Bechtle hat Lange belastet, rechtzeitig habe ich es gestoppt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Einstieg in die IT-Branche
Möglichkeit, den Umgang mit Kunden und verschiedenen Systemen kennenzulernen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Abschließend lässt sich sagen, dass das Gehalt in keinem Verhältnis zum Arbeitsaufwand und Pensum steht und deutlich unter dem Branchendurchschnitt liegt. Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung oder Professionalisierung sind kaum vorhanden. Für große Ausgaben wie Stadienmieten oder Reisen nach Neckarsulm ist stets Geld vorhanden, beim eigenen Lohn spiegelt sich dies jedoch nicht wider; Boni oder Weihnachtsgeld gibt es nicht. Feiertage bedeuten oft zusätzliche Schichten, insbesondere für Kunden in anderen Bundesländern, ohne dass dafür ein Ausgleich gezahlt wird. Überstunden werden nicht erfasst oder bezahlt, und wer länger bleibt, um Aufgaben fertigzustellen, handelt auf eigene Verantwortung. Gleichzeitig gibt es Konsequenzen, wenn Arbeiten unvollständig bleiben.
Führungskräfte sind häufig mit Themen beschäftigt, die wenig mit dem Tagesgeschäft zu tun haben, und bekommen oft nicht mit, wie belastend die Situation für die Mitarbeitenden ist. Offene Stellen werden nicht besetzt oder nicht klar kommuniziert. Homeoffice wird nur eingeschränkt angeboten, maximal zwei Tage pro Woche, um die Mitarbeitenden scheinbar zufriedenzustellen, anstatt echte Flexibilität zu ermöglichen.
Die Leistungsmessung ist inkonsistent: Monatlich werden Zahlen präsentiert, während die eigenen Tickets und erledigten Aufgaben kaum gewürdigt werden. Fachabteilungen schieben Tickets zurück, sodass 1st-Level-Mitarbeitende oft mehrere Tage an Aufgaben arbeiten, die sie überfordern. Kunden verhalten sich häufig respektlos, geben keine Auskünfte und erwarten ständig mehr. Selbst bei Kunden, die zahlungsunfähig sind oder Rechnungen nicht begleichen, werden Verträge aus Kulanz fortgeführt, anstatt konsequent zu handeln. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die IT-Arbeit häufig einem Zirkus gleicht, bei dem die eigenen Mitarbeitenden überlastet werden, während Kunden als „Könige“ alles durchsetzen können.
Verbesserungsvorschläge
1. Fokus auf Kernkompetenzen: Bechtle sollte sich auf die Leistungen konzentrieren, die wirklich beherrscht werden, und weniger sinnlose Produkte oder Services verkaufen.
2. Aufgabenverteilung und Monitoring: Unnötiges Monitoring einzelner Clients reduzieren; Aufgaben klar den zuständigen Fachabteilungen zuweisen. 1st-Level-Mitarbeitende sollten sich auf Kernaufgaben konzentrieren: Anrufe entgegennehmen, Tickets erstellen und erste Hilfestellung leisten, statt stundenlang zu troubleshootern.
3. Personalaufstockung: Vor allem in der IT sollten mehr Mitarbeitende eingestellt werden, um Überlastung zu vermeiden.
4. Kommunikation: Kunden klar an Netiquette und respektvolles Verhalten erinnern; bei wiederholt respektlosem Verhalten konsequent handeln und, falls nötig, das Kundenverhältnis beenden.
5. Wertschätzung und Führung: Mitarbeitende wertschätzend behandeln, klare Rückmeldungen geben und sich aktiv mit den täglichen Arbeitsprozessen auseinandersetzen.
6. Abteilungsaufgaben klar trennen: Abteilungen sollten nur Aufgaben übernehmen, die in ihrem Verantwortungsbereich liegen; unnötige Zusatzaufgaben für andere Teams vermeiden.
7. Management-Präsenz: Die Geschäftsleitung sollte regelmäßig vor Ort sein, um ein realistisches Bild vom Arbeitsalltag zu bekommen.
