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Bewertung

Lohnentwicklung, Wertschätzung und Interessenvertretung

2,7
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung für dieses Unternehmen in Chemnitz gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Kollegenzusammenhalt, flexible Arbeitszeit

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Meine persönliche Wahrnehmung der vergangenen Jahre fällt insgesamt eher verhalten aus.

2024 gab es nach meiner Erfahrung rund sieben Monate Kurzarbeit, 2025 erneut Kurzarbeit. Ein großer Teil der Mitarbeiter war davon deutlich betroffen. Die jeweiligen Führungsebenen waren nach meiner Wahrnehmung hingegen deutlich weniger bzw. gar nicht davon betroffen.

Für einige Kollegen war diese Zeit finanziell alles andere als einfach. Teilweise ging es darum, mit dem reduzierten Einkommen überhaupt über die Runden zu kommen – an Urlaub war für manche gar nicht zu denken.

Umso deutlicher wurde die unterschiedliche Situation aus meiner Sicht durch das, was man in dieser Zeit in den sozialen Medien mitbekommen hat. Während einige Mitarbeiter finanziell jeden Euro umdrehen mussten, konnte man gleichzeitig Urlaubsbilder und Statusmeldungen sehen, die den Eindruck vermittelten, dass andere ihren Lebensstandard ohne größere Einschränkungen fortsetzen konnten. Auch Beiträge von Führungskräften wurden von manchen Mitarbeitern entsprechend wahrgenommen.

Natürlich steht jedem Menschen sein Privatleben zu und niemand muss sich dafür rechtfertigen, Urlaub zu machen. Trotzdem hinterlässt eine solche Situation bei Mitarbeitern, die während der Kurzarbeit finanziell kämpfen mussten, verständlicherweise einen gewissen Eindruck. Gerade in einer Phase, in der von Solidarität und Zusammenhalt im Unternehmen gesprochen wird, wird sehr deutlich, wie unterschiedlich die Belastungen tatsächlich verteilt sind.

Für 2026 wurde den Mitarbeitern mitgeteilt, dass die wirtschaftliche Lage nicht gut genug sei und es deshalb keine Lohnanpassung geben werde. Die letzte Lohnanpassung liegt bereits im Jahr 2023.

Dabei darf man aus meiner Sicht nicht außer Acht lassen, wie stark die Lebenshaltungskosten seitdem gestiegen sind. Benzin, Energie, Lebensmittel und viele andere alltägliche Kosten sind deutlich teurer geworden. Eine Anpassung von meiner Einschätzung nach etwa 300 € im Jahr 2026 wäre daher eher als Inflationsausgleich zu sehen und nicht als tatsächliche Lohnerhöhung. Es ginge im Wesentlichen darum, einen Teil der seit 2023 verlorenen Kaufkraft auszugleichen.

Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass bei anderen Ausgaben deutlich mehr Spielraum vorhanden ist. Bei den Dienstwagen hat man teilweise das Gefühl, dass sich Fahrzeuge im Rahmen der 1%-Regelung nahezu „auf Teufel komm raus“ zusammenstellen lassen. Ein Beispiel, das dabei auffällt, ist der Hybrid-Multivan. Auch Fahrzeuge wie der Audi A6 gehören zum Bild. Hinzu kommen weiterhin finanziell aufwendige Firmenevents.

Besonders widersprüchlich wirkt für mich die Kommunikation zur wirtschaftlichen Lage. Gegenüber den Mitarbeitern wird die schwierige wirtschaftliche Situation als Grund für die ausbleibende Lohnanpassung genannt. Gleichzeitig wird vom Eigentümer regelmäßig eine sehr positive finanzielle Situation des Unternehmens betont – unter anderem mit Aussagen über hohe Rücklagen, fehlende Verschuldung und umfangreiche Finanzierungsmöglichkeiten.

Auch beim Thema Betriebsrat bleibt bei mir ein enttäuschender Eindruck zurück. Nicht im Zusammenhang mit der Kurzarbeit 2025, sondern insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Situation und die Interessenvertretung der Mitarbeiter.

Bei der letzten Betriebsversammlung hätte ich mir eine klare Positionierung des Betriebsrats zu den aktuellen Themen und zur Situation der Belegschaft gewünscht. Stattdessen blieb eine deutliche Stellungnahme aus meiner Sicht weitgehend aus.

Besonders kritisch sehe ich dabei den Umgang mit bestehenden Betriebsvereinbarungen. Im Nachhinein wurde für mich deutlich, dass bei entsprechenden Vereinbarungen festgelegte Fristen teilweise deutlich überschritten wurden. Gerade hier hätte ich erwartet, dass der Betriebsrat auf die Einhaltung der vereinbarten Regelungen achtet, die Interessen der Mitarbeiter entsprechend vertritt und die Belegschaft transparent über solche Vorgänge informiert.

Natürlich kenne ich nicht alle internen Gespräche und Hintergründe. Aus Sicht eines Mitarbeiters entsteht jedoch der Eindruck, dass die Interessenvertretung gerade bei solchen Themen deutlich aktiver und sichtbarer sein könnte.

Was letztendlich hängen bleibt, ist für mich weniger die einzelne fehlende Gehaltserhöhung, sondern das Gesamtbild: Mehrere Phasen der Kurzarbeit, seit 2023 keine Lohnanpassung, deutlich gestiegene Lebenshaltungskosten und gleichzeitig ein sehr hochwertiger Fuhrpark, aufwendige Firmenevents sowie eine nach außen kommunizierte finanzielle Stärke des Unternehmens.

