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BioNTech 
SE
Bewertung

Corporate Gaslighting

2,1
Nicht empfohlen
Ex-FührungskraftHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Administration / Verwaltung bei Biontech SE in Mainz gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Es gab über längere Zeit hinweg durchaus Personen, die fachlich motiviert und inhaltlich getrieben tatsächlich etwas bewegen wollten. In dieser Phase wurde bewusst gegen etablierte "Konzernwerte" gearbeitet, was rückblickend wesentlich zum Erfolg von BioNTech beigetragen hat.
Diese Prägung ist inzwischen weitgehend verschwunden. Der aktuelle Zustand ist vielmehr durch einen signifikanten Verlust an Schlüsselpersonal gekennzeichnet (Brain Drain), wie ich ihn in dieser Geschwindigkeit und Breite selbst mit langjähriger Berufserfahrung selten gesehen habe.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Externe Berater und Führungskräfte, denen es vor allem um das Penthouse im Taunus und den Porsche in der Garage geht. Eine Transformation ohne Ziel und Verstand. Ein Aufsichtsrat, der vermutlich am liebsten alle Leute direkt durch KI ersetzen würde. Ein Vorstand, der nur aus Amerikanern besteht, die toxische Kultur weiter forcieren. Mitarbeiter, die die katastrophalen Entscheidungen von oben nun ausbaden müssen. Entscheidungen, die letztendlich ihr ganzes Leben betreffen.. denn die wenigsten haben was von den Corona-Milliarden abbekommen.

Arbeitsatmosphäre

Ein Unternehmen, das einst glaubhaft den Anspruch hatte, Werte wie „Zusammenhalt“, „Leidenschaft“ und „Innovation“ nicht nur auf Banner zu drucken, sondern auch zu leben. In der aktuellen Zeit sind diese Begriffe jedoch eher als historisches Artefakt denn als operative Realität einzuordnen. Stattdessen erfolgt eine bemerkenswert konsequente Übernahme der Ineffizienz klassischer Großkonzerne – mit dem kleinen, aber nicht ganz unwesentlichen Unterschied, dass die Produkt-Diversifikation bei BioNTech gegen null tendiert.
Vor diesem Hintergrund überrascht es wenig, dass sich die Gründer aus der Verantwortung zurückziehen – ein Schritt, der im Kontext der aktuellen Entwicklung fast schon als rationales Risikomanagement interpretiert werden kann. Die interne Stimmung bewegt sich auf einem Niveau, das konträr zu den Werten steht. Eine Trendwende ist nicht erkennbar, zumal die durch Vorstand und Aufsichtsrat verschuldete „Transformation“ – im Wesentlichen ein mehrjähriges Programm zum Personalabbau ist.

Kommunikation

Die Rolle der Kommunikation verdient in der aktuellen Situation eine gesonderte "Würdigung". Man könnte – bei wohlwollender Interpretation – zum Schluss gelangen, dass hier ein starker Beitrag zur Erosion von Kultur und Wertesystem geleistet wird. Der kommunikative Tonfall bewegt sich dabei nicht selten in einem Spektrum, das sich aus Mitarbeitersicht als latent herablassend bis respektlos, denn als orientierungsstiftend beschreiben lässt. Jede PR-Agentur empfiehlt ja: Was man nicht weiß, macht keinen heiß... (Sarkasmus)
Townhalls wirken wie nervige Pflichtübungen mit begrenztem inhaltlichen Tiefgang. Besonders irritierend ist dabei die Diskrepanz zwischen dargestellter und erlebter Realität: Während signifikanter Personalabbau umgesetzt wird, vermitteln Auftritte des Top-Managements eine bemerkenswerte Leichtigkeit im Umgang mit der Situation. Das mag intern als souverän und nahbar intendiert sein, entfaltet jedoch aus Mitarbeitersicht eine eher zynische Wirkung.

Kollegenzusammenhalt

Wie so häufig lohnt sich auch hier eine differenzierte Betrachtung: Während die wissenschaftlichen Bereiche weiterhin durch ein hohes Maß an Professionalität und kollegialer Zusammenarbeit auffallen, präsentiert sich die Verwaltung in Teilen als Fallbeispiel für kompetitive Dysfunktionalität. Im aktuellen Umfeld scheint sich ein „Survival-of-the-Fittest“-Paradigma etabliert zu haben, bei dem individuelle Risikominimierung klar vor kollektiver Zielerreichung rangiert. Die Verhaltensmuster – Ellenbogenkultur, Mobbing, Missgunst – erinnern weniger an ein modernes Unternehmensumfeld als an frühere Lebensphasen mit begrenztem Reifegrad (Stichwort Schulhof).

