Ein Job, der deutlich mehr fordert als er zurückgibt, Dauerbelastung gilt als Normalzustand
Gut am Arbeitgeber finde ich
Abwechslungsreiche Tätigkeiten, eigenverantwortliches Arbeiten und die Möglichkeit, unterschiedliche Menschen und Arbeitsbereiche kennenzulernen. Die flexible Arbeitszeit war auch von Vorteil, aber bei dem Volumen an Aufgaben nur begrenzt möglich.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mangelnde Wertschätzung, hoher Leistungsdruck, stetig steigende Anforderungen, geringe Berücksichtigung individueller Herausforderungen, fehlende Sozialleistungen und eine Unternehmenskultur, die aus meiner Sicht zu stark auf Kennzahlen statt auf Menschen fokussiert ist.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Wertschätzung für Mitarbeiter zeigen, realistische Zielvorgaben schaffen und die tatsächlichen Herausforderungen der einzelnen Gebiete stärker berücksichtigen. Zusätzliche Aufgaben sollten nicht selbstverständlich vorausgesetzt werden, sondern mit entsprechenden Ressourcen oder Vergütungen einhergehen. Außerdem sollten Gehaltsentwicklungen und Sozialleistungen überdacht werden, um Mitarbeiter langfristig zu binden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war stark leistungs- und zahlengetrieben. Wertschätzung und Anerkennung für gute Arbeit habe ich nur selten erlebt. Stattdessen standen Zielerreichung und Kennzahlen im Vordergrund. Das führte langfristig eher zu Druck als zu Motivation.
Kommunikation
Die Kommunikation war grundsätzlich transparent, allerdings wurden häufig neue Anforderungen und zusätzliche Aufgaben kommuniziert, ohne dass die vorhandene Arbeitsbelastung ausreichend berücksichtigt wurde. Entscheidungen waren oft stark zahlenorientiert.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt war sehr unterschiedlich. Es gab Kollegen, die sich gegenseitig unterstützt haben und mit denen die Zusammenarbeit angenehm war. Leider gab es aber auch mangelnde Offenheit und teilweise hinterhältiges Verhalten.
Work-Life-Balance
Die vertraglichen 39,5 Stunden waren aus meiner Sicht kaum realistisch einzuhalten. Die Arbeitsmenge und die Vielzahl an Aufgaben führten regelmäßig zu Mehrarbeit. Wurde die Arbeitszeit überschritten, wurde dies häufig auf mangelndes Zeitmanagement zurückgeführt, anstatt die tatsächliche Belastung zu hinterfragen.
Vorgesetztenverhalten
Der Umgang meiner direkten Vorgesetzten war grundsätzlich respektvoll und auf Augenhöhe. Dennoch wurden die hohen Anforderungen und der starke Leistungsdruck konsequent weitergegeben. Menschlich war die Zusammenarbeit in Ordnung, motivierend oder wertschätzend habe ich die Führung jedoch selten erlebt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren abwechslungsreich und boten Einblicke in verschiedene Bereiche. Leider wurden die Tätigkeiten kontinuierlich erweitert, ohne dass Prioritäten angepasst oder Ressourcen geschaffen wurden. Dadurch ging der interessante Teil der Position zunehmend im Arbeitsaufkommen unter.
Gleichberechtigung
Persönlich habe ich keine offensichtlichen Unterschiede erlebt. Die Bewertung von Mitarbeitern erfolgte jedoch überwiegend anhand von Kennzahlen und Ergebnissen, weniger anhand individueller Herausforderungen oder Rahmenbedingungen
Umgang mit älteren Kollegen
Mir sind keine negativen Unterschiede aufgrund des Alters aufgefallen. Insgesamt hätte ich mir jedoch mehr Wertschätzung und Anerkennung für Erfahrung und langjährige Betriebszugehörigkeit gewünscht.
Arbeitsbedingungen
Die Anforderungen an die Position waren dauerhaft hoch. Jedes Gebiet hatte eigene Herausforderungen wie Personalmangel, Fluktuation oder regionale Besonderheiten. Diese Unterschiede wurden bei Zielvorgaben und Vergleichen jedoch nur unzureichend berücksichtigt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Aus Sicht des Mobile-Merchandiser Teams besteht beim Thema Nachhaltigkeit erheblicher Verbesserungsbedarf. Der Schmuck ist in großen Mengen einzeln in Plastik verpackt. Ein konsequentes Umweltbewusstsein konnte ich hier nicht erkennen.
Gehalt/Benefits
Für die Verantwortung und den Arbeitsaufwand empfinde ich die Vergütung als nicht angemessen. Es gibt weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld. Bonuszahlungen sind an die Zielerreichung gekoppelt. Auch bei den mobilen Merchandisern stehen die steigenden Anforderungen aus meiner Sicht nicht im Verhältnis zur Vergütung.
Image
Nach außen präsentiert sich das
Unternehmen moderner und mitarbeiterorientierter, als ich es im Arbeitsalltag erlebt habe. Zwischen Außendarstellung und tatsächlicher Mitarbeitererfahrung habe ich deutliche Unterschiede wahrgenommen.
Karriere/Weiterbildung
Entwicklungsmöglichkeiten waren für mich nur begrenzt erkennbar. Der Fokus lag überwiegend auf Leistung, Zielerreichung und operativem Tagesgeschäft. Nachhaltige Förderung von Mitarbeitern habe ich nur eingeschränkt wahrgenommen.

