Strenge Hierarchien, fehlende Transparenz und kaum Entwicklungsmöglichkeiten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Anfangszeit war geprägt von echter Start-up-Kultur, persönlicher Nähe zur Gründung und viel Motivation - das war wirklich eine tolle Zeit. Dieser Spirit ging jedoch vollständig verloren, nachdem sich die Führung veränderte und das Unternehmen stärker auf Zahlen, Wachstum und Kontrolle ausgerichtet wurde.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Entscheidungen wurden ohne Einbezug getroffen. Vertrauen bestand nicht, da sensible Themen intern weitergegeben wurden. Rollen konnten kurzfristig geändert werden, ohne Rücksprache und mit deutlichen Einschnitten in die ursprünglichen Aufgaben. Flexible Arbeitsmodelle wurden zurückgenommen und stark kontrolliert. Mitarbeitende hatten kaum Einfluss auf ihre Entwicklung, Gehaltserhöhungen waren minimal und nur schwer durchsetzbar. Die interne Stimmung war belastet, und viele identifizierten sich weder mit dem Unternehmen noch mit dem Produkt. Der Umgang mit Mitarbeitenden, interne Konflikte und Personalentscheidungen führten zu einem negativen Arbeitsklima und einem spürbaren Vertrauensverlust.
Verbesserungsvorschläge
Transparente und verlässliche Kommunikation
Reduktion starrer Hierarchien
Echtes Vertrauen zwischen Führung/HR und Mitarbeitenden
Wiedereinführung flexibler Arbeitszeitmodelle
Klare Prozesse für interne Versetzungen und Rollenänderungen
Förderung einer offenen und respektvollen Feedbackkultur
Ernstgemeinte Anlaufstellen für Mitarbeitende, die nicht gegen sie verwendet werden
Arbeitsatmosphäre
Sehr hierarchisch. Lob fand kaum statt, Kritik dagegen häufig. Vertrauen war nicht vorhanden, da Entscheidungen ohne Einbezug getroffen wurden und vertrauliche Gespräche mit der HR an die Führung weitergeleitet wurden.
Image
Viele Mitarbeitende identifizierten sich weder mit dem Unternehmen noch mit dem Produkt. Interne Vorgänge, Personalentscheidungen und der Umgang mit Mitarbeitenden wirkten sich spürbar negativ auf das interne wie externe Image aus.
Work-Life-Balance
Frühere flexible Arbeitsmodelle wurden zurückgenommen. Home-Office wurde streng kontrolliert. Kernarbeitszeiten galten ohne Berücksichtigung familiärer Verpflichtungen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten waren kaum vorhanden. Hohe Arbeitslast machte es schwierig, Fortbildungen zu beantragen oder durchzuführen.
Gehalt/Benefits
Gehaltserhöhungen waren schwer durchsetzbar und erfolgten wenn dann in geringem Umfang und mit Vertagung auf Monate später. Titeländerungen wurden häufiger vergeben als Ermunterung, führten aber nicht zu einem höheren Gehalt. Weiterbildungen fanden selten statt (1x in 3 Jahren bei mir) und mussten dann in der Freizeit wahrgenommen werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wurde Nachhaltigkeit stark kommuniziert. Intern stand jedoch überwiegend die kostengünstigste Lösung im Vordergrund, nicht zwingend die nachhaltigste.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Teams gab es einen guten Zusammenhalt. Teamübergreifend war der Austausch gering. Das Core-Team agierte deutlich abgegrenzt von den übrigen Mitarbeitenden. Gemeinsame Aktivitäten fanden häufig ohne die unteren Ebenen statt.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeitende gab es kaum. Personen mit langer Betriebszugehörigkeit oder höherem Gehaltsniveau verließen das Unternehmen regelmäßig. Die Personalstruktur war stark auf sehr junge Mitarbeitende ausgerichtet.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetzte gaben wenig konstruktives Feedback. Ziele wurden einseitig vorgegeben. Mitarbeitende wurden nicht in Entscheidungsprozesse einbezogen. Kritik an Entscheidungen war unerwünscht. Versetzungen oder Änderungen der Stellenbeschreibung erfolgten ohne vorherige Absprache, auch wenn dies wesentliche Aufgabenbereiche betraf.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung entsprach dem aktuellen Standard. Wünsche nach zusätzlicher Hardware wurden meist erfüllt. Der Geräuschpegel im Büro war hoch, da viele private oder teaminterne Gespräche im Open Space geführt wurden.
Kommunikation
Zahlen wurden transparent gezeigt, jedoch meist zur Druckausübung genutzt. Der Austausch zwischen Teams war möglich, scheiterte aber oft an der hohen Arbeitslast.
Gleichberechtigung
Das Unternehmen war klar weiblich dominiert. Gleichberechtigung im klassischen Sinne spielte daher kaum eine Rolle. Der Anteil männlicher Mitarbeitender war gering, und diese wirkten häufig wenig integriert.