Gut am Arbeitgeber finde ich
Kantine, Betriebs Kita und Betriebsarzt vor Ort
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Sehr schwache Führung und fehlende klare Struktur.
- Druck ohne klare und einheitliche Struktur führt zu Chaos
Verbesserungsvorschläge
-Realistischere und transparentere Kommunikation im Bewerbungsprozess, statt idealisierter Versprechen.
-Anlernpaten stärker auswählen und regelmäßig überprüfen: Nicht jede Person ist als Anlernpate geeignet. Eine strukturierte, ruhige und fachlich saubere Einarbeitung mit klaren Standards wäre wichtig. In meinem Fall hat eine ungeeignete Anlern-Situation nicht nur den Einstieg, sondern auch den gesamten Arbeitsalltag deutlich erschwert.
-Ehrliches, konkretes Feedback sowie echter Handlungsspielraum während der Einarbeitung/Anlernphase.
- Konsequent handeln bei wiederholt problematischem Verhalten – unabhängig von Betriebszugehörigkeit oder Status. Für alle müssen die gleichen Regeln gelten und zuverlässig durchgesetzt werden, damit Fairness und Zusammenarbeit nicht darunter leiden.
-Ursachen der Fluktuation konsequent analysieren: Warum verlassen Mitarbeitende den Betrieb – und welche internen Faktoren (Führung, Organisation, Schichtplanung, Arbeitsbedingungen) tragen dazu bei?
-Rahmenbedingungen verbessern, damit Mitarbeitende bleiben: klare Führung, faire Behandlung, planbare Arbeitszeiten und ein Arbeitsumfeld, das Leistung unterstützt statt nur Druck weiterzugeben.
-Und als Schlussakkord: UMSETZEN!
Arbeitsatmosphäre
Häufiger Personalwechsel hat die Stimmung im Team stark geprägt. Das im Bewerbungsgespräch und in Meetings beschriebene „familiäre“ Umfeld hat sich im Arbeitsalltag nicht bestätigt. Auch bei hohem Einsatz (Einspringen, Zusatzaufgaben, Arbeiten trotz Krankheit) entstand der Eindruck, dass Mitarbeitende schnell ersetzbar sind.
Dauerhafte Unterbesetzung führte zu ständigem Druck. Das erhöhte die Fehleranfälligkeit und die Belastung. Probleme wurden selten offen und konsequent gelöst – insbesondere dann, wenn einzelne langjährige Mitarbeitende beteiligt waren, bei denen mehr toleriert wurde als bei anderen. Gleichzeitig gab es auch langjährige, engagierte Mitarbeitende, die das Verhalten und die Arbeitsmoral mancher Kolleg:innen kritisch
gesehen haben.
Wer Missstände angesprochen hat, musste teils mit Nachteilen rechnen und stand schnell selbst in der Kritik. Insgesamt herrschten Unsicherheit, hoher Druck und zu wenig spürbare Wertschätzung.
Image
Das Image von Beiersdorf ist nach außen sehr positiv: ein etabliertes, bekanntes Unternehmen mit starken Marken und gutem Ruf. Viele verbinden damit Qualität, Stabilität und gute Arbeitsbedingungen.
Im Arbeitsalltag wirkte das intern jedoch differenzierter. Teilweise erschien nach außen mehr Glanz, als intern tatsächlich gelebt wurde. Strukturen, Umgangston und Arbeitsbelastung waren nicht durchgängig im Einklang mit dem Außenauftritt. Dadurch entstand eine spürbare Lücke zwischen öffentlichem Image und internen Erfahrungen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance hing stark vom Schichtmodell ab. Üblich war ein 3-Schicht-Modell mit wöchentlichem Wechsel (Früh/Spät/Nacht), was noch einigermaßen machbar war. In vollkontinuierlichen Schichten – teils 7 Tage am Stück mit gemischten Früh-, Spät- und Nachtschichten – war die Belastung sehr hoch und Erholung kaum möglich.
Karriere/Weiterbildung
Zu Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten kann keine verlässliche Aussage getroffen werden, da dazu keine eigenen Erfahrungen vorliegen und keine tieferen Einblicke gewonnen wurden.
Gehalt/Benefits
Beim Gehalt und den Sozialleistungen kann Beiersdorf definitiv punkten. Die Vergütung ist überdurchschnittlich und die Zusatzleistungen sind im Vergleich zu vielen anderen Betrieben wirklich gut.
Trotzdem sollte klar sein, dass diese Vorteile mit hohen Anforderungen einhergehen können: Schichtsystem, Arbeitsdruck und interne Abläufe relativieren das Gesamtpaket teilweise. Wer sich vor allem wegen des Gehalts entscheidet, sollte damit rechnen, dass der Arbeitsalltag körperlich und mental viel abverlangt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ohne Worte - Es wurden täglich tonnenweise einwandfreier Produkte und Materialien weggeworfen – ohne sichtbaren Versuch, Ressourcen zu schonen oder nachhaltiger zu arbeiten. Das Thema spielte im Alltag kaum eine Rolle und wirkte eher wie ein blinder Fleck im gesamten Betrieb.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war stark personenabhängig. Je nachdem, wer im Dienst war, war die Zusammenarbeit entweder ruhig und effizient oder deutlich schwieriger. Wenn einzelne Kolleg:innen nicht da waren (z. B. krank oder im Urlaub), war spürbar, wie gut der Arbeitsalltag eigentlich laufen kann. Mit Kolleg:innen, mit denen die Zusammenarbeit passte, war der Ablauf harmonischer und produktiver.
