Licht und Schatten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Zentrale Lage, früh bereits eigenständige Dezernatsarbeit, direkter Mandantenkontakt und Wahrnehmung von Gerichtsterminen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Gehalt, die Intransparenz bei der Gehaltsverhandlung und hinsichtlich der Kommunikation in Bezug auf Aufstiegschancen.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Transparenz in Bezug auf Gehalt und klare Zielvorgaben für Aufstiegschancen wären wünschenswert.
Arbeitsatmosphäre
Alles in allem in Ordnung. Es gibt entspanntere Phasen und solche mit mehr Druck. Letzteres kommt meist in den Beratungssachen vor und hängt auch sehr vom Vorgesetztenverhalten und den Mandanten ab. Lob gibt es von Partner auch gelegentlich. Genauso aber auch teilweise eher unkonstruktive Kritik.
Image
Die Wahrnehmung bei den Gerichten und Mandaten ist überwiegend gut. Im Innenverhältnis ist die Stimmung - in Abhängigkeit von dem eigenen Team - eher bescheidener.
Work-Life-Balance
Normale Arbeitstage beginnen um 9 und enden gegen 19 Uhr. Vor und nach dem Urlaub oder wenn viel los ist, dann muss man auch davor oder danach ran oder am Wochenende.
Karriere/Weiterbildung
Den Fachanwalt bekommt man bezahlt und Seminare auch, wenn man sich selbst drum bemüht. Sonst wird intern nicht viel angeboten.
Gehalt/Benefits
Für Münchener Verhältnisse wird nach meiner Wahrnehmung eher unterdurchschnittlich gezahlt, sowohl beim Einstieg als auch später. Werden Leute dringend gebraucht (z.B. bei Klagewellen im BAP-Bereich), dann ist man zum Einstieg auch mal großzügiger. Dafür wird man dann bei den Jahresgesprächen gedrückt. Transparenz gibt es in dem Bereich leider nicht. Der Urlaub ist mit anfänglich 27 Tagen auch eher wenig für Münchener Verhältnisse. Insoweit kann man sich auf maximal 30 Tage verbessern durch entsprechendes Verhandeln in den Jahresgesprächen. Ansonsten gibt es ein Jobticket, betriebliche Zusatz-KV und bAV als Benefits.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hat allenfalls am Rande Bedeutung für die Arbeit.
Kollegenzusammenhalt
Im Großen und Ganzen sind die Kollegen und im Assistenzbereich alle sehr nett. Trotzdem merkt man, dass auch bei den Kollegen der Fokus eher darauf gerichtet ist, sich etwaige (Mehr-)Arbeit vom Hals zu halten. Urlaube müssen so vorbereitet werden, das keine Fristen mehr offen sind. Die Qualität der Postvertretung hängt sehr davon ab, wer diese übernimmt.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier ist mir nichts schlechtes bekannt. In meinem Fall ist das Team einschließlich Partner aber auch relativ jung.
Vorgesetztenverhalten
Sehr individuell vom zuständigen Partner abhängig. Wenn etwas bei mir schief geht, dann liegt der Fokus zunächst auf der Schuldfrage und nicht auf der Problemlösung. Wenn man an Dinge erinnert, dann bekommt man teilweise pampige Antworten zurück, dass man noch andere Dinge zutun habe, etc.
Arbeitsbedingungen
Zentral in Stachusnähe gelegen mit modernen Büros und ordentlicher Technikausstattung. Arbeitshandys gibt es nicht und die Klimaanlage könnte im Sommer besser funktionieren. Sonst alles top in dieser Hinsicht.
Kommunikation
Insgesamt mittelprächtig. Auch hier kommt es darauf an, mit wem kommuniziert wird. Unter den Kollegen und im Assistenzbereich funktioniert es bei mir gut. Mit dem zuständigen Partner mal besser, mal schlechter, je nach dessen Stimmung.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich ja. Wer Vollgas gibt, der bekommt unabhängig vom Geschlecht dieselben Aufstiegschancen. Wer aus irgendwelchen Gründen kürzer tritt (Schwangerschaft, Elternzeit, etc.) ist draußen. Entsprechend gibt es gerade einmal eine Hand voll Partnerinnen.
Interessante Aufgaben
Kommt sehr auf das Dezernat an. allgemeine Haftpflicht, VSH und Sach sollen ganz abwechslungsreich sein. Die BAP-Zeiten im Krankenbereich und die Widerrufsverfahren im Lebenbereich nehmen auch langsam ab. Das meiste ist trotzdem relativ gleichartig. Nach zwei Jahren kennt man sich in der Regel aus. Das bringt allerdings auch den Vorteil, dass man relativ bald selbständig arbeiten kann, was grundsätzlich Spaß macht.

