration und Unwohlsein am Arbeitsplatz.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In Sachen Umweltbewusstsein besteht deutlicher Nachholbedarf. Zwar wird Müll getrennt, doch das war es im Wesentlichen auch schon.
Die Geschäftsführung fährt ausschließlich Fahrzeuge mit hoher PS-Zahl, was nicht gerade für Nachhaltigkeit spricht. Zudem wird der öffentliche Nahverkehr nicht gefördert – im Gegenteil, es wird erwartet, dass Mitarbeitende mit dem Auto zum Arbeitsplatz/ Kunden fahren, selbst wenn es durchaus gute Bahnverbindungen als Alternative gäbe.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt lag ungefähr im Mittelfeld und entsprach dem branchenüblichen Durchschnitt. Allerdings gab es keine leistungsorientierte Bezahlung oder Boni – unabhängig vom persönlichen Einsatz oder den Ergebnissen.
Zudem wurden Familienmitglieder der Geschäftsführung deutlich bevorzugt – sowohl bei der Vergütung als auch bei anderen finanziellen Vorteilen.
Image
Nach außen wirkt das Unternehmen oft professionell und gepflegt – „Außen hui“. Doch die inneren Abläufe und das Betriebsklima entsprechen leider nicht diesem Eindruck – „innen pfui“.
Karriere/Weiterbildung
nicht vorhanden