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Bewertung

Brutal: Macht krank, killt Karriere und Leidenschaft

1,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bei BurdaForward GmbH in Köln gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die nettesten Kollegen in anderen Gesellschaften und / oder an anderen Standorten. Schade, aber immerhin gab es sie.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Markenidentität löst sich zunehmend auf, Mitarbeiter in neue, völlig fremde Rollen gezwungen, keine Wertschätzung, kein Bedarf an Kreativität, Expertise und Leidenschaft, stattdessen wird immer mehr an Externe (Agenturen oder teil unprofessionelle Freie, Studenten und Praktikanten) ausgelagert, Gängeleien durch Vorgesetzte, toxische Positivität.

Verbesserungsvorschläge

Vollständig Zurücktransformieren. Und die Dinge beim Namen nennen, auch wenn sie schlecht sind. Geschäftsführung und Freunde müssen zur Verantwortung gezogen werden.

Arbeitsatmosphäre

Mit Beginn der Transformation Ende 2020 hielt ein deutlich rauerer Tonfall Einzug, sowohl innerhalb des Teams als auch außerhalb und im Austausch. Viele Veränderungen wurden dabei schlecht kommuniziert, die wiederum auf wenig bis kein Verständnis stießen, was dem allgemeinen Arbeitsklima erst recht abträglich war. In größeren Runden herrschte toxische Positivität - alles wurde schöngeredet und / oder unter den Teppich gekehrt, wobei sich immer nur dieselben Schmeichler zu Wort meldeten. Insgeheim knarzte und krachte es gewaltig.

Versprochen wurden außerdem flachere Hierarchien, stattdessen kamen neue Ebenen hinzu. Es herrschte Micromanagement vor und fehlendes Vertrauen in die Kompetenzen der Mitarbeiter, die nach und nach abhandenkamen. Kollegen, die per se nicht hierarchisch über einem standen, durften sich aber aufgrund ihres Spezialgebietes so aufführen und anderen ungefragt Termine einstellen und zusätzliche Aufgaben einfordern. Natürlich hatten am Ende auch sie immer Recht. Innerhalb eines Jahres wurde man vom innerhalb der Branche respektierten Profi und Spezialisten zum besser verdienenden Werkstudenten degradiert. Dafür Sinfoglesia.

Kommunikation

Abgesehen von wiederkehrenden Groß-Calls mit der gesamten Belegschaft, wurden natürlich viele Überlegungen und Entscheidungen hinter verschlossenen Türen gemacht und getroffen und die Ergebnisse uns einfach vorgesetzt. Selbstverständlich war es nie eine Option, das Team dazu ins Boot zu holen, obwohl es oft genug konstruktiven Input gegeben hätte. Aber dafür war wohl offenbar keine Zeit, man musste ja möglichst schnell zum Ziel getriezt werden. Ansonsten viel zu viele, oft unnötige Calls, die auch sehr häufig zu lang waren. Nicht selten sollte man Meetings vorbereiten mit sehr kurzem Vorlauf. Man wurde dafür gerügt, wenn man selbstständig Dinge erfragen oder ansprechen wollte, stattdessen kam stets die schnelle Mahnung, die Befehls- und damit Kommunikationskette strikt einzuhalten. Teamintern eine Katastrophe, teamübergreifend waren alle stets bemüht.

Kollegenzusammenhalt

Den Rücken hielt man sich teamintern nicht gegenseitig frei. In Zwiegesprächen waren sich zwar alle stets über die katastrophalen Verhältnisse einig, aber die meisten hielten es für besser, nix zu sagen, während andere offen Kritik äußerten. Echte Teamchemie gab es nicht, sollte aber durch obligatorische Events künstlich beschworen werden. Teamübergreifend stieß man indes auf viel Solidarität und Zustimmung im Anbetracht der schwierigen Umstände.

Work-Life-Balance

Manche brauchten Therapie, auch die Autorin dieser Zeilen, andere kamen nach mehrmonatigem Ausfall sogar gar nicht mehr zurück. Einsatz zeigen ging durch Überstunden und der Aufopferung der eigenen Freizeit. Da hilft auch Homeoffice nix.

Vorgesetztenverhalten

Herablassend. Demütigend. Passiv-aggressiv und andauernd voll versteckter Seitenhiebe, respektlos, falsche Versprechungen machend, kein Ohr für Ideen und Wünsche, kein Vertrauen, Erfolge herunterspielend, nach Belieben neue Maßstäbe einfordernd, Expertise vorgaukelnd, wo nicht selten keine war - aber mit genug gespieltem Selbstvertrauen kommt man weit im Leben. Die pure Gängelei in Form unsinniger Aufgaben und Forderungen. Schnell zur Stelle mit Kritik jedweder Form, aber nicht mit Lob. Stattdessen münzt man Erfolge auf sich selbst. Stets klargemacht, dass die eigene Arbeit nicht mehr von Interesse sei, weil "Zahlen". Die Möglichkeiten wurden stark eingeschränkt, dann aber wurde man immer nach möglichen Ursachen fürs Scheitern gefragt.

