Schwache Führung führt zu Perspektivlosigkeit und sinkender Qualität
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorheben möchte ich die Zusammenarbeit mit meinen direkten Abteilungen. Ich hatte das Glück, mit sehr smarten und engagierten Kolleginnen und Kollegen zu arbeiten, was den Arbeitsalltag deutlich bereichert hat. Die Wertschätzung, die ich von der Holding und meiner eigenen Abteilung erhalten habe, empfand ich als ehrlich und wohltuend, und dafür bin ich wirklich dankbar. Auch die Work-Life-Balance war grundsätzlich gegeben, und das kollegiale Umfeld innerhalb des Teams war angenehm und unterstützend.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Insgesamt ergab sich für mich das Bild eines Arbeitgebers, dessen Hauptschwäche klar im Führungsverhalten lag. Viele der Probleme, die ich erlebt habe, schienen weniger auf das Team selbst als vielmehr auf die Art der Führung zurückzugehen. Mein Eindruck war, dass es an Orientierung, Verlässlichkeit, echter Unterstützung und professioneller Kommunikation fehlte. Entscheidungen wirkten häufig wenig durchdacht, Zusagen wurden nicht zuverlässig eingehalten und Prozesse wurden nach meinem Erleben nicht klar gesteuert. Dieses Führungsverhalten prägte die Atmosphäre am Standort München spürbar und hatte aus meiner Sicht maßgeblichen Anteil daran, dass viele Arbeitsabläufe unstrukturiert wirkten und die Stimmung im Team belastet war. Auch Gespräche mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen bestätigten mir später, dass ähnliche Erfahrungen dort keine Ausnahme zu sein scheinen. Dadurch entstand für mich ein insgesamt negatives Bild des Arbeitgebers, insbesondere im Hinblick auf die Qualität der Führung und den Umgang mit Mitarbeitenden.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht wäre ein respektvollerer und transparenterer Umgang mit Mitarbeitenden, insbesondere beim Austritt, sehr wichtig. Prozesse rund um Arbeitszeugnisse sollten sorgfältig anhand nachweisbarer Fakten geprüft werden, um Fairness und echte Anerkennung sicherzustellen. Zudem wäre es hilfreich, die Qualität der Führung am Standort grundlegend zu überdenken. Eine Führung, die verlässlich kommuniziert, Orientierung gibt und realistische Aufgabenprofile vermittelt, könnte wesentlich dazu beitragen, die Zufriedenheit zu erhöhen und die hohe Fluktuation zu reduzieren. Ebenso sollte im Bewerbungsprozess ein realistisches Bild der tatsächlichen Tätigkeit vermittelt werden, um enttäuschte Erwartungen zu vermeiden und langfristig stabile Teams aufzubauen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre empfand ich insgesamt als sehr gedrückt. Bereits zu Beginn war die Fluktuation spürbar hoch, da mehrere Kolleginnen und Kollegen das Unternehmen verlassen hatten. Untereinander war der Austausch im Team grundsätzlich gut, dennoch lag häufig eine negative Grundstimmung in der Luft, was vor allem an fehlender Stabilität und Orientierung lag. Eine ernstzunehmende Wertschätzung durch die Führungskraft habe ich nicht wahrgenommen. Besonders schwierig war die Art und Weise, wie Aufgaben von bereits gekündigten Mitarbeitenden verteilt wurden. In größeren Runden wurde offen gefragt, wer welche Aufgaben übernehmen könne, wobei meine Wahrnehmung war, dass dabei weniger die tatsächliche Auslastung als vielmehr das bloße Einverständnis im Vordergrund stand. Eine entsprechende Entlastung, Anerkennung oder Vergütung erfolgte dabei nicht. Dies trug zusätzlich zu einer ohnehin angespannten Atmosphäre bei.
Image
Das Image des Arbeitgebers wirkte auf mich insgesamt eher schwach. Auch bei meinem neuen Arbeitgeber habe ich von Kolleginnen und Kollegen gehört, dass sie am Münchner Standort ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Diese Rückmeldungen deckten sich teilweise mit meinen eigenen Eindrücken und bestätigten für mich den insgesamt eher negativen Ruf, den das Unternehmen in diesem Umfeld zu haben scheint.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war grundsätzlich gut, allerdings nur solange man bei der ursprünglich vereinbarten Verantwortung blieb. Sobald zusätzliche Aufgaben angenommen wurden, verschlechterte sich dieses Gleichgewicht spürbar, da eine entsprechende Wertschätzung oder Entlastung vollständig ausblieb. Dadurch entstand der Eindruck, dass eine gute Balance nur möglich ist, wenn man konsequent bei dem bleibt, was zu Beginn vereinbart wurde.
