Stark zahlengetrieben, viel Politik, wenig Wertschätzung
Verbesserungsvorschläge
Ein strukturiertes, angemessen ausgestattetes Weiterbildungsprogramm für alle Ebenen aufsetzen. Wieder mehr auf Verantwortung gegenüber dem Mitarbeiter setzen und eine Kultur fördern, in der Mitarbeitende langfristig wertgeschätzt werden – mit realistischer Arbeitsbelastung, fairer Bezahlung und klarer Anerkennung.
Arbeitsatmosphäre
Im Unternehmen ist in den letzten Jahren eine Entwicklung zu beobachten, bei der wirtschaftliche Kennzahlen deutlich stärker im Mittelpunkt stehen als die Mitarbeitenden selbst.
Die Kultur ist insgesamt stark auf Leistung, Effizienz und Mehrarbeit ausgerichtet. Themen wie Menschlichkeit, nachhaltige Mitarbeiterbindung oder eine konstruktive Fehlerkultur geraten dabei leicht in den Hintergrund.
Image
Nach außen und bei Kunden sehr gut
Work-Life-Balance
Es wurde ein Modell von 60/40 für mobiles Arbeiten zugesagt, bei dem eine begrenzte Anzahl an Präsenztagen (2) im Büro vereinbart ist. Offiziell bleiben diese Regelungen zwar bestehen, inoffiziell wird jedoch erwartet, dass man deutlich häufiger im Büro erscheint, um „Sichtbarkeit“ zu zeigen. Wer das nicht mitmacht, ist bei Themen wie Wahrnehmung, Projekten und Entwicklungschancen klar im Nachteil. Dieses politische Spiel rund um Präsenz wird von vielen als unnötig und unprofessionell empfunden. Dabei darf man dann seinen Parkplatz selbst zahlen und Vergünstigungen werden gestrichen ohne weiteres.
Gleichzeitig wird regelmäßig betont, dass es sich nicht um einen „9-to-5-Job“ handle. Praktisch bedeutet das, dass Überstunden als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Es existiert zwar ein System zur Erfassung von Stunden, genutzt wird es jedoch kaum konsequent. Wer seine Arbeitszeit wirklich vollständig dokumentiert und auf Ausgleich besteht, passt kulturell schnell nicht mehr ins Bild. So entsteht ein Umfeld, in dem Überstunden nicht oder nur teilweise kompensiert werden und es schwerfällt, eine Work-Life-Balance zu halten.
Karriere/Weiterbildung
In Weiterbildung und Entwicklung der Belegschaft wird nur begrenzt investiert. Ein wirklich strukturiertes, unternehmensweites Weiterbildungsangebot fehlt; ein konsistenter Trainingskatalog, der allen Mitarbeitenden offensteht, ist nicht erkennbar. Gleichzeitig wirkt es so, als stünden für die obere Führungsebene deutlich mehr Mittel und individuelle Programme zur Verfügung als für die breite Belegschaft.
Kollegenzusammenhalt
Kollegen unterstützen sich in der Regel gut untereinander.
Arbeitsbedingungen
Auch der Umgang mit Personal wird von vielen als stark zahlen- und austauschbar getrieben wahrgenommen. Es ist von „Talentupgrades“ die Rede, während die Fluktuation hoch ist und auffällig viele Beschäftigte das Unternehmen bereits in der Probezeit wieder verlassen. Statt diese Quote kritisch zu analysieren, scheint sie eher einkalkuliert zu werden – mit dem Signal, dass Menschen vor allem als Ressource gelten, die schnell ersetzt werden kann. In Performance-Reviews wird diese Haltung teilweise noch verstärkt: Es wird sehr deutlich kommuniziert, dass „wer nicht liefert, raus ist“ – ohne nennenswerte Diskussion, gezielte Weiterentwicklung oder zweite Chance.
Kommunikation
Kommunikation ist okay, es gibt Townhalls und Updates durch die Führungskräfte, da unterscheiden sich die Führungskräfte allerdings.
Gehalt/Benefits
Es ist okay, aber für die Branche auch nicht überdurchschnittlich. Gehaltserhöhungen fallen – wenn überhaupt – eher gering aus, obwohl intern regelmäßig betont wird, wie gut die Zahlen und Ergebnisse seien. Es wird regelmäßig betont, dass es sich nicht um einen „9-to-5-Job“ handle, in der Praxis bedeutet das vor allem die Erwartung von Überstunden. Parallel dazu wird an vielen Stellen beim Mitarbeiter gespart: Vergünstigungen, etwa bei Parkplätzen, werden gestrichen. Insgesamt entsteht der Eindruck einer ausgeprägten Sparmentalität, bei der vor allem auf Kosten der Mitarbeitenden optimiert wird.
Interessante Aufgaben
Sehr spannende Tätigkeiten mit der Möglichkeit, wenn man Verantwortung übernehmen möchte auch einiges zu leisten und einzubringen.

