Großes Potenzial, das an fehlender Struktur und schwacher Führung scheitert
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv finde ich vor allem das angestrebte Produkt bzw. die grundsätzliche Zielsetzung des Unternehmens. Inhaltlich steckt darin aus meiner Sicht viel Potenzial und ein sinnvoller, interessanter Ansatz.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Negativ empfinde ich vor allem die fehlende Struktur, unklare Verantwortlichkeiten und die schwache bereichsübergreifende Zusammenarbeit. Hinzu kommt aus meiner Sicht eine Führungskultur, in der Entscheidungen häufig zu spät oder gar nicht getroffen werden und notwendige Orientierung fehlt. Dadurch bleiben Potenziale ungenutzt und ein eigentlich spannendes Arbeitsumfeld wird unnötig von Chaos, Reibungsverlusten und Frustration geprägt.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht braucht es vor allem deutlich mehr Struktur, Klarheit und verbindliche Führung. Zuständigkeiten, Ziele und Prioritäten sollten klar definiert und transparent kommuniziert werden. Dafür wären regelmäßige strukturierte Meetings, nachvollziehbare KPIs sowie ein übergeordneter Plan zur Steuerung und Weiterentwicklung der Organisation wichtig. Ebenso sollte bereichsübergreifende Zusammenarbeit aktiver gefördert werden, damit Teams und Abteilungen nicht nebeneinander oder gegeneinander arbeiten, sondern gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Qualität der Führung. Führungskräfte sollten stärker an klaren Standards gemessen und in ihrer Führungsverantwortung verbindlicher gemacht werden. Entscheidungen sollten nachvollziehbar, zeitnah und auf Basis klarer Verantwortlichkeiten getroffen werden. Darüber hinaus wären transparente Entwicklungspläne und faire, sichtbare Kriterien für Leistung und Weiterentwicklung wichtig, damit Karrierepfade nicht vom Zufall oder einzelnen Führungspersonen abhängen. Insgesamt würde dem Unternehmen aus meiner Sicht mehr Verbindlichkeit, bessere Abstimmung und eine klarere strategische Ausrichtung gut tun.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt eher als angespannt erlebt. Aus meiner Sicht war sie häufig von Misstrauen geprägt, was eine offene und effektive Zusammenarbeit erschwert hat. Besonders teamübergreifend wurde die Zusammenarbeit schwierig, vor allem sobald Team- oder Abteilungsleitungen involviert waren.
Kommunikation
Die Kommunikation habe ich als sehr unstrukturiert erlebt. Es fehlte an klaren Meetings, definierten KPIs und transparenten Zuständigkeiten. Auch ein übergeordneter Plan oder ein nachvollziehbarer Verbesserungsprozess, an dem man sich orientieren konnte, war aus meiner Sicht nicht erkennbar. Aufgaben wurden häufig kurzfristig und auf Zuruf verteilt, teilweise unter Umgehung mehrerer Führungsebenen. Das führte zu kommunikativem Chaos und erschwerte eine abgestimmte Zusammenarbeit erheblich. Dadurch hatte ich oft den Eindruck, dass Bereiche wie Produktion und Engineering nicht gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten, sondern aufgrund fehlender Abstimmung und Zielklarheit eher gegeneinander arbeiten.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der einzelnen Teams habe ich den Zusammenhalt grundsätzlich als in Ordnung erlebt. Die Kolleg:innen unterstützen sich im direkten Umfeld meist gut. Allerdings machen die allgemeinen Rahmenbedingungen und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit es nicht immer leicht, diesen Zusammenhalt auch darüber hinaus aufrechtzuerhalten.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war in meinem Fall sehr gut. Das lag allerdings weniger an einer bewusst guten Arbeitsorganisation, sondern eher daran, dass Ziele und Erwartungen oft nicht klar definiert waren. Teilweise wirkte es so, als sei auch die Rolle selbst nicht vollständig geklärt gewesen. Dadurch entstanden viele Leerlaufphasen. Kurzfristig führte das zwar zu einer sehr entspannten Arbeitsbelastung, langfristig war es für mich jedoch unbefriedigend und letztlich auch ein Grund, das Unternehmen zu verlassen. Für Personen mit wenig Veränderungsdrang mag dieses Umfeld angenehm sein, für mich war die fehlende Struktur und Zielorientierung auf Dauer jedoch frustrierend.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten habe ich sehr kritisch erlebt. Aus meiner Sicht fehlte es in vielen Fällen an professioneller Führung, klarer Orientierung und einem souveränen Umgang mit Verantwortung. Entscheidungen wirkten häufig wenig durchdacht, und auch in der Mitarbeiterführung entstand bei mir nicht der Eindruck, dass ausreichende Führungserfahrung vorhanden war. Insgesamt war dies einer der schwächsten Punkte meiner Arbeitserfahrung dort.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich bietet das Aufgabenfeld viel Potenzial und ist inhaltlich spannend. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass häufig unklar war, ob bestimmte Kompetenzen intern aufgebaut oder an externe Dienstleister vergeben werden sollten und falls intern, in welchem Bereich diese sinnvoll verankert wären. Erschwerend kam hinzu, dass ich von Führungskräften in diesen Fragen nur wenig Unterstützung wahrgenommen habe. Entscheidungen wurden aus meiner Sicht oft hinausgezögert oder gar nicht getroffen, was notwendige Klarheit und Fortschritte verhindert hat. Dadurch musste ein erheblicher Teil der Energie darauf verwendet werden, überhaupt erst die Voraussetzungen zu schaffen, um die eigentliche Aufgabe ausüben zu können. So ging viel von der Attraktivität und dem Potenzial der Rolle verloren.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen unterscheiden sich je nach Standort zum Teil deutlich. Je nachdem, wo man eingesetzt ist, reichen sie aus meiner Sicht von sehr gut bis eher mangelhaft. Eine einheitlich hohe Qualität der Rahmenbedingungen habe ich daher nicht wahrgenommen.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Benefits sind insgesamt in Ordnung nicht wirklich gut aber auch nicht schlecht
Image
Das Image des Unternehmens hat aus meiner Sicht im Zuge der Transformation deutlich gelitten. Nach innen wie nach außen wirkte vieles weniger klar, weniger stabil und insgesamt deutlich weniger überzeugend als es eigentlich sein könnte.
Karriere/Weiterbildung
Zumindest in meiner Organisation habe ich Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten als sehr schwach erlebt. Es fehlte an klaren Entwicklungsplänen und auch an nachvollziehbaren Kennzahlen, mit denen Leistungen sichtbar gemacht und eine Grundlage für Weiterentwicklung oder Beförderungen geschaffen werden könnten. Aus Gesprächen und Eindrücken habe ich allerdings mitgenommen, dass dies in anderen Bereichen durchaus besser gelebt wird. Dadurch hängt die persönliche Entwicklung stark davon ab, in welcher Organisation man landet und wie gut die jeweilige Führung aufgestellt ist. Aus meiner Sicht fehlt es hier an unternehmensweit verbindlichen Führungsstandards und daran, Führungskräfte auch konsequent an diesen zu messen. Dadurch verbindet sich die Größe eines Konzerns leider mit der fehlenden Verbindlichkeit eines kleinen Mittelständlers ohne die jeweiligen Vorteile wirklich zu nutzen.

