Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Inhalt der Arbeit selbst, proaktive Kundenberatung, stetig wechselnde Ware, in der Regel top Kollegen zwischen 20 und 30 Jahren, kleine übersichtliche Shops, Gestaltung Schaufenster
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Gehalt, Work-Life-Balance, fehlende Wertschätzung, Ausbeutung, Umweltbelastung
Verbesserungsvorschläge
Behandelt eure Verkäuferinnen endlich als das, was sie sind: das Fundament eures Geschäfts. Hört auf, sie die Konsequenzen für schlechte Organisation, widersprüchliche Entscheidungen und kundenunfreundliche Prozesse ausbaden zu lassen. Werdet ehrlicher und authentischer, gegenüber Kunden und vor allem gegenüber euren Mitarbeitenden. Wenn Regeln bei Beschwerden ohnehin aufgeweicht werden, dann kommuniziert das auch so, statt die Verkäuferinnen zuerst allein vor den Kunden stehen zu lassen. Nehmt außerdem das Feedback aus den Filialen ernst, dort arbeitet man täglich direkt mit den Kunden und kennt die Probleme meist sehr viel besser als die Zentrale. Und hört auf, Preise zu erhöhen, während die Qualität sinkt. Es ist schwer, Produkte mit Überzeugung zu verkaufen, wenn man selbst nicht mehr dahinterstehen kann.
Arbeitsatmosphäre
Wenn alles passt, macht es wahnsinnig viel Spaß, als Sales Advisor bei Calzedonia zu arbeiten. Allerdings war es selten, dass alles passt. Die allgemeine Arbeitsatmosphäre wird durch die schlechten Arbeitsbedingungen ständig strapaziert und es kommt regelmäßig zu Konflikten, selbst in einem tollen Team mit großen Zusammenhalt. Diese Firma profitiert davon, seine Store Manager auf die Mitarbeiter zu hetzen und ist leider ständig aufgefallen mit Entscheidungen die immer nur der Firma und extremst selten den Mitarbeitern geholfen hat. Aus diesem Grund hat Calzedonia mit einer extrem hohen Personalfluktuation zu kämpfen und man ist grundsätzlich immer unterbesetzt.
Image
Typisches außen hui, innen p f u i.
Work-Life-Balance
Selbst als Teilzeit Sales Advisor muss man 6 Tage in der Woche auf Abruf sein. Der Dienstplan wird oftmals kurzfristig geschrieben, sodass man oft schnell umstrukturieren muss. Durch zu wenig Personal, muss man ständig einspringen oder vielleicht so gar für einen anderen Store Überstunden machen. Urlaube sind maximal 2 Wochen am Stück möglich, auch nach fast 5 Jahren im Betrieb ist eine dritte Woche unbezahlter Urlaub völlig ausgeschlossen. Sehr interessant ist dann aber, dass Store Manager und District Manager gleichzeitig Urlaub machen dürfen, sodass die Sales Advisor jedes kleinste Problem selbst übernehmen müssen, da oft die Urlaubs-Vertretungen nicht erreichbar sind. Oft ist dies auch beabsichtigt, da jeder Store sein eigenes Budget (Umsatzziele) erreichen möchte und wenn ein "fremder" Store oder District Manager uns hilft, ist ja das eigene Budget in Gefahr - also selbst die Stores KONKURRIEREN und es gibt ständig Mechanismen die die Work-Life-Balance extremst ins schlechte Licht rückt. Übrigens an alle Raucher: die Store Manager entscheiden selbst ob ihre Mitarbeiter rauchen dürfen und auch das Gehalt ist von Shop zu Shop unterschiedlich. Viele empfinden auch das als unfair.
Karriere/Weiterbildung
Aufgrund der heftigen Personalfluktuation ist es relativ einfach bei Caledonia aufzusteigen. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass man a) die dazu gehörigen Qualifikationen aufweisen muss noch dass b) man die dazu angemessene und passende Gehaltserhöhung erhält. In der Regel kriegt man extrem viel mehr Aufgaben und nur ein bisschen mehr Geld, damit man dann eine coolere Bezeichnung des Jobs hat aber sein Leben erstmal komplett zurück stellen kann. Es ist auch extrem variabel von Shop zu Shop, aber ich habe schon sehr eigenartige Entscheidungen beobachten müsse. Ansonsten gibt es Schulungen und Infos zu den Produkten, dies habe ich immer als sehr positiv empfunden.