Gleichzeitig gab es wenige Kolleg:innen, vor denen im Vorfeld gewarnt wurde – und diese Warnungen haben sich im Alltag bestätigt. Hinter-dem-Rücken-Reden, Sticheleien und gezieltes Schlechtmachen kamen vor und haben das Teamklima belastet. Kritisch war auch die Einarbeitung: Je nach anleitender Person wurde unnötig Druck aufgebaut, was in der Praxis zu riskanten Situationen führen konnte. Insgesamt galt: Mit den passenden Kolleg:innen funktionierte vieles gut, mit wenigen anderen wurde der Alltag deutlich erschwert.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleg:innen war von einer besonderen Dynamik geprägt. Viele hatten feste Routinen und klare Arbeitsweisen. Wenn man respektvoll und ruhig damit umging, hat die Zusammenarbeit meist gut funktioniert. Gleichzeitig war es wichtig zu wissen, wie einzelne Personen „ticken“: Manche reagierten schnell genervt, andere brauchten viel Bestätigung, und einige hielten strikt an ihren eigenen Abläufen fest.
Als neue Person im Team wurde schnell deutlich, dass vor allem Anpassung erwartet wurde. Wer sich auf die Arbeitsweise der älteren Kolleg:innen eingestellt hat, kam in der Regel gut durch den Alltag. Wenn das nicht gelang, wurde die Zusammenarbeit schnell anstrengend.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten wirkte anfangs deutlich besser, als es sich später gezeigt hat. Zu Beginn waren viele freundlich, hilfsbereit und kompetent, sodass der Eindruck entstand, gut aufgehoben zu sein.
Sobald der Druck stieg oder Vorgaben nicht erfüllt wurden, änderte sich der Umgang spürbar. Auffällig war, dass die wirklich fairen und respektvollen Vorgesetzten häufig nicht lange blieben – wenn sie sich dem internen Druck oder bestimmten Erwartungen nicht angepasst haben, waren sie oft schnell wieder weg.
Übrig blieben eher Vorgesetzte, die den Druck ungefiltert weitergegeben haben, Konflikte eher ausgesessen haben und sich stärker an langjährigen Mitarbeitenden oder lauten Stimmen orientiert haben als an Fairness und klarer Führung. Zusätzlich entstand der Eindruck, dass Personen teils schnell zu Vorgesetzten gemacht wurden, ohne ausreichend auf Führungseignung, Kommunikationsstil und Konfliktfähigkeit zu achten.
Arbeitsbedingungen
Siehe andere Punkte
Kommunikation
Die interne Kommunikation war oft chaotisch und nicht für alle gleich. Wichtige Infos, Änderungen oder Neuigkeiten wurden teils nur an bestimmte Personen weitergegeben, häufig zuerst an langjährige Mitarbeitende. Wer mit manchen Kolleg:innen gearbeitet hat, hatte dadurch wichtige Infos nicht – weil sie nicht weitergegeben wurden oder weil man bewusst außen vor blieb.
Vieles musste man sich selbst zusammensuchen oder immer wieder aktiv nachfragen. Insgesamt war die Kommunikation lückenhaft, intransparent und stark davon abhängig, an wen man geraten ist.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung war im Alltag nicht durchgehend gegeben und hing stark davon ab, wer im Team war. In Situationen mit Störungen (z. B. wenn eine Maschine nicht lief) oder wenn Vorgesetzte anwesend waren, wurde eine unterschiedliche Behandlung besonders deutlich: Neuere oder gerade aktive Kolleg:innen standen schnell unter Druck, während einzelne Kolleg:innen sich teils entzogen (z. B. am Linienstuhl sitzen blieben und am Handy waren), statt zu unterstützen.
Positiv war, dass es auch sehr engagierte und hilfsbereite Kolleg:innen gab, mit denen die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert hat. Das waren jedoch eher vereinzelte Situationen. Insgesamt zeigte sich, dass Fairness und Aufgabenverteilung stark personen- und teamabhängig waren.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich waren grundsätzlich interessant und haben Verantwortung mit sich gebracht. Die Tätigkeit bot ausreichend Abwechslung, und es gab die Möglichkeit, fachlich etwas mitzunehmen.
Langjährige Mitarbeitende sahen das jedoch teilweise anders: Dort wurde häufiger kritisiert, dass die Arbeit mit der Zeit sehr einseitig wird, monoton werden kann und nur begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Insgesamt hängt die Wahrnehmung stark davon ab, wie lange man im Betrieb ist und ob man tatsächlich abwechslungsreiche Aufgaben
bekommt.