Karriere/Weiterbildung
Die Karrieremöglichkeiten waren aus meiner Sicht praktisch nicht vorhanden. Am Standort München gab es lediglich einen Manager für über zwanzig Controller beziehungsweise Projektverwalter, was realistische Entwicklungsperspektiven deutlich einschränkte. Die Chance, eine Lead-Position zu übernehmen, wirkte dadurch nahezu ausgeschlossen. Zudem entstand bei mir der Eindruck, dass die Führungskraft diesen Prozess als individuell beeinflussbar darstellte, obwohl es sich tatsächlich um einen formalen und übergeordneten Entscheidungsablauf handelte. Insgesamt vermittelte dies ein unprofessionelles Bild und ließ die Führungsrolle wenig relevant für tatsächliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten erscheinen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfand ich als deutlich unter dem branchenüblichen Niveau. Insgesamt wirkte das Vergütungsmodell sehr kostenorientiert, was sich für mich in einer starken Fokussierung auf Quantität statt Qualität widerspiegelte. Zusätzliche Leistungen waren kaum vorhanden. Selbst die monatliche Gutscheinkarte, die zuvor mit 20 Euro aufgeladen wurde, wurde gekürzt. Dadurch gab es praktisch keine weiteren finanziellen Benefits, die spürbar ins Gewicht gefallen wären.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war insgesamt gut, auch wenn letztlich jede Person überwiegend für sich gearbeitet hat. Der eigentliche Zusammenhalt entstand klar innerhalb des Kollegenteams und nicht durch die Führung. Meine Wahrnehmung war, dass die Führungskraft selten an Teamaktivitäten teilnahm und häufig früh den Arbeitsplatz verließ, was die gemeinsame Atmosphäre nicht förderte. Die quartalsweise stattfindenden Teamevents waren nur minimal subventioniert, wodurch eine verlässliche Planung schwierig wurde. Unter den Kolleginnen und Kollegen ergaben sich daher häufiger eigene After-Work-Treffen, bei denen die Führungskraft nicht einbezogen wurde, da dies nach meiner Erfahrung die Stimmung eher belastet hätte. Insgesamt war der Zusammenhalt im Team positiv, jedoch nahezu ausschließlich innerhalb der Mitarbeitenden selbst verankert.
Vorgesetztenverhalten
In meiner Zeit dort erlebte ich eine Führung, die mich tief enttäuscht hat. Die Position wirkte deutlich fehlbesetzt, da es an grundlegenden Führungskompetenzen, Struktur und der Fähigkeit fehlte, ein Team wirklich zu unterstützen. Statt klarer Anleitung gab es überwiegend Delegation ohne Orientierung und ohne die notwendige Begleitung im Arbeitsalltag. Absprachen wurden häufig nur mündlich getroffen und später nicht eingehalten, was Vertrauen und Verlässlichkeit stark erschwerte. Besonders belastend war, dass Beförderungen in Aussicht gestellt wurden, um ein bestimmtes Verhalten zu erreichen, ohne dass diese Versprechen jemals realistisch umgesetzt wurden. Entwicklungsmöglichkeiten fehlten gänzlich und selbst grundlegende Wertschätzung blieb aus. Dies zeigte sich auch beim Arbeitszeugnis, das nicht den zuvor besprochenen Inhalten entsprach. Obwohl ich mehrere Referenzpersonen angegeben hatte, wurde mir kurzfristig mitgeteilt, dass alles überprüft worden sei. Für mich wirkte dies aufgrund des Zeitfensters wenig plausibel und insgesamt wenig transparent. Dieser Umgang vermittelte einen unseriösen Eindruck und verstärkte das Gefühl, als Mitarbeitende nicht ernst genommen zu werden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren für mich durchwachsen. Technisch wurde ich mit bereits gebrauchten Laptops ausgestattet, die teilweise stark beansprucht wirkten. Zudem wurden Diensthandys reduziert, und neue Mitarbeitende erhielten diese grundsätzlich nicht mehr, was die tägliche Arbeit gelegentlich erschwerte. Positiv hervorzuheben ist hingegen das Büro in München, das räumlich gut ausgestattet und angenehm gestaltet war.
Kommunikation
Die Kommunikation im Team fand zwar in mehr oder weniger regelmäßigen Meetings statt, führte jedoch aus meiner Sicht selten zu konkreten Ergebnissen oder Verbesserungen. Wirklich wertvolle und nachvollziehbare Informationen kamen überwiegend vom Lead des Controllings, der transparente Einblicke in Erfolge und aktuelle Themen geben konnte. Im Vergleich dazu wirkte die Führungskraft in kommunikativen Angelegenheiten häufig nicht ausreichend informiert, was die Orientierung im Arbeitsalltag erschwerte.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben entsprachen nicht dem, was im Bewerbungsgespräch vermittelt wurde. Statt der angekündigten inhaltlich anspruchsvollen Tätigkeit stellte sich der Arbeitsalltag überwiegend als monotone Sachbearbeitung heraus, insbesondere das Erstellen von Rechnungen und Leistungsnachweisen im Umfeld des Controllings. Die eingesetzten Datenbasis-Tools ermöglichten aus meiner Sicht keine verlässlichen oder fundierten Auswertungen, wodurch seriöse Controlling-Arbeit zusätzlich erschwert wurde. Tatsächliche Controlling-Aufgaben traten nur selten auf und wirkten eher punktuell verteilt. Die Qualität der Arbeit variierte stark, was ich vor allem auf fehlende einheitliche Prozesse und unterschiedliche Vorgehensweisen zurückführte. Die Aufgabenverteilung erfolgte häufig danach, wer spontan zusagte, unabhängig von tatsächlicher Auslastung oder Kapazität. Zusätzliche Aufgaben wurden als selbstverständlich betrachtet, ohne dass sich dies in irgendeiner Weise bemerkbar machte. Insgesamt entstand der Eindruck, dass die Tätigkeit deutlich weniger interessant und strukturiert war, als ursprünglich dargestellt.

