Gute Lernkurve wenn man die Agentur aushält...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kundenstamm aus allen Branchen – von KMU bis Konzern. Der Qualitätsanspruch ist durchweg hoch, von Projektmanagement bis Design. Die Agentur sitzt zentral in Mannheim, in einem denkmalgeschützten Gebäude – gute Anbindung inklusive. Für Junioren und Berufseinsteiger bietet sich eine gute Lernkurve.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das größte Problem sitzt an der Spitze. Der Führungsstil der Geschäftsführung lässt Feingefühl, Empathie und soziale Kompetenz vermissen und das mit spürbaren Folgen: Stress und Unsicherheit sind gerade bei Neueinsteigern keine Ausnahmen. Kommunikation und Zuhören werden in Team-Workshops eingefordert, im Alltag aber nicht vorgelebt. Nach außen präsentiert man sich als moderne, KI-affine Agentur – intern dominieren alte Führungsstrukturen und überholte Prozessvorstellungen. Mitarbeiter werden eher klein gehalten als gefördert.
Verbesserungsvorschläge
Führungskompetenz ist kein Talent, das man mitbringt, sie lässt sich schulen. Wer sich wertgeschätzt und gefördert fühlt, geht nicht. Offene Kommunikation und ein echtes Ohr für Anliegen wären ein erster, konkreter Schritt. Dazu mehr Agentur-Kultur leben – gemeinsame Events, After-Work, damit aus Kollegen auch ein Team wird.
Arbeitsatmosphäre
Unter den Kollegen herrscht ein kollegiales Miteinander, man hilft sich, treibt Projekte gemeinsam voran und findet auch mal Zeit für einen Kaffee oder ein gemeinsames Mittagessen. Der Zusammenhalt im Team stimmt. Anders sieht es mit dem Führungsstil aus: Entscheidungen werden häufig über den Kopf des Teams hinweg getroffen, Druck kommt von oben und das nicht immer mit sachlicher Begründung. Wochenmeetings oder der Teams-Kanal werden gelegentlich genutzt, um Mitarbeiter öffentlich zu kritisieren und ihre Kompetenz in Frage zu stellen. Das hinterlässt Spuren.
Image
In Mannheim als verlässliche Agentur mit Geschichte bekannt. Wer von außen schaut, sieht eine etablierte Adresse – wer von innen schaut, merkt schnell, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
Work-Life-Balance
Überstunden sind die Ausnahme, das ist positiv. Home Office gibt es nach einem Jahr Zugehörigkeit, ein Tag pro Woche. Wird aber von der Geschäftsführung mit spürbarer Überzeugung als kontraproduktiv kommentiert. Wer also flexibel arbeiten möchte, sollte keine begeisterte Reaktion erwarten.
Karriere/Weiterbildung
Die Hierarchie ist flach, bedeutet in der Praxis: Führungspositionen sind seit der Gründung besetzt und werden es bleiben. Karriere im klassischen Sinne ist hier nicht vorgesehen. Weiterbildungen werden vereinzelt genehmigt, wenn der direkte Nutzen für die Agentur erkennbar ist. Wer sich breiter entwickeln möchte, stößt schnell an Grenzen.
Gehalt/Benefits
Einstiegsgehalt für Junioren liegt im Durchschnitt. Erhöhungen kommen nicht von selbst, die muss man aktiv einfordern und verhandeln. Auch dann sind die Spielräume begrenzt, und Gründe, das Gehaltsniveau niedrig zu halten, finden sich erfahrungsgemäß immer. Eine Inflationsausgleichsprämie wird ausgezahlt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Keine besonderen Initiativen, aber der Arbeitsalltag ist weitgehend papierlos und digital organisiert.
Kollegenzusammenhalt
Grundsätzlich positiv. Der Zusammenhalt unter Kollegen war gut, auch wenn er meist aus Eigeninitiative entstand und nicht durch die Agentur gefördert wurde. Schwarze Schafe gab es vereinzelt und wurden gedeckt, was den Zusammenhalt an manchen Stellen belastete.
Umgang mit älteren Kollegen
Schwer zu beurteilen, da das Team insgesamt jung war und „ältere Kollegen" hier ein relativer Begriff bleibt.
Vorgesetztenverhalten
Ein gewisser Grundrespekt war vorhanden. Der Gesamteindruck bleibt dennoch schwierig. Führungskompetenz und Selbstreflexion fehlen, Kritik von außen wird ignoriert. Eigene Erfolge, auch die von längst gegangenen Mitarbeitern werden gerne für die eigene Außendarstellung vereinnahmt, statt sie den Menschen zuzuschreiben, die dahinterstecken.
Dazu kommt: Diskriminierende Bemerkungen gegenüber Geschlecht und Herkunft kommen gelegentlich auch vor.Fehlverhalten von langjährigen Mitarbeitern werden als Eigenart abgetan, nach dem Motto, das gehöre eben zum Charakter dieser Personen. Das ist kein Stil, das ist ein Problem.
Arbeitsbedingungen
Die Grundausstattung war vorhanden und funktionsfähig. Defekte Hardware wurde ersetzt, ohne Probleme. Dazu Kaffeeküche, ein Gaming Room und helle Büroräume. Hier gibt es nichts zu bemängeln.
Gleichberechtigung
Kein Gefühl, dass ein Geschlecht bevorzugt wurde – Leistung zählte. Mit einer weiblichen Prokuristin ist die Führungsebene zumindest nicht rein männlich besetzt.
Interessante Aufgaben
Kommt auf Erfahrungsstand und Kundenprojekt an, aber die Bandbreite ist da. Von digitalen Kampagnen bis zu Offline-Events wie Messen ist einiges geboten, was den Alltag abwechslungsreich hält.