Gehalt/Benefits
Unter jeglichem Durchschnitt! Ich nachhinein bin ich gerade zu schockiert. Hier wird viel mit Gratisabgaben (Arbeitskleidung/Uniform), Mitarbeiterrabatt und Budget-Zielen geworben. Aber in der Realität ist das so gut wie gar nicht hilfreich. Die Gratisabgaben gelten zu tragen während der Arbeit und ist je nach Arbeitsstunden extrem limitiert in der Auswahl. Nach ein paar Jahren im Betrieb braucht man nicht die Bestsellerhose das 6x mal. Außerdem ist der Mitarbeiterrabatt nur ein schlaues Manöver um das hart erarbeitete Geld direkt wieder an den Arbeitgeber zurück zu geben. Die pochen hier darauf, dass man Calzedonia als Lifestyle aufnimmt und quasi ständig Werbung damit macht, weil man ja ständig -30% bekommt. Der einzige Ansporn ist dann das Store-Budget. Wenn wir X€ Umsatz machen, kriegen wir einen kleinen prozentualen Aufschlag auf unser Gehalt. Das Problem an der Sache? Völlig unerreichbar hohe Budgetziele, also Ziele die kaum zu erreichen sind, wie beispielsweise +50% Umsatz zum Vorjahr. Egal wie sehr man es versucht hat, es war einfach nicht zur erreichen und hing ganz oft von anderen Faktoren ab wie bpsw. wenig Kundeneintritte bei einem regnerischen August oder Stammsteckens
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Gar nicht. Wird reden von Fast Fashion mit großer Vorliebe für Green-Washing. Bei Lieferungen ist absolut alles nochmal einzeln in Plastiktüten verpackt. Es würde mich überhaupt nicht wundern wenn die Plastik-Leggings aufgrund von hoher Chemikalienbelastung nicht nur schädlich für den Endkunden sondern vor allem für die Mitarbeiter ist. Wir können die Chemikalien riechen, wenn wir die Lieferungen auspacken. Dies birgt Gesundheitsrisiken, da synthetische Fasern wie Polyester Bisphenole und Weichmacher enthalten. Die Chemikalien können sich aus dem Gewebe lösen, besonders wenn man schwitzt, und über die Haut in den Körper gelangen. Die ist natürlich kein Beweis und trifft nicht auf alle Hosen zu, aber es kann und wird vorkommen, wenn man bei Calzedonia arbeitet.
Kollegenzusammenhalt
Hier mit ABSTAND das wichtigste: Tolle Mädels, ohne das Team wäre ich viel viel früher gegangen. Calzedonia muss verstehen, dass die Teams ihre eigene Kultur feiern und ihre Mitarbeiter mehr schätzen müssen. Ohne die Verkäufer geht hier GAR NICHTS. Die Freundschaften, der Zusammenhalt, das Miteinander und Soziale ist der EINZIGE GRUND wieso manche hier etwas länger arbeiten, das Gehalt und die Work-Life-Balance hingegen sind ein absoluter Witz.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich habe bemerkt: je mehr man leistet und umso länger man dabei ist, desto mehr wird man aktiv ausgenutzt. Es gibt keine klare Abneigung gegenüber älteren Kollegen aber schon eine Bevormundung der jungen Mitarbeiter. Ich habe mehrfach beobachtet, dass die perfekte Kandidatin jemand ist, die keine Ahnung von Arbeitsrecht hat und sich dementsprechend rumschubsen lässt, egal welches Alter. Zur Info: man muss sich nicht alles gefallen lassen und Calzedonia ist quasi Profi im Vernachlässigen seiner Arbeitgeberpflicht.