8. Aufzeichnung von Gesprächen: Telefonate sollten für Schulungszwecke aufgezeichnet werden, um Qualität zu sichern und sicherzustellen, dass rassistische oder diskriminierende Kommentare nicht unbemerkt bleiben.
9. Faire Bezahlung.
Arbeitsatmosphäre
Nach außen wird ein familiäres Miteinander betont, in der Realität habe ich jedoch eine andere Atmosphäre erlebt. Gegen Ende meiner Zeit war die Stimmung sehr angespannt, was den Aufenthalt im Büro belastend machte. Während nach außen hin oft ein freundlicher Umgang gepflegt wurde, kam es im Hintergrund zu Gerede, Ausgrenzung und wenig unterstützendem Verhalten im Team.
Image
Das Image des Unternehmens wirkt nach außen professionell, intern zeigen sich jedoch erhebliche Herausforderungen. Fusionen und Übernahmen scheinen oft erzwungen, und wichtige Informationen, etwa zu Kurzarbeit im Headquarters, werden nicht transparent kommuniziert. Das Unternehmen setzt stark auf vergangene Erfolge und geht wenig auf aktuelle Entwicklungen und Marktanforderungen ein. Ohne eine klare strategische Ausrichtung und Anpassung an die Zeit sehe ich langfristige Risiken für den Standort; es besteht die reale Gefahr, dass bestimmte Standorte oder Geschäftseinheiten mittelfristig nicht mehr bestehen. Zudem ist das Unternehmen im Markt relativ unbekannt, und viele ehemalige Mitarbeitende berichten von negativen Erfahrungen
Work-Life-Balance
Eine ausgewogene Work-Life-Balance war kaum möglich. Durch wöchentlich wechselnde Schichten fehlte die Planbarkeit für private Termine, was das Leben stark an den Job gebunden hat. Auch längere Urlaube oder Auslandsaufenthalte ließen sich nur schwer realisieren. Homeoffice war offiziell möglich, wurde aber auf wenige Tage beschränkt und hatte bei der hohen Arbeitsbelastung gegen Ende eher negative Effekte – Abschalten war kaum machbar. Selbst nach Feierabend blieb häufig der Gedanke an den nächsten Arbeitstag und die anstehenden Aufgaben, was dauerhaft sehr belastend war. Wenn gerade weniger Arbeit anfiel, mussten stattdessen Veranstaltungen oder Fahrten übernommen werden. Auch bei Firmenevents bestand ein spürbarer Erwartungsdruck zur Teilnahme, obwohl diese offiziell freiwillig waren. Insgesamt entstand so ein Arbeitsumfeld, das auf Dauer ein hohes Risiko für Überlastung mit sich brachte.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Schulungsaccounts müssen zwischen Abteilungen geteilt werden, sodass sie nur selten und unregelmäßig nutzbar sind. Pflichtschulungen zu Compliance- und Diversitätsthemen werden regelmäßig wiederholt, während Verstöße gegen diese Regeln teilweise ignoriert werden, was den Eindruck einer ungleichen Umsetzung vermittelt. Versprochene Weiterbildungen werden oft nicht realisiert, und notwendige Schulungen erfordern teilweise unnötige Reisen, obwohl sie online hätten stattfinden können. Die angebotenen Zeit- und Managementschulungen empfand ich persönlich als wenig praxisnah und ineffektiv. Eine gezielte Professionalisierung ist schwierig, da Mitarbeitende gelegentlich in Abteilungen eingesetzt werden, für die sie nicht ausreichend qualifiziert sind. Auch die Einarbeitung neuer Mitarbeitender ist sehr knapp: Oft sitzen neue Kollegen nur kurz neben erfahrenen Mitarbeitenden, bevor sie Aufgaben übernehmen, und Fehler oder falsche Vorgehensweisen fallen häufig erst nach Wochen oder Monaten auf.