Gute Ansätze – aber noch Luft nach oben
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv empfinde ich die angenehme Arbeitsatmosphäre und den respektvollen Umgang unter Kolleg*innen. Die Kommunikation findet weitgehend auf Augenhöhe statt, und auch der Zusammenhalt im Team – besonders im Projektalltag – ist sehr gut. Man unterstützt sich gegenseitig und arbeitet professionell zusammen.
Das Unternehmen genießt zudem ein gutes Image bei Kunden, was vor allem der Leistung und dem Auftreten der Mitarbeitenden zu verdanken ist. Auch in Bezug auf Gleichberechtigung wird kein Unterschied gemacht – es zählt, wer sich einbringt und Leistung zeigt.
Die Arbeitsbedingungen, insbesondere am Standort Frankfurt, sind modern und gut ausgestattet. Das Umwelt- und Sozialbewusstsein wird im Unternehmen konsequent umgesetzt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Was mir negativ auffällt, ist die hohe Fluktuation nach zwei bis vier Jahren Unternehmenszugehörigkeit. Viele Mitarbeitende orientieren sich zu diesem Zeitpunkt extern, weil sie dort bessere Perspektiven in Bezug auf Gehalt und Entwicklung sehen. Natürlich ist ein gewisser Wechsel in der Beratungsbranche normal, dennoch ist auffällig, dass es dem Unternehmen oft nicht gelingt, erfahrene Talente langfristig zu halten. Gerade auf der Ebene Consultant gehen so wichtige Wissensträger verloren, obwohl sie bereits viel Erfahrung und Kundenbindung aufgebaut haben.
Verbesserungsvorschläge
Ein stärkerer Fokus auf Mitarbeiterbindung wäre wünschenswert. Aktuell liegt die Priorität stark auf Neueinstellungen, um Verluste auszugleichen – gleichzeitig fehlt es an gezielten Maßnahmen, um bestehende Mitarbeitende langfristig zu halten und weiterzuentwickeln. Regelmäßige, ehrliche Mitarbeitergespräche (nicht nur 1× jährlich) sowie anonyme Zufriedenheitsumfragen wären hilfreich, um Stimmungen frühzeitig aufzufangen. Auch die Führungsaufgabe selbst sollte aktiver gelebt werden – mit klarer Kommunikation zu Entwicklungswegen, regelmäßigem Austausch zur individuellen Leistung (auch mit dem Kunden) und spürbarer Wertschätzung.
Es fällt außerdem auf, dass intern viele Initiativen angestoßen, aber selten zu Ende gedacht oder nachhaltig umgesetzt werden: So wurde beispielsweise die OKR-Methode eingeführt und dann plötzlich nicht mehr weitergeführt – ohne offizielle Kommunikation. Auch das Zeiterfassungssystem wurde von einem Tag auf den anderen aktualisiert – seitdem ist unklar, wie die Zeiten korrekt zu erfassen sind. Eine saubere Abstimmung oder Information dazu fehlt bisher.
Ähnlich verhält es sich mit internen Themen wie der „New Work“-Umfrage – auch hier fehlt jegliches Follow-up. Gleichzeitig entstehen über 100-seitige Rollendokumente, während grundlegende Strukturen wie ein aktuelles Organigramm oder ein übersichtlicher SharePoint weiterhin fehlen.
Wertschätzung im Alltag könnte zudem mit kleinen Gesten spürbarer werden: Statt einfach nur Schokolade zu Ostern oder Weihnachten ins Büro zu stellen, wäre ein persönliches, liebevoll zusammengestelltes Präsent – z. B. ein kleines Päckchen mit ausgewählten Produkten und einer handgeschriebenen Grußkarte durch die Führungskraft – ein schönes Zeichen der Anerkennung. Solche Aufmerksamkeiten bleiben im Gedächtnis und stärken die emotionale Bindung ans Unternehmen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist durchweg positiv und angenehm. Der Umgang unter den Kolleg*innen ist respektvoll, freundlich und von gegenseitiger Unterstützung geprägt. Man fühlt sich grundsätzlich wohl und wertgeschätzt – das schafft ein gutes Klima für den Arbeitsalltag.
Image
Das Unternehmen genießt ein sehr gutes Image am Markt – insbesondere bei den Kunden. Dieses positive Bild ist in hohem Maße den Mitarbeitenden zu verdanken, die durch ihre professionelle Arbeit, ihr Auftreten und ihre Kundenorientierung regelmäßig einen starken Eindruck hinterlassen. Das wird vom Kundenumfeld auch entsprechend rückgemeldet.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich ist eine gute Work-Life-Balance möglich – allerdings hängt diese stark von den Anforderungen der Kundenprojekte ab. Kundenwünsche haben meist oberste Priorität, was in Stoßzeiten zu Mehrbelastung führen kann.
Karriere/Weiterbildung
Zu Beginn gibt es eine gute Grundausbildung mit Standard-Zertifizierungen wie ITIL, PRINCE2 oder Scrum. Danach wird Weiterbildung sehr individuell und stark von Eigeninitiative abhängig – strategische Empfehlungen durch Führungskräfte fehlen oft. Es wäre wünschenswert, Weiterbildungsangebote stärker zu bündeln und regelmäßiger für mehrere Mitarbeitende zugänglich zu machen.