Vorgesetztenverhalten
Desto höher der Vorgesetzte, desto schlimmer die Vorschläge. Teilweise komplett delusional und weltfremd. Hier wird schnell klar: Statistik geht vor Menschlichkeit. Konnte ich mir nach vielen Jahren im Betrieb nicht mehr geben, ich habe nicht nur selber geweint sondern auch jede Kollegin sowie so gar Vorgesetzte daran zerbrechen sehen. Nicht alle Vorschläge sind daneben aber es kommen immer und immer wieder Ideen in den Raum die absolut eigenartig sindund eigentlich keinem Helfen, weder dem Kunden und vor allem nicht dem Mitarbeiter - es geht einzig und allein um Profit. Umso witziger, dass ich so gar mal heftig Ärger bekommen habe weil ich "zu viel" verkaufe, könnte ja die Kollegen in schlechtes Licht rücken. Misstrauisch und vorwurfsvoll steht hier an der Tagesordnung. Ich hatte zwar Glück mit meiner direkten Store Managerin, aber diese wurde so extrem von oben drangsaliert, dass das immer bis zu uns durchkam und Spannungen hervor gebracht hat. Es war jeden Tag eine Überraschung.
Arbeitsbedingungen
Das hängt stark von der Filiale ab, in meinem Fall waren die Arbeitsbedingungen jedoch sehr schlecht. Es gab weder fließendes Wasser noch eine Toilette im Shop, kein Sicherheitssystem und keinen klaren Notfallplan. Tageslicht fehlte komplett, im Winter fiel die Heizung wochenlang aus, im Sommer die Klimaanlage. Wer alleine arbeitete und zur Toilette musste, musste den Laden abschließen und mehrere Minuten durch den Bahnhof laufen. Durch den Standort kam es regelmäßig zu unangenehmen oder bedrohlichen Situationen, ohne Notfallknopf oder Rückzugsmöglichkeit. Technische Probleme wurden oft nur schleppend behoben, während andere Filialen deutlich schneller Unterstützung erhielten. Insgesamt waren Luftqualität, Lärmpegel und Arbeitsumfeld dauerhaft belastend.
Kommunikation
Die Kommunikation hängt extrem stark von der Filiale ab und es gibt deutliche Unterschiede, je nach dem wer das Store Management macht. Calzedonia selbst macht nicht unbedingt den besten Job in der Kommunikation, scheint aber doch stets bemüht zumindest die neuesten Kollektionen und Produktneuheiten zu erklären, bevor sie in den Verkauf kommen. Wirklich bedauernswert ist, dass man bewusst klein gehalten wird. Ein direkter Ansprechpartner in HR sowie die Möglichkeit, sich bei Bedarf unmittelbar an die Personalabteilung zu wenden, haben gefehlt. In meinem Falle wurde man immer wieder auf den District Manager verwiesen, der aufgrund von fehlender Zeit sich wohl einfach nicht kümmern „konnte“ - oder eher wollte.
Sehr schwierig, und für mich ein absolutes No-Go. Als Mitarbeiterin arbeite ich für die Firma und nicht nur für den einzelnen Vorgesetzten, eine Kontaktaufnahmemöglichkeit ist aus meiner Sicht verpflichtend und nur dann besteht eine neutrale und positive Arbeitsatmosphäre. Bei Calzedonia scheint aber so, dass eine Kontaktaufnahme und die aktive Bemühung nach Kommunikation als negativ bewertet wird, obwohl es das gute Recht ist.
Gleichberechtigung
Ich glaube es ist kein Geheimnis, dass Calezonia primär nur Frauen für den Verkauf einstellt. Desto besser man aussieht, desto besser die Chancen.
Interessante Aufgaben
Die Auswahl der Produkte ist schon toll und es gibt immer wieder neue spannende Sachen zu entdecken. Der Wechsel der Waren ist schnell und es wird in der Regel nicht langweilig. Da ich Kundenberatung absolut liebe, hat mir der Inhalt der Aufgaben Freude bereitet. Aber: man ist oft überlastet wenn der Shop mal wieder unterbesetzt ist und manchmal bleiben organisatorische Dinge liegen wie bspw. das Aufräumen vom Lager. Auch schade ist, dass man selten Wünsche äußern kann.