Gerade deshalb hätte ich mir deutlich mehr Solidarität, Transparenz und Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern gewünscht – sowohl von der Unternehmensleitung als auch von der Arbeitnehmervertretung.


Arbeitsatmosphäre

Kommunikation

Kollegenzusammenhalt

Work-Life-Balance

Vorgesetztenverhalten

Interessante Aufgaben

Gleichberechtigung

Umgang mit älteren Kollegen

Arbeitsbedingungen

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Gehalt/Benefits

Image

Karriere/Weiterbildung

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Arbeitgeber-Kommentar

Abteilung Personal
Abteilung Personal

Sehr geehrte:r Kolleg:in,

vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Eindrücke und Sichtweisen so ausführlich zu schildern.

Ihre Bewertung spricht mehrere Themen an, die für Mitarbeitende unmittelbar relevant sind: die finanziellen Auswirkungen der Kurzarbeit, die Gehaltsentwicklung, die Nachvollziehbarkeit unternehmerischer Entscheidungen und die Frage, wie Wertschätzung und Solidarität gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erlebt werden.

Die Phasen der Kurzarbeit waren für betroffene Mitarbeitende mit spürbaren finanziellen Einschränkungen verbunden. Uns ist ebenso bewusst, dass in einer solchen Situation besonders sensibel wahrgenommen wird, wie Belastungen innerhalb eines Unternehmens verteilt sind und welche anderen Ausgaben oder Entscheidungen gleichzeitig sichtbar werden.

Wir bedauern, dass unsere Aussagen zur Liquidität, zum Eigenkapital sowie des verfügbaren Avalkreditrahmens zu einem missverständlichen Bild geführt haben. Ziel der Information war ausschließlich zu verdeutlichen, dass das Unternehmen trotz eines sehr komplizierten Marktumfeldes wirtschaftlich solide aufgestellt ist.

Ergänzend möchten wir darauf hinweisen, dass CAC in 2025 allen fest angestellten Mitarbeitenden ein anteiliges 14. Monatsgehalt gezahlt hat, ohne dass dafür die Voraussetzungen lt. Betriebsvereinbarung gegeben waren. Hierzu gab es Konsens mit dem Betriebsrat.
Des Weiteren wurde jedem Beschäftigten angeboten, dass das Unternehmen bei entsprechenden Härtefällen finanziell personenbezogen unterstützt.

Sie sprechen außerdem einen möglichen Widerspruch zwischen unserer Kommunikation zur finanziellen Stabilität von CAC und der gleichzeitig notwendigen Kostendisziplin an. Finanzielle Stabilität, vorhandene Rücklagen und Handeln entsprechend den wirtschaftlichen Möglichkeiten bedeuten nicht automatisch, dass in der aktuellen Geschäftssituation Ausgaben erhöht werden können. Dennoch nehmen wir aus Ihrer Kritik einen wichtigen Punkt mit: Solche Zusammenhänge müssen für Mitarbeitende nachvollziehbar sein. Wenn unsere Aussagen zu wirtschaftlichen Entwicklungen, zu bestehenden Herausforderungen und daraus resultierenden Entscheidungen nicht klar genug waren, gibt es die entsprechenden Ansprechpartner, um Zusammenhänge ausreichend klar zu vermitteln.

Uns ist bewusst, dass sich wirtschaftliche Entscheidungen und Belastungen individuell ganz unterschiedlich auswirken können. Gerade bei persönlichen oder finanziellen Herausforderungen ist uns der direkte und vertrauliche Austausch wichtig. Mitarbeitende konnten und können sich hierzu jederzeit an die Abteilung Personal, die Geschäftsführung oder den Betriebsrat wenden, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen und nach Möglichkeiten der Unterstützung zu suchen. Entsprechende Angebote wurden in den Belegschaftsinformationen unterbreitet.

Ihre Bewertung macht deutlich, dass Wertschätzung nicht allein durch Benefits, Veranstaltungen oder einzelne Angebote entsteht. Sie zeigt sich insbesondere darin, ob Entscheidungen als fair, transparent und nachvollziehbar erlebt werden. Diesen Anspruch nehmen wir ernst.

Auch Ihr Feedback zur Interessenvertretung nehmen wir auf. Wir stehen in einem engen und regelmäßigen Austausch mit unserem Betriebsrat. Dieser steht Ihnen als Interessensvertretung jederzeit zur Verfügung. Eine konstruktive Zusammenarbeit und eine für die Mitarbeitenden nachvollziehbare Kommunikation sind dabei unser gemeinsames Ziel.

Danke auch für die positiven Worte zum Kollegenzusammenhalt und zu unseren flexiblen Arbeitszeiten. Dass Sie trotz Ihrer deutlichen Kritik diese Aspekte hervorheben, wissen wir zu schätzen.

Mit den getroffenen unternehmerischen Entscheidungen konnte die Stabilität des Unternehmens gesichert werden.

Wenn Sie Ihre angesprochenen Punkte persönlich vertiefen möchten, laden wir Sie ausdrücklich zum vertraulichen Austausch mit uns ein. Gerne nehmen wir uns die Zeit, Hintergründe zu erläutern, offene Fragen zu besprechen und Antworten zu geben.

Ihre Abteilung Personal

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.