Übergeordneter Purpose geht durch fehlende Führung, Struktur und Kommunikation verloren.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen verfolgt ein sinnvolles Ziel mit großem gesellschaftlichen Mehrwert. Innerhalb der direkten Teams war der Zusammenhalt oft in Ordnung, die Kolleg:innen unterstützen sich gegenseitig und leisten gegenseitig Unterstützung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es gibt keinen klaren übergeordneten strategischen Plan, den die Organisation gemeinsam verfolg, jede Abteilung arbeitet nach eigenem Verständnis, was zu Zielkonflikten und verschwendeten Ressourcen führt. Die fehlende Transparenz darüber, welche strategischen Prioritäten das Unternehmen verfolgt und wie die einzelnen Rollen dazu beitragen, führt zu Sinnlosigkeit und mangelnder Motivation auf operativer Ebene.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb der direkten Teams war der Zusammenhalt oft in Ordnung, die Kolleg:innen unterstützen sich gegenseitig. Aber: Die allgemeinen Rahmenbedingungen und fehlende bereichsübergreifende Abstimmung machen es schwer, diesen Zusammenhalt zu bewahren. Insgesamt war die Arbeitsatmosphäre angespannt und von Misstrauen geprägt. Die Transformation des Unternehmens wirkte nach innen wie nach außen weniger überzeugend, weniger klar und weniger stabil als es eigentlich sein könnte.
Die fehlende Klarheit, die ständige Ungewissheit über Rollen, Aufgaben und Erwartungen sowie die Abwesenheit von echter Führung und Unterstützung haben erhebliche psychische Belastungen verursacht. Das Gefühl der Isolation und mangelnden Zugehörigkeit wirkte sich negativ auf die mentale Gesundheit aus.
Kommunikation
Die Kommunikation war sehr unstrukturiert. Und am besten will man gar nichts an die Belegschaft kommunizieren. Die Transformation und Ausrichtung des Unternehmens wird nicht bewusst/aktiv angegangen. Mitarbeitende fühlen sich nicht abgeholt, weil kein Raum für Fragen gegeben wird. Nur auf den Betriebsversammlungen kann man sich "Gehör" verschaffen, wird aber mit Standardantworten abgewürgt.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der einzelnen Teams habe ich den Zusammenhalt grundsätzlich als in Ordnung erlebt. Die Kolleg:innen unterstützen sich im direkten Umfeld meist gut. Allerdings machen die allgemeinen Rahmenbedingungen und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit es nicht immer leicht, diesen Zusammenhalt auch darüber hinaus aufrechtzuerhalten. Die fehlende Abstimmung zwischen Abteilungen führt dazu, dass Teams isoliert arbeiten, anstatt sich zu unterstützen
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war in meinem Fall sehr gut – allerdings aus den falschen Gründen. Das lag weniger an einer bewusst guten Arbeitsorganisation, sondern eher daran, dass Ziele und Erwartungen oft nicht klar definiert waren. Teilweise wirkte es so, als sei auch die Rolle selbst nicht vollständig geklärt gewesen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten war kritisch. Führungskräfte sind nicht erreichbar und haben erkennbar kein Interesse daran, die Menschen in ihren Teams kennenzulernen. Regelmäßig werden Meetings abgesagt oder finden plötzlich überhaupt nicht statt. Entscheidungen werden hinausgezögert oder nicht getroffen. Klare Orientierung und verbindliche Aufträge sind die Ausnahme. Es fehlte an professioneller Führung, klarer Orientierung und souveränem Umgang mit Verantwortung. Entscheidungen wirkten häufig wenig durchdacht, und auch in der Mitarbeiterführung entstand nicht der Eindruck, dass ausreichende Führungserfahrung vorhanden war
Interessante Aufgaben
Ich wurde für eine bestimmte Position eingestellt, führe diese Arbeit aber faktisch nicht aus. Die Rolle war nie wirklich definiert. Man fühlt sich wie ein Berufsanfänger, obwohl man mehr Verantwortung tragen könnte, das eigene Potenzial wird systematisch verschwendet. Ein erheblicher Teil der Energie muss dafür verwendet werden, überhaupt erst die Voraussetzungen zu schaffen, um die eigentliche Aufgabe ausüben zu können. Dadurch geht viel von der Attraktivität und dem Potenzial der Rolle verloren. Leider ist das kein Einzelfall sondern regelmäßige Handhabung.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Benefits sind insgesamt in Ordnung, nicht wirklich gut, aber auch nicht schlecht. Sie entsprechen dem Marktstandard, bieten aber keine besondere Zusatzleistung oder Anerkennung.
Karriere/Weiterbildung
In meiner Organisation habe ich Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten als sehr schwach erlebt. Es fehlte an klaren Entwicklungsplänen und auch an nachvollziehbaren Kennzahlen, mit denen Leistungen sichtbar gemacht und eine Grundlage für Weiterentwicklung oder Beförderungen geschaffen werden könnten. Die persönliche Entwicklung hängt stark davon ab, in welcher Organisationseinheit man landet und wie gut die jeweilige Führung aufgestellt ist. Karrierepfade sind nicht transparent und hängen vom Zufall oder einzelnen Führungspersonen ab