Verschiedene Ebenen waren entweder nie im Alltag zu spüren oder haben sich hintereinander versteckt und haben sich Fragen gerne hin und hergeschoben. Entweder man hatte kaum ein Gespür fürs Team oder wies Verantwortung von sich. Im Zweifel glaubte man nicht dem Team, sondern nur anderen Leads und ging voreingenommen in Calls.

Interessante Aufgaben

Mit der Job-Beschreibung, für die man ursprünglich unterschrieb, hatte das alles am Ende nur noch geringfügig etwas zu tun. Durch die Transformation wurden alle in eine neue Richtung genötigt, die keinem zusagte. Management statt Kreativität, natürlich ohne Änderung des Vertrags und des Gehalts. Rasch kamen viele neue Aufgaben und mehr Verantwortungsbereiche hinzu, für die weniger Zeit blieb. Die wirklich interessanten Aufgaben fielen dadurch zunehmend hinten runter. Zudem bekam man nicht nur Aufgaben von oben, sondern auch von links und rechts. Einspruch zwecklos, man befand sich ja am untersten Ende der Leiter. Portale mit Potenzial, die neue spannende Aufgaben hätten mitbringen können, wurden konsequent ignoriert und kleingehalten bzw. nur noch künstlich beatmet. Erbärmlich und beschämend.

Gleichberechtigung

Ja, die gibt es, denke ich. Viele Frauen in mal höheren mal weniger hohen Führungspositionen. Mehr kann dazu nicht gesagt werden.

Umgang mit älteren Kollegen

Schwierig einzuschätzen. Aus eigener Beobachtung wurde auf das Alter bei manchen keine Rücksicht genommen.

Arbeitsbedingungen

Technik vergleichsweise stabil funktionierend und ok ausgestattet. Es gab ein Firmenhandy. Durch Corona wurden Plätze zum Arbeiten wegrationalisiert und auf Flex-Desk umgestiegen, wobei nicht mehr für alle Platz blieb. Man wusste also auch nie, an welchem Platz man landete und musste sich Monitore und Stühle immer neu einstellen. Ergonomie und Gesundheit waren damit weniger ein Thema.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es war immerzu die Rede vom "Purpose" und "Inspiration", man wolle ja den Menschen so viel Gutes tun mit dem, was man machte, ihnen den Alltag erleichtern. Das schrieb man sich immer groß auf die Fahne und war mächtig stolz drauf. Konkret durfte nur eine kleine Auswahl an Mitarbeitern an entsprechenden Themen arbeiten, die auch tatsächlich einen Unterschied machten und sich so auch als gute Taten präsentieren ließen. Oder aber man wurde widerwillig in Projektgruppen geworfen, in denen es um wahnsinnig soziale Themen ging.

Gehalt/Sozialleistungen

Natürlich jammern alle immer übers Gehalt und egal worum es geht, alle sind immerzu unterbezahlt. Ein realitätsfernes Geheule, wir können nicht allesamt CEO-Gehälter erwarten. Für die getätigte Arbeit und die Job-Beschreibung zahlt Burda im Branchenvergleich des Online-Publishings für eine weit unten stehende Position überragend viel besser als bei der ansonsten inhaltlich deutlich kompetenteren Konkurrenz. In diesem Punkt macht sich ein solch großer Verein wirklich "bezahlt". Betriebsrente gibt es, Ticket für den Nahverkehr wird vollständig übernommen. Konnte aber am Ende die vielen negativen Eindrücke nicht mehr kompensieren.

Image

In bestimmten Bereichen der Branche wohl besser als in anderen.

Karriere/Weiterbildung

Was als Karriere noch in Aussicht war, wurde mit der Transformation quasi über Nacht vollständig zerstört. Ob hierarchisch oder rein inhaltlich, hier ging es durch die Veränderung des Jobs urplötzlich nicht mehr weiter. Stattdessen wurde man zurückgeworfen, neue Perspektiven taten sich keine mehr auf oder wurden ohnehin von allen Vorgesetzten blockiert. Darunter litt auch die Leidenschaft nachhaltig. Ein einziges Trauerspiel, das alles, was man sich bis dato in der Branche erarbeitete und noch in Aussicht hatte, zunichte gemacht hat.

Arbeitgeber-Kommentar

kununu-TeamBurdaForward

Liebe ehemalige Kollegin,

dass du uns mit einem so schlechten Gefühl verlassen hast, tut uns sehr leid!

Die Veränderungen in unserer Organisation waren für uns alle eine große Herausforderung. Deshalb haben wir auch jenseits der Führungsebene immer wieder Gesprächsangebote gemacht. Gerne hätten wir mit dir gemeinsam konkrete Problemstellungen besprochen und Lösungen erarbeitet – wenn du möchtest, sind wir auch jetzt noch erreichbar für dich.

Wir wünschen dir alles Gute und bedanken uns für dein Engagement.

Herzliche Grüße
Martin

Martin Lütgenau
Geschäftsführer
martin.luetgenau@burda-forward.de