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung und Sozialleistungen sind sehr begrenzt. Es gibt weder Boni noch Weihnachtsgeld, und kleine Aufmerksamkeiten wie Schokolade zu Weihnachten fallen mittlerweile ganz weg. Gehaltlich liegt die Bezahlung für eine 45-Stunden-Woche deutlich unter dem Branchendurchschnitt, auch nach Gehaltsgesprächen und Leistungsergebnissen, was im Team zu Ungleichheiten führt. Ausbildungsstatus wird oft als Begründung für niedrigere Bezahlung angeführt, während Leistung und Zahlen nicht entsprechend honoriert werden. Sozialleistungen sind unzureichend: Das ÖPNV-Abo wird nicht übernommen, stattdessen besteht Druck, private Altersvorsorgeprodukte über das Unternehmen abzuschließen, obwohl eigene Konditionen oft deutlich besser sind. Corporate-Benefits-Angebote existieren, bieten jedoch nur wenige attraktive Möglichkeiten und erfordern häufig hohe Eigeninvestitionen. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Vergütung und Zusatzleistungen nicht im Verhältnis zur Arbeitsbelastung stehen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein des Unternehmens wirkt in der Praxis eher wie Schein. Geräte werden einzeln verpackt und ungenutzt gelagert. Auch Kleinigkeiten wie Zuckerportionen werden einzeln verpackt statt in Streuern bereitgestellt. Obst und Gemüse steht nach Lieferung die ganze Woche ungeschützt herum: Karotten verschrumpeln, hochwertigere Produkte sind schnell vergriffen, und offenes Obst bietet Raum für Fruchtfliegen und Mücken. Zudem musste ich mehrfach Insekten in den Toiletten und Duschen melden, da diese nicht regelmäßig genutzt oder gereinigt werden. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Pflege und Ordnung wichtiger für das Unternehmensimage ist als der Komfort der Mitarbeitenden. Die IT-Ausstattung entspricht oft nicht den Anforderungen: Notebooks sind häufig refurbished und besitzen ein Design mit Lüftern an der Unterseite, wodurch eine Überhitzung droht, wenn keine geeignete Ablage vorhanden ist. Zudem werden Geräte von Partnerunternehmen bezogen, deren Produkte so konzipiert sind, dass sie schneller verschleißen und ersetzt werden müssen, was aus Nachhaltigkeitssicht problematisch ist. E-Autos werden zwar eingesetzt, tatsächlich gibt es jedoch zu wenige Lade
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen war stark personenabhängig. Mit anderen Abteilungen gab es kaum Austausch, außer wenn zusätzliche Aufgaben weitergereicht wurden. Auch innerhalb des Teams erschwerte eine ausgeprägte Grüppchenbildung das Miteinander. Kritisch empfand ich, dass über abwesende Kollegen offen gesprochen wurde und privates Vertrauen nicht immer gewahrt blieb. Hilfsbereitschaft war nicht selbstverständlich – wiederholte Nachfragen, etwa bei fachlichen Themen wie Zugängen, blieben teilweise unbeantwortet. Insgesamt war das Verhältnis daher eher distanziert und auf die Arbeit beschränkt.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen sind im Unternehmen nur vereinzelt vertreten. Die, die da sind, sind Teil des Teams und erfüllen ihre Aufgaben zuverlässig, ein spezieller Austausch oder besondere Unterstützung zwischen den Generationen findet jedoch kaum statt.