In Sachen Karriere zeigt sich ein ähnliches Bild: Viele Mitarbeitende starten bereits auf einer der Einstiegsstufen wie Associate oder Junior Consultant und arbeiten sich mit viel Engagement bis zur Consultant-Ebene hoch. Dort stoßen sie jedoch oft an eine Art Decke – denn der nächste Karriereschritt (Senior Consultant) ist mit sehr hohen Anforderungen verbunden. Da es keine echte Zwischenstufe oder alternative Entwicklungspfade gibt, stagnieren viele in ihrer Rolle – trotz wachsender Erfahrung und Expertise. Gerade ab diesem Punkt gehen dem Unternehmen regelmäßig wertvolle Wissensträger verloren, weil sie sich extern bessere Perspek versprechen. Das ist nicht nur für die betroffenen Mitarbeitenden frustrierend, sondern langfristig auch ein echter Verlust für das Unternehmen.
Gehalt/Benefits
Bis zur Position des Consultants sind die Gehälter wettbewerbsfähig. Ab der nächsten Karrierestufe – dem Senior Consultant – wird es schwieriger: Zwar ist der Gehaltssprung im Vergleich zum Consultant relativ gering, die Anforderungen steigen jedoch deutlich, insbesondere durch Vertriebsverantwortung. Für viele Mitarbeitende stellt das eine hohe Hürde dar – gerade, wenn ihnen dieser Bereich nicht liegt.
Das neue Gehaltsmodell setzt auf reine Fixgehälter (mit Ausnahme vertrieblicher Komponenten ab Senior-Stufe) und enthält keine leistungsbezogenen Elemente mehr. Auch ein ursprünglich angekündigter Erfolgsbonus – teambezogen oder unternehmensweit – wird kaum noch kommuniziert. Ob, wann und für wen es tatsächlich Boni oder Zusatzleistungen gibt, bleibt oft unklar und wirkt uneinheitlich. Teilweise erhalten Teams kleine Benefits, andere – trotz hoher Leistung und Umsatz – gar nichts. Mehr Transparenz und Fairness wären hier angebracht, um Vertrauen zu stärken und Leistung sichtbarer zu honorieren.
Die Sozialleistungen decken Standards wie z. B. das Jobrad ab. Wünschenswert wäre zusätzlich etwa ein Deutschlandticket nach der Probezeit.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen legt großen Wert auf Umwelt- und Sozialbewusstsein – und setzt entsprechende Maßnahmen sehr konsequent um. Auch wenn mir persönlich dieses Thema nicht besonders wichtig ist, erkenne ich an, dass hier viel getan wird.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist sehr gut. In der Projektarbeit funktioniert die Zusammenarbeit reibungslos und kollegial – man unterstützt sich gegenseitig und zieht an einem Strang. Darüber hinaus gibt es regelmäßig Quartalsmeetings, bei denen man auch teamübergreifend in den Austausch kommt. Insgesamt herrscht ein wertschätzendes und professionelles Miteinander.
Umgang mit älteren Kollegen
Obwohl das Team insgesamt eher jung und dynamisch ist, ist der Umgang mit älteren Kolleg*innen durchweg respektvoll und wertschätzend. Altersunterschiede spielen im Arbeitsalltag kaum eine Rolle – alle begegnen sich auf Augenhöhe.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten ist nicht einheitlich zu bewerten – es hängt stark davon ab, bei wem man selbst im Team ist. Während einige Führungskräfte ihre Rolle sehr gut ausfüllen, stehen andere noch stark im Projektalltag und nehmen ihre Führungsaufgaben nur eingeschränkt wahr. Das kann sich auf die Teamstimmung auswirken und lässt Zweifel daran aufkommen, ob die jeweilige Besetzung wirklich zur Führungsrolle passt. Führung sollte mehr sein als nur fachliche Steuerung – Teamaufbau, Wertschätzung, Kommunikation und strategischer Blick gehören ebenso dazu.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt gut. Es gibt drei Bürostandorte (Frankfurt, Berlin, Braunschweig), wobei insbesondere das Büro in Frankfurt sehr modern und gut ausgestattet ist. Verbesserungspotenzial sehe ich bei einigen technischen Aspekten: Es wäre wünschenswert, wenn Mitarbeitende nicht alle Zusatzgeräte wie z. B. ergonomische Mäuse oder AirPods selbst anschaffen müssten. Auch die technische Ausstattung in den Büros – etwa in Form von größeren oder zusätzlichen Bildschirmen – könnte für regelmäßige Office-Nutzer*innen aufgerüstet werden. Wer häufig vor Ort arbeitet, sollte auch mit aktueller Hardware bestmöglich unterstützt werden.
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen findet überwiegend auf Augenhöhe statt – sowohl zwischen Kolleginnen als auch mit den Führungskräften. Auch im Umgang mit Kundinnen wird meist ein respektvoller, transparenter Austausch gepflegt. Das trägt spürbar zu einem professionellen und vertrauensvollen Miteinander bei.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird im Unternehmen ganz selbstverständlich gelebt. Es wird nicht zwischen Männern und Frauen unterschieden – entscheidend sind Leistung, Engagement und die Fähigkeit, Kund*innen zu begeistern. Wer Verantwortung übernimmt und sich einbringt, wird unabhängig vom Geschlecht geschätzt und gefördert.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich vielseitig und hängen stark vom jeweiligen Projektumfeld sowie der eigenen Rolle ab. Wie interessant man diese empfindet, ist oft auch eine Typfrage. Herausfordernd wird es, wenn man sich langfristig in Themen wiederfindet, in denen man zwar viel Erfahrung hat, die einen aber persönlich weniger reizen. Aufgrund der etablierten Kundenbeziehungen und des bisherigen Erfolgs ist es dann nicht immer leicht, sich daraus zu lösen und neue, potenziell spannendere Aufgabenbereiche zu erschließen. Der Wechsel ist möglich – aber nicht immer einfach.