Work-Life-Balance

Erwartet wird ein Weltbild im Sinne von: Arbeit als Lebensmittelpunkt und persönliche Belastungsgrenzen als nachgelagerter Parameter. Die „Mission“ (welche auch immer das noch sein mag jetzt wo die Gründer gehen) rechtfertigt einen begrenzten Umgang mit den eigenen Ressourcen (Mental, Körperlich, Familie und Freundeskreis - who cares).

Vorgesetztenverhalten

Auch mit dem Hintergrund langjährigen Konzernerfahrung fällt die Einordnung schwer. Zeitweise drängt sich der Eindruck auf, dass Personalentscheidungen weniger nach strategischer Passfähigkeit als nach Verfügbarkeit getroffen wurden. Oder was dem Vorstand gerade in diesem einen Moment gut gefallen hat („Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“). Der Vorstand agiert mittlerweile abgeschottet von seiner Führungstruppe und frei nach "Survival-of-the-Fittest" spart sich die Lehmschicht Feedback, denn es könnte vermutlich den eigenen Job kosten (Stichwort Transformation).
Entsprechend limitiert ist die Fähigkeit, belastbare Ziele oder zumindest kohärente Abteilungspläne zu formulieren.

Interessante Aufgaben

Wer die ständige (Neu-)Einführung von SAP-Systemen als spannend einordnet, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Für alle anderen stellt sich phasenweise die Frage, ob nicht das Abheften von Akten in einer Behörde einen höheren „Thrill“ aufweist.

Gleichberechtigung

Hier wurde Feminismus durchgespielt: Gerade weibliche Führungskräfte übertreffen oftmals ihre männlichen Counterparts in toxischen und teils missbräuchlichen Verhaltensweisen. Herzlichen Glückwunsch! Alle sind gleich, aber manche sind gleicher.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Zwar existieren vereinzelt Teams, die sich mit Nachhaltigkeit oder Dekarbonisierung befassen, deren Relevanz scheint jedoch auf oberster Ebene als optional eingestuft zu werden. Entsprechend überschaubar fällt auch die Aufmerksamkeit aus. In der Konsequenz verbleiben entsprechende Initiativen häufig im Status gut gemeinter Nebenprojekte.

Gehalt/Benefits

Im Branchenvergleich mit Pharma und Biotech bewegt sich das Gehalt eher im unteren Bereich. Gleichzeitig entsteht durch die Vergütung bei Neueinstellungen oberhalb langjähriger Mitarbeitender ein interessantes Signal in Richtung interner Wertschätzung…
Die Benefits variieren je nach Standort. Variable Vergütungsbestandteile, strukturierte Performance-Reviews oder klassische Zusatzleistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld sucht man vergeblich. Tarife existieren in den nächtlichen Träumen einzelner Betriebsräte.

Image

In Deutschland wird gerne auf die „Helden gegen Krebs“-Geschichte zurückgegriffen, das für Aktionäre und die Presse durchaus wirksam ist. Außerhalb dieses Kontexts – insbesondere im internationalen Umfeld – fällt die Wahrnehmung deutlich nüchterner aus (den Laden kennt niemand).
Innerhalb der Branche ist die Reputation entsprechend ambivalent und reicht je nach Perspektive von strategisch irrelevant bis reputationsseitig herausfordernd. Auch im Mainzer Umfeld, insbesondere im Umgang mit externen Dienstleistern und Partnern, scheint sich über die Zeit ein eher schwieriges Bild verfestigt zu haben.
Es wundert nicht, dass viele nicht mehr mit ihrer Arbeitgeberzugehörigkeit hausieren gehen.


Umgang mit älteren Kollegen

Arbeitsbedingungen

Karriere/Weiterbildung

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Arbeitgeber-Kommentar

KatharinaHR-Team

Hallo,

vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, uns als Arbeitgeber zu bewerten und deine Erfahrungen so ausführlich zu teilen.

Wir bedauern sehr, dass deine Wahrnehmung und Erlebnisse bei BioNTech nicht unseren eigenen Ansprüchen und Werten entsprechen. Dein Feedback ist für uns von großer Bedeutung, da es uns hilft, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um uns als Arbeitgeber weiterzuentwickeln und ein besseres Arbeitsumfeld für alle zu schaffen.

Es ist uns wichtig, deine Perspektive und die angesprochenen Themen besser zu verstehen. Daher möchten wir dich herzlich einladen, uns direkt zu kontaktieren via kununu@biontech.com. Wir würden uns freuen, in einem persönlichen Austausch mehr über deine Erfahrungen zu erfahren und gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten.

Nochmals vielen Dank für deine Offenheit und dein ehrliches Feedback. Wir hoffen, dass wir durch kontinuierliche Veränderungen und Verbesserungen zukünftig ein Arbeitsumfeld schaffen können, das deinen Erwartungen besser entspricht.

Mit besten Grüßen
Katharina

HR-Team

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