Vorgesetztenverhalten
Zu Beginn war das Verhalten der Vorgesetzten wertschätzend, doch im Laufe der Zeit, insbesondere nach der Fusion, rückten Mitarbeiterbelange zunehmend in den Hintergrund. Krankmeldungen wurden unterschiedlich behandelt, wodurch bei Mitarbeitenden das Gefühl von Ungleichbehandlung und zusätzlicher Belastung entstand. Der Umgangston in Konfliktsituationen war oft wenig unterstützend, und Feedback oder Anliegen wurden teilweise abgewertet. Gegen Ende meiner Tätigkeit wurde ich zudem spürbar ignoriert, was das Gefühl verstärkte, dass einzelne Mitarbeitende austauschbar sind. Es gab wiederholt Kommentare, die sich negativ auf Mitarbeitende bezogen – konkrete Beispiele könnte ich nennen, diese würden auf der Plattform vermutlich wegen beleidigender oder abwertender Sprache entfernt werden. Dass solche Verhaltensweisen überhaupt vorkommen, ist in einem IT-Unternehmen schwer nachvollziehbar. Insgesamt vermittelte die Führung den Eindruck, dass Themen lieber hinter dem Rücken besprochen werden, statt offen und konstruktiv miteinander zu klären.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren in vielerlei Hinsicht herausfordernd. Die IT-Ausstattung entsprach nicht immer den Anforderungen: Rechner waren oft refurbished, Headsets und Yubikeys verursachten technische Probleme, Bildschirme funktionierten nicht zuverlässig. Das Büro war laut, da einige Kollegen während der Arbeit viel Zeit am Handy verbrachten, spielten oder Videos schauten, wodurch Kundenbeschwerden aufkamen. Persönliche Eigeninitiative, wie Lesen, Weiterbildung oder Schulungsvideos, habe ich meist nur dann genutzt, wenn alle regulären Aufgaben erledigt waren (Mails, Tickets, Anrufe). Solche Aufgaben hätten auch gut im Homeoffice erledigt werden können, statt dass man allein mehrere Stunden im Büro sitzt. Tatsächlich hielten sich viele Kollegen nicht an die vorgegebenen Büro-Tage, sodass ich zeitweise die ganze Woche über allein im Büro war – was ich persönlich positiv empfand, da es dann ruhig war.
Ein weiterer belastender Faktor war die Fluktuation und fehlende Übersicht bei Kunden: Es gab viele Kunden, teilweise ohne klare Dokumentation darüber, welche Services sie erworben hatten welche Themen von uns übernommen werde und die Fachabteilung wird erst nach Tagen tätig.
Kommunikation
Die interne Kommunikation war sehr lückenhaft. Wichtige Informationen zu Kunden, Projekten und Zuständigkeiten wurden häufig nicht oder erst verspätet weitergegeben. Übergaben und Absprachen, etwa zu Schichten oder Urlaubszeiten, fanden kaum statt. Auch beim Umgang mit Zugangsdaten und Accounts herrschte wenig Struktur, was zu Unklarheiten und Mehraufwand führte. Zudem wurden teilweise Leistungen verkauft, ohne dass zuvor die Kapazitäten oder das Team ausreichend eingebunden waren.
Gleichberechtigung
Frauen sind im Unternehmen vertreten, vor allem in Marketing und HR, teilweise auch in IT und RMA. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, sich zu entwickeln, doch in der Praxis steigen nur wenige Mitarbeitende in höhere Positionen auf, unabhängig vom Geschlecht. Initiativen wie ‚empowerHer‘ existieren, haben aber wenig Einfluss auf die tatsächlichen Karrierechancen. Die Gleichberechtigung ist formal gegeben, wird jedoch nicht automatisch durch gezielte Förderung oder Maßnahmen umgesetzt, sondern hängt weitgehend von individueller Leistung ab.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben im IT-Bereich waren sehr vielfältig, oft wurden jedoch Tätigkeiten übernommen, die eigentlich in den Fachabteilungen angesiedelt waren. Kundenanfragen waren teilweise unrealistisch oder unangemessen, und fehlende oder unzureichend informierte Ansprechpartner führten zu zusätzlichem Arbeitsaufwand. Viele Kunden traten respektlos auf, teilweise wurden Mitarbeitende lautstark kritisiert oder angeschrien, ohne dass es Konsequenzen gab. Offizielle Kommunikationswege wurden oft ignoriert, auf Mails wurde nicht reagiert, während Fehler dann den Mitarbeitenden angelastet wurden. Auch der Umgang mit Ticketsystemen, etwa zur Pausierung von SLA-Status, führte zu zusätzlichem Druck, da Mitarbeitende für Verzögerungen kritisiert wurden. Hinzu kam, dass vereinzelt rassistische Kommentare von Kunden akzeptiert wurden, statt konsequent gegengesteuert oder die betreffenden Personen gesperrt zu werden. Gleichzeitig verursachten Anwender, die die Software nicht korrekt nutzten, zusätzliche Troubleshooting-Aufgaben – bei der Menge an Microsoft-Problemen hätte man fast den Eindruck, direkt für Microsoft zu arbeiten. Die IT-Hotlines waren unterbesetzt, wodurch bei Verzögerungen häufig Krit


